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Ivoclar-CEO Diego Gabathuler:
«Ein Lächeln verbindet Menschen»

Seit Juli ist der Buchser Diego Gabathuler CEO bei Ivocalar Vivadent. Ein Gespräch über Begeisterung, Herausforderung. Und das Glück der Zufälle.
Ursula Wegstein

Der gebürtige Buchser Diego Gabathuler (45) hat am ersten Juli den CEO-Posten von Ivoclar Vivadent übernommen. Davor war er seit Oktober 2016 als Leiter Europa, Mittlerer Osten, Afrika und Latein Amerika für das Liechtensteiner Dentalunternehmen tätig. Diego Gabathuler ist Familienvater von drei Kindern und wohnt in Buchs.

Diego Gabathuler aus Buchs ist seit 1. Juli CEO von Ivoclar Vivadent. Bild: PD

Diego Gabathuler aus Buchs ist seit 1. Juli CEO von Ivoclar Vivadent. Bild: PD

Schauen Sie jemandem, der Ihnen begegnet, zuerst auf das Lächeln?

Diego Gabathuler: Nein. Ich schaue immer zuerst auf die Augen und auf die Gesamtausstrahlung. Es ist aber natürlich eine Berufskrankheit auch auf die Zähne zu schauen.

Haben Sie Ihre Karriere von Anfang an so geplant?

Ganz und gar nicht. Meine Karriere ergab sich durch eine Aneinanderreihung von Zufällen und Chancen, die ich beim Schopf gepackt habe. Dadurch habe ich in den verschiedensten Branchen, Ländern und Funktionen gearbeitet.

Wie kam es dazu?

Weil ich mit 16 Jahren nicht genau wusste, in welche Richtung ich mich entwickeln möchte, habe ich zuerst eine kaufmännische Lehre bei der Gemeinde Buchs gemacht und danach den Militärdienst absolviert. 1995 habe ich mit Anfang 20 bei der ABC Software, damals noch in Sevelen, angefangen. Das war ein Zufall und gleichzeitig eine Riesenchance für mich: Ein junges Start-up mit wenigen Mitarbeitern in einem dynamischen Umfeld. Dort konnte ich alles machen: Sales, Marketing, Beschaffung, Messen, Verhandlungen mit Lieferanten oder die Logistik optimieren – das war ein Allrounderjob, bei dem ich viel gelernt habe.

Was begeistert Sie jetzt an ihrer aktuellen Aufgabe als CEO?

Ich darf für ein hochinnovatives Familienunternehmen mit einer wertschätzenden Firmenkultur arbeiten. An der Branche und am Unternehmen begeistert mich, dass hier drei Themen zusammenkommen, die mich faszinieren: Gesundheit, Technologie und Lifestyle. Spontan, fällt mir keine zweite Branche ein, in der man das alles bekommt. In der Modebranche hätte man Lifestyle, in der Pharmabranche Gesundheit und in meiner alten Firma im Silicon Valley hatte ich Technologie.

«Dass wir mit unseren Produkten nachhaltig die Lebensqualität verändern und den Menschen rund um die Welt Lebensfreude schenken, motiviert mich enorm.»

Ein Lächeln verbindet Menschen. Es ist immer bewegend, wenn jemand, der den Mund vorher wegen seiner Zähne ständig geschlossen hielt, nach einer Behandlung mit unseren Produkte mit Freude richtig lächeln kann.

Wie ist Ihr Führungsstil?

Ich bin keiner, der nur Anweisungen gibt, sondern ich versuche die Teams mit offenen Fragen zu führen, so dass sie selbst die besten Lösungen finden.

Kann man kompetente Unternehmensführung lernen?

Ich glaube, dass man alles lernen kann. Die Frage ist nur, wo und wie. Unternehmensführung lernt man nicht unbedingt an einer Universität. Ich glaube, dass Mentoren dabei sehr wichtig sind, um so in eine Funktion hineinzuwachsen. Das war auch bei mir so und dafür bin ich sehr dankbar.

