Informationen über das Berufkraut zeigen Wirkung

Der ausführliche Artikel vom vergangenen Samstag im W&O zum Thema invasive Neophyten und zum Berufkraut zeigt Wirkung, wie ein Beispiel aus dem Büsmig beweist.

Heidy Beyeler
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Stark von Berufkraut betroffene Stelle. (Bild: Corinne Hanselmann)

Stark von Berufkraut betroffene Stelle. (Bild: Corinne Hanselmann)

Nur einen Tag nach Erscheinen des Berichts entdeckten Spaziergänger einen idyllischen Fleck Natur am Waldesrand des Weilers Büsmig – mit dem wohl kleinsten Rebberg der Region. Sensibilisiert durch den Bericht waren die Spaziergänger überrascht über das flächendeckende Vorkommen der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Berufkrautpflanze auf dem genannten Areal.

Sie hielten an, diskutierten mit dem Besitzer, der dieses Plätzchen als sein Paradies geniesst. Das war nicht ganz einfach. Der ältere Mann freute sich derart über die vielen schönen blühenden Pflanzen und sagte:

«Eine solch schön blühende Wiese habe ich seit 40 Jahren nicht erlebt.»

Er war überzeugt, dass es sich hier um eine hochwachsende Kamille handelt und freute sich über das vermeintliche Heilkraut.

Zuvor vom Berufkraut noch nie etwas gehört

Doch nicht jede Pflanze, die im Garten ein schönes Dekor fürs Auge bildet, ist gut für unsere einheimische Pflanzen. Der Mann hatte offensichtlich den Bericht im W&O nicht gelesen. Vom Berufkraut habe er noch nie etwas gehört. Er verstand im Moment des Gespräches die Welt nicht mehr. Auch sein anwesender Sohn war über die Neuigkeit zum Thema Berufkraut völlig perplex. Die Überraschung führte dazu, dass sie den Aufenthalt in ihrem «Paradies» ziemlich schnell beendeten.

Drei Tage später standen frühmorgens zwei Söhne des Besitzers auf dem Gelände und rissen all die vielen, vielen Berufkrautpflanzen aus und entsorgten sie wie gewünscht: Im Kehrichtsack für die Verbrennung.
Im Fall Büsmig hat die Sozialkontrolle gewirkt. Wer das Berufkraut in seinem Garten konsequent ausreisst und nicht auf den Kompost schmeisst, erfüllt einen Beitrag zur Bekämpfung von Neophyten und insbesondere vom Berufkraut.

Keine einmalige Sache

Nach der Begegnung und dem Gespräch mit den Besitzern des betroffenen Areals in Büsmig wurde das Feld vom Berufkraut befreit. Dass es damit allerdings nicht getan ist, wird sich zeigen. Wer das Berufkraut nicht mit der Wurzel ausreisst oder einfach abschneidet, wird Wunder erleben. Damit wird das Kraut gestärkt. Es bildet geradezu buschartige Pflanzen mit einem unerschütterlichen Potenzial.