Innovation und Kooperationen als Erfolgsrezept: Jubilierende FKL + Partner AG ist im grossen Netzwerk dabei

Die Geomatikfirma FKL + Partner AG feiert das 100-Jahr-Jubiläum und scheint für die Zukunft gerüstet. Technologische Neuerungen und Kooperationen ebnen den Weg in eine erfolgreiche Zukunft.

Hanspeter Thurnherr
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Hansjörg Lutzi, VR-Präsident und Administrativer Leiter (links), und Andreas Morf, Verwaltungsrat und Technischer Leiter, stossen auf die nächsten 100 Jahre von FKL + Partner AG an.

Hansjörg Lutzi, VR-Präsident und Administrativer Leiter (links), und Andreas Morf, Verwaltungsrat und Technischer Leiter, stossen auf die nächsten 100 Jahre von FKL + Partner AG an.

Bild: Hanspeter Thurnherr

Gestern Freitagabend feierte das Vermessungs- und Ingenieurbüro FKL + Partner AG in der Tennishalle in Grabs das 100-Jahr-Jubiläum mit geladenen Gästen.

Mit der AG im Jahr 2002 die nötige Schlagkraft erhalten

Als Einzelfirma 1920 von Hans Eggenberger gegründet, hatte das Büro fast fünf Jahrzehnte den Sitz in Buchs. Dessen Sohn Christian, der 1966 die Firma übernommen hatte, errichtete 1969 ein Bürogebäude am heutigen Standort in Grabs. Mit den Eintritten von Manfred Frei und Ulrich Vetsch als Partner wurde die Kollektivgesellschaft Eggenberger & Co. gegründet und 1992 in die FKL & Partner mit den Gesellschaftern Manfred Frei, Bruno Küng, Werner Leuener und Hansjörg Lutzi umgewandelt.

«Im Jahr 2002 wurde die Firma unter gleichem Namen in eine AG überführt. Damals sahen wir, dass immer mehr kleine Geometerbüros aus Kostengründen und wegen der Herausforderungen bei der EDV aufgaben. Erst als AG war es uns möglich, solche Firmen wie beispielsweise das Altstätter Geometerbüro Graf zu übernehmen», erzählt Hansjörg Lutzi, der heute als Administrativer Leiter und Verwaltungsratspräsident dem Unternehmen vorsteht.

Ab 1965 hielt die EDV Einzug – zuerst mit kleinen Schritten

Im gleichen Jahr erwarb die Firma auch eine Mehrheitsbeteiligung an der Mathias Kreis AG in Sargans. Es folgten Magnetstreifen und Floppy Disks «Wurde früher noch Vieles von Hand geschrieben und gezeichnet, so hielt ab 1965 die EDV Einzug: Kontoblätter mit Magnetstreifen und erste Floppy Disks», erzählt Hansjörg Lutzi. 1972 schaffte das Unternehmen eine eigene EDV-Anlage an.

«1981 kaufte die Firma den ersten Präzisionszeichentisch von der Firma Wild, eine rund 100 000 Franken teure Anschaffung.»

Während die Dienstleistungen im Grundsatz weitgehend dieselben blieben, kam dank der EDV eine neue Aufgabe dazu: ein Landinformationssystem, heute unter dem Begriff GIS bekannt. Lutzi: «Es ermöglicht jedermann, alle Grundeckdaten eines Grundstücks einzusehen. Zudem können Geodaten per Internet gelesen werden.»

Coronajahr hinterliess kaum Spuren

Das für viele Branchen und Unternehmen spezielle «Coronajahr» 2020 hinterliess bei FKL kaum Spuren. Der Verwaltungsratspräsident spricht von einem normalen Jahr: «Im Gegensatz zu Firmen in anderen Branchen oder im Tessin sind wir finanziell kaum betroffen, weil die Arbeiten auf dem Bau in unseren Regionen nicht eingestellt wurden.» Massnahmen mussten gleichwohl ergriffen werden.

Mitarbeiter in der Risikogruppe oder mit Schulkindern arbeiteten im Homeoffice. «Auch ich kam meistens nur morgens früh und abends ins Büro. Es zeigte sich aber bald, dass Mitarbeitende mit Schulkindern nachmittags lieber ins Büro kamen, wo sie mehr Ruhe fanden. Im Juni beendeten wir die Arbeit im Homeoffice», erinnert er sich.

In diesem Jahr «ein wegweisender Entscheid»

In diesem Jahr fiel ein für die Firma «wegweisender Entscheid», wie Lutzi sagt. Acht im Bereich Geomatik tätige Unternehmen aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell vereinbarten eine technologische Zusammenarbeit im Bereich der Geoinformationssysteme (GIS). Dadurch entstand das grösste Netzwerk für Gemeinde-GIS in der Ostschweiz. Lutzi sagt:

«Wir kommen damit vom ‹Gärtlidenken› weg und können unsere Manpower auf die Plattform legen, sodass nicht jeder für sich das Gleiche machen muss.»

Eine weitere Neuerung ist das «Building Information Modeling» (BIM). Es ermöglicht die dreidimensionale Darstellung von Werkleitungen im Boden. «Dies bringt eine bessere Übersicht im Leitungskataster und eine höhere Planungssicherheit für Erneuerungsinvestitionen bei den Werkleitungssystemen», erklärt Hansjörg Lutzi im Gespräch mit dem W&O. Die derzeit 23 Mitarbeitenden von FKL werden entsprechend ausgebildet.