Ihr Vorgänger sagte, dass der Wettbewerb immer anspruchsvoller werde. Vor allem wegen der rasanten Digitalisierung der Dentallabors. Was heisst das konkret?

Die Herausforderung ist, dass die Systeme komplexer werden und sich laufend verändern. Inzwischen müssen sich Zahnärzte und Zahntechniker fast im Jahresrhythmus mit neuen Technologien befassen. Die neuen digitalen Methoden, zum Beispiel Scannen, Fräsen oder 3D-Druck sind anspruchsvoll für uns und unsere Kunden. In den grossen zahntechnischen Labors werden die Restaurationen heute immer häufiger am Computer designt. Trotzdem muss der Zahntechniker aber nach wie vor das Handwerk beherrschen, um zum besten Ergebnis zu kommen. Dazu kommt der Investitionsbedarf: Einfach ausgedrückt bestanden unsere Materialien früher aus Pulver, Flaschen und Pinseln und vergleichsweise einfachen Geräten.

«Wenn unsere Kunden heute ein Labor komplett mit den neusten Technologien ausrüsten, bedeutet das eine Investition von einer viertel bis halben Million Franken.»

Was sind im Moment Ihre grössten Herausforderungen?

Die grosse Herausforderung ist, dass das Unternehmen fokussiert bleibt. Wir sollten nicht überall dabei sein wollen, weil wir nicht überall führend sein können. Ich möchte lieber in fünf Kategorien Klassenbester sein, als in fünfzehn Kategorien Klassendurchschnitt. Hier den Fokus zu finden, ist ein anspruchsvoller Prozess.

Wie finden Sie ihren Fokus?

Zuerst machen wir eine «Auslegeordnung» auf dem Tisch: Welche technologischen Entwicklungen finden statt und welche Chancen ergeben sich daraus?

«Dann entscheiden wir, was wir verfolgen und was nicht. Strategie ist hauptsächlich, was man nicht tut. Etwas wegzulassen, ist das Schwierigste.»

Braucht es eine Frauenquote?

Wir brauchen ganz dringend mehr Frauen. Diversität ist wichtig. Aber ich bin kein Befürworter einer Quote.

Was geht Ihnen auf die Nerven?

Eine negative Grundeinstellung. Wenn jemand mehr Probleme sieht, als Lösungen. Oder, wenn immer die anderen schuld sind. Was mich begeistert, sind hoch motivierte Menschen, die für jedes Problem Lösungen finden.

Was raten Sie dem Berufsnachwuchs – oder ihren Kindern?

Möglichst viele und breite Erfahrungen zu sammeln – inhaltlich und auch geografisch. Weiter würde ich heute zu etwas raten, das Kreativität erfordert. Wenn unsere Kinder gross sind, werden Maschinen vieles, was analytisch ist, erledigen. Selbst Marketing, das ich auf dem zweiten Bildungsweg studiert habe, ist heute grossteils bereits automatisiert– und das ist noch nicht das Ende. Ich glaube nicht, dass Maschinen auch kreative Dinge erschaffen oder kreative Lösungen für Probleme finden werden. Darin wird der Mensch der Maschine meiner Meinung nach langfristig überlegen bleiben– zum Glück.

Das Unternehmen

Ivoclar Vivadent ist ein international tätiges Unternehmen in der Dentalbranche, das Produkte und Systeme für die ästethische Zahnmedizin herstellt und vertreibt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Schaan ist mit 3500 Mitarbeitern in über 100 Ländern präsent.
Ivoclar Vivadent betreibt alleine und mit Partnern weltweit 56 Schulungszentren. Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2018 betrug 810 Mio. Franken. Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen von «Great Place to Work» mit dem Schweizer Sonderpreis «Nachwuchsförderung 2018» ausgezeichnet. (uw)

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