In Grabs wird am 19. April über drei «Spezialanträge» abgestimmt

Die Grabser Bürgerschaft stimmt am 19. April über Steuerfuss-Senkung, ein Regenwasserpumpwerk und eine Revitalisierung ab.

Thomas Schwizer
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Mit dem Regenwasserpumpwerk Wetti soll bei Hochwasser im Wettibach ein Rückstau verhindert werden.

Mit dem Regenwasserpumpwerk Wetti soll bei Hochwasser im Wettibach ein Rückstau verhindert werden.

Bild: Thomas Schwizer

Am 19.April wird als Folge des Versammlungsverbots des Bundes an der Urne über die Anträge der Politischen Gemeinde Grabs abgestimmt. Dies erfolgt anstelle der ursprünglich für den 1.April geplanten Bürgerversammlung, die wegen der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nicht durchgeführt werden konnte.

Abgestimmt wird an der Urne über die Jahresrechnung mit einem Überschuss von 5,949 Millionen Franken. Darin sind allerdings Ablieferungen von 3,608 Millionen von den Technischen Betrieben (TBG) enthalten. Dies geschah als Folge der Umstellung der TBG auf das Rechnungsmodell St.Galler Gemeinden.

Steuerfuss soll um 10 auf neu 110 Prozent sinken

Auch ohne diesen unerwarteten Zuschuss fiel das Jahresergebnis 2019 der Politischen Gemeinde Grabs mit einem Überschuss von 2,34 Millionen Franken um 1,69 Millionen besser aus, als budgetiert war. Wegen des guten Abschlusses, und weil das Eigenkapital Ende 2019 auf 35,145 Millionen gestiegen ist, schlägt der Gemeinderat der Bürgerschaft im Budget und Steuerplan eine Steuerfussreduktion von heute 120 auf 110 Prozent vor. Trotzdem erwartet er im Jahresbericht, der noch vor der Coronakrise verfasst worden ist, für 2020 einen leichten Ertragsüberschuss.

Wie die anderen fünf Werdenberger Gemeinden beantragt auch der Gemeinderat Grabs, den Zweckverband Logopädische Vereinigung Werdenberg aufzulösen, weil dessen Notwendigkeit nicht mehr gegeben sei und die Gemeinden die Dienstleistungen neu selbst erbringen werden.

Regenwasserpumpwerk Wetti gegen Rückstau

Die Bürgerschaft von Grabs entscheidet am 19.April an der Urne auch über zwei Gutachten und Anträge. Für das Regenwasserpumpwerk Wetti beantragt der Gemeinderat einen Investitionsbruttokredit von 1,265 Millionen Franken. Nach dem, gemäss betroffenem Gemeindegebiet errechneten Anteil der Stadt Buchs von 212000 Franken verbleiben für Grabs Nettokosten von 1,053 Millionen.

Mit dem Bau des neuen Regenwasserpumpwerks kann der Rückstau ins Meteorwassersystem verhindert werden, der durch Hochwasser am Wetti- bach immer wieder bei zahlreichen Liegenschaften von Grabs und Buchs zu einem Wassereintritt führt.

Revitalisierung Mittellauf des Grabserbachs

Einen Bruttokredit von 1,33 Millionen Franken beantragt der Gemeinderat für das Projekt «Revitalisierung Mittellauf Grabserbach». Nach Abzug von Beiträgen durch Bund, Kanton und Stiftungen/Fonds wird mit Nettokosten für die Gemeinde von 640000 Franken gerechnet.

Der Bach biete mit dem breiten Windschutz-Gehölzstreifen sehr gute Voraussetzungen für eine Revitalisierung, heisst es im Gutachten. Vertiefungen und Aufweitungen sollen den Lebensraum für die Gewässerfauna verbessern und das Gewässer auf einer Strecke von 600 Metern landschaftlich als Naherholungsraum aufwerten, also insbesondere auch eine landschaftliche Aufwertung bringen.

Die Revitalisierung ergänze die bereits getätigten Aufwertungsmassnahmen am Unterlauf des Grabserbachs und den neu geschaffenen Gewässerlebensraum am Werdenberger Binnenkanal in Buchs. «Zusammen mit der Revitalisierung an der Simmi und weiteren geplanten Aufwertungen am Binnenkanal entsteht so ein grossräumiges ökologisches Netzwerk mit entsprechend positiven Auswirkungen», heisst es im Gutachten.