Viel Engagement für die Öffentlichkeit: Walter Hofstetter ist in Wildhaus verankert

Das oberste Toggenburg bedeutet für Walter Hofstetter und seine Familie Heimat. Dank Reisen und der Bereitschaft, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, geht der Blick aber über den Tellerrand hinaus.

Adi Lippuner
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Walter Hofstetter, Präsident der Bürgermusik Wildhaus und der Katholischen Kirchgemeinde, vor seinem Haus an der Schönenbodenstrasse. (Bilder: Urs Bucher)

Walter Hofstetter, Präsident der Bürgermusik Wildhaus und der Katholischen Kirchgemeinde, vor seinem Haus an der Schönenbodenstrasse. (Bilder: Urs Bucher)

In Wildhaus nahe der Wildenburg ist er aufgewachsen und in Unterwasser hat er die Schreinerlehre absolviert: Die jungen Jahre verbrachte Walter Hofstetter vorwiegend im Obertoggenburg. Doch dann zog es den Berufsmann über die Talgrenzen hinaus, er engagierte sich beruflich, wurde Montageleiter und damit erweiterte sich der geografische Einsatzhorizont.

«Schreiner sein bedeutet, am Abend zu sehen, was tagsüber gemacht wurde. Es ist eine befriedigende Arbeit und Holz ist ein faszinierender Werkstoff.»

Seit der Jahrtausendwende ist der Wildhauser für die Blumer Techno Fenster AG, Waldstatt, im Einsatz. Er akquiriert Kunden, pflegt den Kontakt zu Architekten und Bauherren, berechnet Angebote, führt Verhandlungen und beaufsichtigt auch die auszuführenden Arbeiten. «Dies alles vom Homeoffice in Wildhaus aus, ich habe sozusagen einen Vertrauensposten innerhalb des Unternehmens», so lautet seine Aussage.

In der Öffentlichkeit wird Walter Hofstetter vor allem mit seinen Funktionen als Präsident der Bürgermusik Wildhaus, als Präsident der katholischen Kirchgemeinde Wildhaus und seit Jahresbeginn auch als Mitglied des Gemeinderats Wildhaus-Alt St.Johann wahrgenommen. Doch dies allein macht die Persönlichkeit des im Jahr 1968 geborenen Mannes nicht aus. Er ist auch durch und durch Familienmensch. Zusammen mit Ehefrau Rosmarie, auch sie eine Obertoggenburgerin, hat er vier Kinder, zwei Burschen und zwei Töchter. «Wir geniessen das Zusammensein und werden auch diesen Sommer wieder Familienferien verbringen. Wer weiss, vielleicht wird es nicht mehr oft gemeinsame Reisen geben, denn unser Ältester ist bereits 18.»

Walter Hofstetter ist Präsident der katholischen Kirchgemeinde Wildhaus.

Walter Hofstetter ist Präsident der katholischen Kirchgemeinde Wildhaus.

Jüngster in einer Bauernfamilie

Auf seine Kinder- und Jugendjahre blickt der Wildhauser mit Dankbarkeit zurück. «Als Jüngster der Familie durfte ich eine unbeschwerte Zeit geniessen und schon früh mit dem älteren Bruder bei der Blasmusik mittun.» Dies habe ihm die Möglichkeit eröffnet, «unter die Leute zu kommen». Gelernt hat der heutige Präsident der Bürgermusik zuerst Flügelhorn, und zwar bei Gottlieb Gebert. «Damals war es üblich, dass die Ausbildung vereinsintern erfolgte und die Jungen so bald wie möglich im Musikkorps Aufnahme fanden», blickt er auf seine Anfänge zurück.

Dass es das Flügelhorn war, bezeichnet er als Zufall. «Ich wollte einfach ein Blechblas- und nicht ein Holzinstrument, ansonsten hatte ich keine besonderen Wünsche», erinnert er sich. Heute können Kinder und Jugendliche nebst dem Besuch der Musikschule auch von der Förderung innerhalb der Bürgermusik profitieren und bereits nach kurzer Zeit schon die ersten Auftritte vor Publikum erleben.

