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Initiative für einen Badesee in Grabs spaltet Geister

An einem Informationsabend wurden engagiert Argumente für und gegen die Initiative «Erstellung einer natürlichen Bademöglichkeit in Grabs» vorgebracht und diskutiert. Die Bürgerschaft stimmt am 23. September darüber ab.
Thomas Schwizer
In der Vorstudie wird die Wiese der Graber Hallen-Genossenschaft (links neben dem Weg), südlich des Fussballplatzes, als Standort für einen Natur-Badesee untersucht. Vier weitere Standorte werden als Alternativen aufgeführt. (Bild: Thomas Schwizer)

In der Vorstudie wird die Wiese der Graber Hallen-Genossenschaft (links neben dem Weg), südlich des Fussballplatzes, als Standort für einen Natur-Badesee untersucht. Vier weitere Standorte werden als Alternativen aufgeführt. (Bild: Thomas Schwizer)

Hat es genügend Bademöglichkeiten in der Region? Würde die Attraktivität von Grabs steigen, wenn man eine eigene Bademöglichkeit im Dorf hätte? Wie hoch wären die Betriebs- und Unterhaltskosten? Das waren drei Fragen, die am Mittwochabend im Kirchgemeindehaus diskutiert wurden. Es zeigte sich, dass sich die meisten der rund 60 Teilnehmenden bereits im Vornherein ihre Meinung gebildet hatten.

Einleitend informierte Gemeindepräsident Niklaus Lippuner über die Abstimmungsvorlage. Der Gemeinderat lehnt das Initiativbegehren ab. Es sei nicht die Aufgabe der Gemeinde, einen Badesee zu erstellen und zu betreiben. Der Rat habe dies schon von der Grundidee an klar kommuniziert. Dass die Gemeinde sich nun mit 900 000 Franken an den Erstellungkosten von 1,755 Millionen Franken – mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 25 Prozent – beteiligen soll, lehnt er deshalb ab.

Fachleute erstellten ein Vorprojekt

Diese Zahlen stehen im Vorprojekt, das Fachleute in der Arge Badesee erarbeiteten, darunter der Planer des Badesees im liechtensteinischen Gamprin. Die Grabser Hallengenossenschaft (GHG) ist Besitzerin der Parzelle beim Fussballplatz, die für den Badeseestandort im Vordergrund steht.

GHG-Präsident Marco Büchel erklärte, warum die Kosten gegenüber den Schätzungen im Grobkonzept deutlich gestiegen sind. Die Fachleute hätten festgestellt, dass die Badefläche grösser sein müsse, damit das Wasser auch bei anhaltender Hitze nicht «kippe» – und damit die Kapazität ausreiche. Die Initiative ist am 12. Dezember 2017 mit 563 gültigen Unterschriften eingereicht worden.

Die Position der Initianten vertrat Martin Zwahlen, Präsident des Fördervereins Badesee Grabs. Wesentlich sei, dass es am 23. September nur um einen Grundsatzentscheid gehe und dass nicht über das Vorprojekt abgestimmt werde, betonte er (siehe Kasten).

Unterhaltskosten werden höher ausfallen

Die Betriebs- und Unterhaltskosten sind im Vorprojekt mit knapp 57 000 Franken aufgeführt. Hier zeigte die Diskussion, dass dafür wohl deutlich höhere Kosten für die Gemeinde zu erwarten seien.

Befürworter der Initiative betonten, die Gemeinde Grabs könne und solle sich dies leisten. Auf längere Sicht sei das Projekt finanziell tragbar und lohne sich. Mit einem Badesee steige die Wohnqualität von Grabs. Kritiker führten ins Feld, es gebe in der Region genügend Bademöglichkeiten.

Verein kann Haftung nicht tragen

Meinungsunterschiede gab es auch betreffend der nötigen Grösse eines natürlichen Badesees mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich und der Notwendigkeit eines Bademeisters.

Anfangs wollte der Förderverein den Badesee selbst realisieren und führen. Robert Vetter, Präsident des Initiativkomitees, führte aus, dass dies – neben den Kosten – aus Haftungsgründen nicht zu stemmen sei. Ein Vereinsvorstand müsste bei Unfällen persönlich haften. Bei einer Gemeinde sei dies anders.

Als weiterer Kritikpunkt an der Initiative wurde vorgebracht, dass der Badesee gemäss dem Vorprojekt, das für den Standort beim Fussballplatz erstellt worden ist, hier mit wertvollem Trinkwasser gefüllt werden müsste und kein geeignetes Grundwasser vorhanden sei. Nach einem engagierten, aber sachlichen Abend konnten die Diskussionen pro und contra Initiativbegehren bei einem von der Gemeinde offerierten Apéro weitergehen.

Nur ein Grundsatzentscheid oder mehr?

Die Initianten betonten an der Informationsveranstaltung, dass es am 23. September nicht um eine Abstimmung über das vorliegende Vorprojekt gehe. Es gehe ausschliesslich um den Entscheid, ob in Grabs eine natürliche Bademöglichkeit erstellt werden soll. Wenn das Volk an der Urnenabstimmung dazu Ja sagt, sei das der Auftrag an den Gemeinderat, eine Vorlage auszuarbeiten und der Bürgerschaft zur Abstimmung vorzulegen. Sie könne dann zu einem konkreten Projekt Ja oder Nein sagen. Der Gemeinderat dagegen interpretiert den Initiativtext anders. Das Vorprojekt, das die Arge Badesee Grabs erstellte, bilde gemäss Initiativtext die Grundlage für eine der Gemeindegrösse angepasste Bademöglichkeit, stellte Gemeindepräsident Niklaus Lippuner fest. Im Text sei zwar festgehalten, dass Standort, Grösse und Ausgestaltung angepasst werden könnten. Aber die gesamte Formulierung bestärke den Gemeinderat in seiner Überzeugung, dass bei einem Ja ein Projekt auf der Grundlage dieses Vorprojektes ausgearbeitet werden müsse. Martin Zwahlen vom Förderverein Badesee beharrte auf der Interpretation: Es gehe am 23. September nur um einen Grundsatzentscheid «Badesee Ja oder Nein». (ts)

Mögliche Standorte für Badesee Grabs

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