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Ist der Wiga-Kauf ungültig?

«Die Wiga 2019 ist gesichert»: Dies haben die Käufer der Rechte an der Wiga am vergangenen Donnerstag betont. Der Vertrag wird nun aber von einem Unterzeichner der Wigab AG bestritten.
Thomas Schwizer
Mit diesem Eintrag auf der Facebookseite der Wiga wurde die Anfechtung des Vertrags über den Verkauf der Rechte an der Messe bekannt gegeben.

Mit diesem Eintrag auf der Facebookseite der Wiga wurde die Anfechtung des Vertrags über den Verkauf der Rechte an der Messe bekannt gegeben.

Die Wirren um die Wigab AG und die Wiga nehmen zunehmend Züge einer Seifenoper an. Der Unterschied ist, dass es hier um einen handfesten und reellen Streit geht. Dessen Ausgang wird darüber entscheiden, ob die Wiga 2019 wirklich stattfinden kann.

Im Folgenden ein Versuch, die Fakten zu ordnen sowie den aktuellen Stand der Entwicklungen und der damit verbundenen Unwägbarkeiten und Überraschungen darzustellen.

Die Wigab AG hat die Bilanz deponiert

Fakt 1 und aktueller Stand: Nach der sehr kurzfristigen Demission von Verwaltungsratspräsident Josef Müller-Tschirky ist Christine Hug-Stauffacher noch die einzige Verwaltungsrätin der Wigab AG. In dieser Funktion hat sie am späten Freitagnachmittag beim Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland die Bilanz dieses Unternehmens deponiert.

Hug-Stauffacher gelangte zur Überzeugung, dass die Aktiven nicht ausreichen, um die Forderungen der Gläubiger zu decken. Als Aktiven nennt sie hauptsächlich das Messekonzept, das weiterhin der Wigab AG gehört. Das Kreisgericht prüft derzeit die Deponierung der Bilanz und ob der Konkurs über die Wigab AG eröffnet wird.

Wigab-Verwaltungsrat hat Kaufvertrag unterzeichnet

Fakt 2 und aktueller Stand: Der Vertrag, mit dem die Marken- und Domainrechte der Wiga und das Ausführungsdatum im September 2019 an die drei Gewerbetreibenden aus der Region verkauft wurden, ist vom damals noch zweiköpfigen Verwaltungsrat der Wigab AG unterzeichnet worden. Deshalb haben die Käufer dieser Rechte keinen Zweifel daran, dass der Vertrag «rechtskräftig und damit hieb- und stichfest» ist, wie Hansjörg Lutzi als einer der drei Käufer auf Anfrage des W&O betont.

Der Vertrag wurde von Verwaltungsrätin Christine Hug-Stauffacher, noch vor der umstrittenen Wigab-Aktionärsversammlung vom Dienstag (siehe Fakt 4), unterzeichnet – und von Josef Müller-Tschirky, und zwar noch vor seinem Rücktritt aus dem Verwaltungsrat. Das bestätigte Müller-Tschirky gestern auf Anfrage.

Müller ficht den selbst unterzeichneten Vertrag an

Fakt 3 und aktueller Stand: «Der Vertrag wurde von verschiedenen Seiten angefochten, es könnte sein, dass die Gläser zu früh gefüllt wurden.» Dieser Eintrag ist am Wochenende auf der Facebook-Seite der Wiga-Messe zur Schlagzeile über den Rechte-Verkauf die Bemerkung veröffentlicht worden. Der ehemalige Wigab-Verwaltungsrat und Wiga-Messeleiter Paul Schlegel bewirtschaftet den Wiga-Facebook-Auftritt weiterhin als Administrator.

Josef Müller-Tschirky bestätigt, dass er selbst eine Anfechtung des Vertrages eingereicht hat und diesen als ungültig erklären lassen will. Er sei für dessen Unterzeichnung «unter Druck gesetzt worden». Konkreteres sagt er wegen des laufenden Verfahrens nicht. Nur noch soviel: Er erachtet den Verkaufspreis nun als zu tief, so dass bei einem allfälligem Konkurs der Wigab AG mutmasslich Gläubiger geschädigt würden.

Zweifel an Rechtmässigkeit der Aktionärsversammlung

Fakt 4 und aktueller Stand: Die Wigab AG hat vergangene Woche, vor der Deponierung der Bilanz, eine Aktionärsversammlung durchgeführt. An dieser haben gemäss Hug-Stauffacher nur sie selbst und ein weiterer Aktionär teilgenommen. Die beiden weiteren Aktionäre waren aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt. Der anwesende Mitaktionär hat Christine Hug-Stauffacher als Verwaltungsrätin abgesetzt.

Sie bestreitet allerdings die Rechtmässigkeit dieser Versammlung und ihrer Absetzung wegen mehrerer Formfehler. So sei die Einladung nicht mit der vorgeschriebenen Frist von 20 Tagen angekündigt worden, sondern deutlich kurzfristiger. Aus Aktionärskreisen wird allerdings gegenüber dem W&O ins Feld geführt, dass gemäss der Statuten der Wigab AG, Artikel 6, eine Einladungsfrist von zehn Tagen besteht, die eingehalten worden sei.

Zwei wesentliche Fragen zum «Wie weiter»

Offene Frage 1: Ist Christine Hug-Stauffacher überhaupt noch Verwaltungsrätin der Wigab AG? Wenn die Aktionärsversammlung von vergangener Woche als gültig erklärt wird, dann wäre Christine Hug-Stauffacher am Freitag nicht mehr Verwaltungsrätin der Wigab AG gewesen und hätte die Bilanz des Unternehmens nicht deponieren können. Diese Frage muss das Kreisgericht klären, bevor es einen Entscheid betreffend der Deponierung der Bilanz und einer allfälligen Konkurseröffnung fällt.

Offene Frage 2: Ist der Vertrag für den nun angefochtenen Verkauf der Rechte an der Wiga durch die Wigab AG überhaupt gültig? Die Klärung dieser Frage der Rechtmässigkeit ist wesentlich für eine Durchführung der Wiga im September 2019 und darüber hinaus. Denn wenn der Vertrag als ungültig erklärt wird, fehlen den drei Käufern schlicht die Rechte an der Wiga 2019.

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