«Da hat sich vieles verändert und wir freuen uns, wenn die Jungen Freude an der Musik haben.»

Auf die Frage, was ihm Musik bedeute, sagt Walter Hofstetter: «Der Zusammenhalt im Verein, die gemeinsame Arbeit für ein Ziel und die Freude, wenn ein Unterhaltungsabend oder die Teilnahme an einem Kreis-, Kantonal- oder gar einem Eidgenössischen Musikfest mit einer guten Note bewertet wird, spornt mich immer wieder an. Zudem habe ich im Vorstand ein tolles Team.»

Familienrefugium geschaffen

Während zwei Jahren, noch vor der Heirat mit Rosmarie, lebten die beiden aus beruflichen Gründen in Herisau. «Doch an den Wochenenden zog es uns immer wieder ins oberste Toggenburg. Rosmarie war mit ihrer Familie in Alt St.Johann verbunden und ich mit Wildhaus. Dann entdeckten wir das ältere Haus an der Schönenbodenstrasse und stellten uns vor, dass wir an diesem Platz ein Daheim schaffen könnten.» 1999 wurde das prägende Jahr, das Haus konnte gekauft werden und zudem läuteten im September die Hochzeitsglocken.

Der Umbau erfolgte schrittweise, «zu Beginn war es nicht besonders komfortabel, doch wir hatten unser eigenes Haus mit Umschwung», blickt Walter Hofstetter auf den Beginn der Familiengründung zurück. Die vier Kinder Pascal (18), Luca (16), Stefanie (14) und Leonie (13) leben zu Hause. Und auch wenn alle sportlich sehr engagiert sind: Gemeinsame Zeiten und Familienausflüge werden von allen genossen. Inzwischen ist das Haus renoviert und bietet nicht nur genügend Platz für die Familie. Der Hausherr hat auch sein Büro mit separatem Eingang und kann so seine beruflichen Herausforderungen bewältigen.

Die Kirche im Dorf

Wildhaus gehört zu den Dörfern, die im Zentrum über zwei Kirchen verfügen. Für die katholische ist Walter Hofstetter als Präsident – zusammen mit seinem Kirchenverwaltungsrat – verantwortlich. «Ich wurde katholisch erzogen und fühle mich im Glauben aufgehoben. Zudem ist es mir ein Anliegen, nicht nur die gute Zeit zu geniessen, sondern mich auch für die Gemeinschaft zu engagieren», so seine Ansicht. Zudem gehe es einem Grossteil der Bevölkerung sehr gut; sicher einer der Gründe, weshalb der Glaube heute nicht mehr die gleiche Bedeutung habe wie vor Jahrzehnten. Auch in diesem Gremium dürfe er auf ein engagiertes Team zählen.

«Dörflidenken» durchbrechen

Wer sich für die Gemeinschaft engagiert, kommt früher oder später auch mit der Politik in Kontakt. Bei Walter Hofstetter war es zuerst der Schulrat und dann, im Jahr 2018, mit Amtsantritt im Januar dieses Jahres, der Gemeinderat. «Heute können auch Parteilose kandidieren, früher musste man in einer Partei sein und so lag es für mich nahe, der CVP beizutreten.»

«Die christliche Partei mit ihren Werten entspricht meinem Denken, und ohne mich stramm nach der Parteidoktrin auszurichten, fühle ich mich in diesem Umfeld wohl.»

Als neu gewählter Gemeinderat ist es ihm ein Anliegen, das heute in der fusionierten Gemeinde noch in vielen Köpfen herrschende «Dörflidenken» zu durchbrechen. «Mein Wunsch ist es, dass die Dörfer Wildhaus, Unterwasser und Alt St.Johann nicht nur politisch, sondern auch im Denken und Handeln der Bevölkerung zu einer Einheit werden.» Zudem sei ihm der soziale Aspekt in der Gemeinde wichtig.

«Jung und Alt sollen sich wohlfühlen, und grundsätzlich haben wir auch allen Grund dazu, denn das Leben im obersten Toggenburg ist sowohl für die Arbeit als auch für die Gestaltung der Freizeit ideal.»