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«Nicht jeder Räuber kann ein Auto stehlen»: Täter von Sevelen hatten wohl Komplizen +++ Fluchtauto noch immer nicht gefunden

Beim Überfall einer Filiale der St.Galler Kantonalbank am Donnerstag sind mehrere zehntausend Franken erbeutet worden. Die Grossfahndung nach den zwei Tätern – die sich als Polizisten verkleidet hatten – verläuft bislang erfolglos. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter Komplizen hatten.

Philipp Wolf
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Auch zwei Tage nach dem Bankraub in Sevelen fehlt von den beiden Tätern nach wie vor jede Spur. Auch das Fluchtauto – ein älterer blauer Skoda Octavia – wurde noch nicht gefunden. «Die Ermittlungen laufen», sagt Markus Rutz, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, am Samstag auf Anfrage. Aber es gebe bisher keine weiteren Anhaltspunkte.

Am Freitag sagte Hanspeter Krüsi, ebenfalls Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, dass man mehreren Hinweisen nachgehe, die bisher eingegangen waren.

Die Polizei geht davon aus, dass die zwei Bankräuber für ihre Tat Komplizen hatten. Davon ausgehend, dass das Fluchtauto mit gefälschtem Nummernschild gestohlen ist, sagt Krüsi:

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher Kantonspolizei St.Gallen.

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher Kantonspolizei St.Gallen.

Bild: pd
«Nicht jeder Räuber kann auch ein Auto stehlen.»

Um ein Nummernschild zu fälschen, ein Auto zu klauen und eine Bank auszurauben, braucht es ganz unterschiedliches Knowhow. Alleine schon deshalb sei davon auszugehen, dass die zwei Räuber bei der Planung und Umsetzung des Banküberfalls nicht alleine waren, so Krüsi.

Grossfahndung nach wie vor im Gang

Die interkantonale Grossfahndung geht derweil weiter. Bereits am Donnerstag wurde das Grenzwachtkorps alarmiert und auch die Polizeikorps der Nachbarländer informiert. Denn laut Krüsi besteht die Möglichkeit, «dass sich die Täter ins Ausland abzusetzen versuchen».

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Bild: PD

Die Täter, die mehrere zehntausend Franken in bar erbeutet haben, gingen beim Überfall äusserst dreist vor. Krüsi sagt:

«So etwas haben wir im Kanton St.Gallen in dieser Dreistigkeit und Professionalität noch nie erlebt.»

Die beiden Verdächtigen seien sehr professionell vorgegangen und hätten sich als Polizisten verkleidet. Sie hatten die Ausrüstung von Interventionseinheiten kopiert. Die beiden trugen schwarze Kleidung mit der Aufschrift «Polizei». Dazu hatten sie schwarze Helme, Sturmhauben und Kampfstiefel an und waren je mit einer Faustfeuerwaffe bewaffnet. Der Banküberfall dauerte nur wenige Minuten und während des Überfalls war ausser den Angestellten niemand in der Filiale, präzisiert Mediensprecher Krüsi. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei sucht Zeugen

Krüsi sagt zu den Tätern weiter:

«Die Verdächtigen scheuen keinen Aufwand. Sie sind entschlossen und gefährlich.»

Die Täter sind ca. 175 und 180 cm gross und hatten eine rote Denner-Tasche mit einem weissen Schweizerkreuz dabei. Sie sprachen gebrochen Deutsch. Personen, die Angaben zum Tathergang, dem Fluchtauto oder den beiden Verdächtigen machen können, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei St.Gallen, Telefon 058-229-49-49, zu melden.

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