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Ist das Gamen für unsere Kinder schädlich?

Markus Büchel hielt für die Elternbildung Werdenberg kürzlich ein Referat zum Thema «Tablet, Smartphone, Gamekonsole» und sensibilisierte mit Beispielen aus seiner Erfahrung als langjähriger Jugendarbeiter. Grundsätzlich sei Gamen nicht schädlich und per se nicht schlecht, sagte Büchel unter anderem.

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Jugendarbeiter Markus Büchel sensibilisierte die Teilnehmenden für Gefahren im Internet.

Jugendarbeiter Markus Büchel sensibilisierte die Teilnehmenden für Gefahren im Internet.

Bild: PD

(pd) «Wie haben wir aufgeatmet, als Ende April die Nachricht kam, dass endlich Veranstaltungen in der Erwachsenenbildung und somit auch unsere Elternbildungsreferate wieder stattfinden dürfen», schreibt die Elternbildung Werdenberg in einer Medienmitteilung. Am 4. Mai war es so weit: Der seit langem geplante und von vielen Eltern gewünschte Vortrag zum Thema digitale Medien konnte durchgeführt werden.

Der erfahrene und beliebte Referent Markus Büchel gestaltete den Abend zum Thema «Tablet, Smartphone, Gamekonsole» – Umgang mit digitalen Medien im Kindergarten- und Primarschulalter. Er fesselte das interessierte Publikum vom ersten bis zum letzten Wort.

Das Gamen folgt nach Spielen im Freien und Sport

Zu Beginn wurden die Wünsche und Ziele der Anwesenden abgeholt und der Referent verschaffte einen guten Überblick über das komplexe und breit gefächerte Thema der digitalen Medien. Anhand einiger Zahlen und Auswertungen aus aktuellen Erhebungen und Statistiken aus Befragungen von Kindern im Alter zwischen 6 und 13 Jahren wurde klar, dass die in diesem Alter beliebtesten Freizeitbeschäftigungen, wie schon in früheren Jahren, nach wie vor das Spielen im Freien und mit Freunden sowie sportliche Betätigung sind. Danach folgt dann aber schon das Gamen und Filme schauen, knapp vor dem Bücher lesen.

Eine Empfehlung des Referenten: Präsent sein, sich den Interessen des Kindes annehmen, auch mal zusammen ein Game spielen.

Eine Empfehlung des Referenten: Präsent sein, sich den Interessen des Kindes annehmen, auch mal zusammen ein Game spielen.

Lisa F. Young

Wenn danach gefragt wurde, wofür Kinder in diesem Alter die meiste Freizeit verbrauchen, kam an erster Stelle: für Hausaufgaben. Also ganz so sehr in Besitz genommen von den digitalen Medien, scheinen die Kinder nun doch noch nicht zu sein, wie man manchmal den Eindruck vermittelt bekommt.

Cyber-Mobbing, Sexting, strafbare Handlungen: Das Internet birgt Gefahren für Kinder

Doch bekannterweise bergen neue Medien auch Gefahren, daher ist es für Eltern heute unabdingbar, sich damit auseinanderzusetzen. Wichtig ist, dies auf sachlicher und ganzheitlicher Basis zu tun und nicht einfach alles zu verteufeln, sondern viel mehr Aufklärungsarbeit zu leisten. Markus Büchel empfahl den Teilnehmenden, Kindern und Jugendlichen erst ab der Oberstufe ein eigenes Smartphone zugänglich zu machen.

Vor allem für jüngere Kinder sei der freie Zugang zu unerlaubten, beängstigenden, verstörenden Inhalten im Internet problematisch und der unbegleitete Umgang mit dem Internet birgt schlicht und einfach zu viele Risiken (so zum Beispiel Cyber-Mobbing, Sexting, strafbare Handlungen wie verbotene Bilder verschicken, «gefakte» Darstellungen, etc.). Der Referent konnte mit Beispielen aus seiner langjährigen Erfahrung als Jugendarbeiter die Anwesenden eindrücklich für diese Gefahren sensibilisieren.

Das Internet birgt Risiken wie Cyber-Mobbing oder Sexting.

Das Internet birgt Risiken wie Cyber-Mobbing oder Sexting.

Bild: Fotolia, 60063299

Dabei gehe es nicht darum, alles zu verbieten, sondern die Kinder im Umgang mit der Nutzung von digitalen Medien zu begleiten und zu beaufsichtigen. Präsent sein, sich den Interessen des Kindes annehmen, auch mal zusammen ein Game spielen oder gemeinsam etwas im Internet suchen, eben angeleitet und begleitet, können sehr schöne gemeinsame Erfahrungen schaffen, die die Eltern-Kind-Beziehung stärken. Sinnvoll und wichtig sei es, die Bildschirmzeiten zu limitieren und für Ausgleich zu sorgen.

Macht das Gamen unsere Kinder dumm?

Während des Referats stellt sich die Frage, ob Gamen schädlich sei und es Kinder dumm und aggressiv mache. Grundsätzlich sei Gamen nicht schädlich und per se nicht schlecht, dabei gilt es aber die Altersempfehlungen zu beachten und die Eltern sollen sich ein Bild über die Lieblingsgames ihrer Kinder machen. Entscheidend beim Gamen ist die Häufigkeit und die Dauer, so kann man zum Beispiel vorgängig die Anzahl Runden definieren, die gespielt werden dürfen.

Der Referent empfahl den Eltern, mit den Kindern vorgängig die Häufigkeit und Dauer des Gamens zu bestimmen.

Der Referent empfahl den Eltern, mit den Kindern vorgängig die Häufigkeit und Dauer des Gamens zu bestimmen.

Arthur Gamsa

Es ist von Kind zu Kind unterschiedlich, was guttut und was zu viel ist. Sofern das Kind soziale Kontakte weiterhin pflegt und auch anderen Hobbys nachgeht, die Ausgleich schaffen, ist die Situation noch nicht alarmierend.

Markus Büchel konnte den Teilnehmenden mit dem Referat aufzeigen, wie sie zusammen mit ihren Kindern das umfassende Thema digitale Medien angehen können.

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