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Information wird immer wichtiger

Die Menschen interessieren sich für den Wald – mehr als früher wollen sie heute wissen, warum Bäume gefällt oder Waldwege gesperrt werden. Für die Waldarbeiter kann dies zur Herausforderung werden.
Jessica Nigg
«Wieso vergammelt hier ein riesiger Haufen Holz?» – Der Revierförster liefert die Antwort per Schild.
Revierförster Ernst Vetsch und seine Kollegen versuchen möglichst gut über Waldarbeiten zu informieren.
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Information wird immer wichtiger

«Die Nutzfunktion des Waldes wird für viele Leute immer nebensächlicher, wenn nicht sogar störend», erklärt Ernst Vetsch, der Revierförster von Wartau. Die Menschen suchen im Wald Erholung und wollen sich dort auch uneingeschränkt bewegen. «Dafür haben wir Verständnis. In der Schweiz darf jeder in den Wald, das ist per Gesetz so geregelt.» Grundsätzlich sei ein freies Betretungsrecht natürlich zu begrüssen. Allerdings gibt er zu bedenken, dass sich auch ein gewisses Konfliktpotenzial zwischen «freiem Streifen durch die Wälder» und der Holznutzung ergebe.

Ernst Vetsch ist es ein grosses Anliegen, dass die Besucherinnen und Besucher des Waldes, verstehen, dass es bei der Nutzung des Waldes nicht nur darum gehe, Geld zu generieren. Das Erholungsgebiet Wald wird durch den von uns getätigten Holzschlag gepflegt und erhalten. «Ein Wald der schön aussieht, vielseitig und grün, das ist ja das, was den Leuten gefällt», so Vetsch. Ganz anders als «verwilderte» Wälder, wo tote Äste herumliegen und wo vor lauter Büschen und Dornen an kein Durchkommen mehr zu denken ist.

Gewisse Skepsis ist vorhanden

Zwar müsse man sich bei Waldarbeiten noch nicht gerade für jeden Baum rechtfertigen, den es zu fällen gelte; aber es gebe immer wieder Diskussionen. «Dies vor allem dann, wenn wir mit unseren Fahrzeugen im nassen Waldboden Spuren hinterlassen oder die Strassen verschmutzen», so Vetsch. Anders als bei Baustellen im Siedlungsgebiet werde hier die Notwendigkeit des Tuns deutlich hinterfragt. Das Interesse – aber auch die Skepsis bezüglich Waldarbeiten sei gross.

Die Leute wollen ganz genau wissen, welche Art von Arbeiten ausgeführt werden und aus welchem Grund. «Wieso holzen die jetzt schon wieder – obwohl hier erst gerade vor fünf Jahren Bäume gefällt wurden?» oder «Wieso weiss ich nichts davon?» lauten die häufigsten Fragen angesichts einer Strassensperrung wegen Holzarbeiten.

Um die Bevölkerung über Waldarbeiten zu informieren, werden Inserate publiziert. Darin ist zu lesen wo und in welchen Zeitraum mit Behinderungen zu rechnen ist. «Ob das allerdings viel bringt, weiss ich nicht», gibt Vetsch zu bedenken. Das Inserat werde nur einmal veröffentlicht. Die Behinderungen beständen aber jeweils über einen längeren Zeitraum. «Da ist es nicht verwunderlich, wenn ein Waldbesucher diese Information nicht mitkriegt und dann vor einer Schranke steht.» Wie der Revierförster weiter ausführt, können die Emotionen auch mal hochkochen und der Ton, den die Zurückgehaltenen anschlagen, rauer werden. «Da gibt es schon den einen oder anderen, der eine gewisse Strasse um neun Uhr und nicht zehn Minuten später befahren will, weil sonst sein Zeitmanagement nicht mehr aufgeht», berichtet Vetsch. Er erinnert sich an einen Holzerkurs für Lernende im Nachbarrevier. «Dort wurde der Durchgang mittels Funkgeräten durch Asylbewerber geregelt: «Wir haben den Verkehr wechselseitig alle paar Minuten rollen lassen. Es war nicht schön, was sich die Flüchtlinge bei dieser Aktion anhören mussten.» Das Niveau der Schimpftiraden sei dabei deutlich tiefer als deren Lautstärke gewesen. «Da sind natürlich unsere Leute gefordert, ruhig zu bleiben und sachlich über die Behinderungen zu informieren.

Nicht nur ein Hindernis

Abschliessend stellt Vetsch noch einmal klar, dass die wenigsten Holzschläge aus rein wirtschaftlichen Gründen vorgenommen werden. «Die Waldarbeiten inklusive Strassensperrungen sind auch ein Dienst jenen, die den Wald geniessen wollen; egal ob Wanderer, Biker, Pilzsammler oder Ornithologen.» Durch eine Sperrung werden sie davor geschützt, von einem fallendem Baum verletzt oder erschlagen zu werden. Mit dem Holzschlag wiederum wird der Wald gepflegt und im Endeffekt in seiner Schönheit erhalten. Bis diese Erkenntnisse bei der breiten Öffentlichkeit angekommen seien, brauche es aber noch einiges an Aufklärungsarbeit.

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