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In Buchs mit «Flums» gedroht

Das Kreisgericht in Mels hat einen Mann schuldig gesprochen, der eine Sozialarbeiterin bedroht hatte. Sie provoziere einen neuen «Fall Flums», hielt er ihr vor, mit Blick auf den Amoklauf vom Oktober 2017, der die Region erschüttert hatte.
Reinhold Meier
Die Drohung des arbeitslosen Angeklagten gegenüber einer Mitarbeiterin des Sozialamts Buchs befand das Gericht als schwerwiegend und keinesfalls als Bagatelle. (Bild: Edler von Rabenstein)

Die Drohung des arbeitslosen Angeklagten gegenüber einer Mitarbeiterin des Sozialamts Buchs befand das Gericht als schwerwiegend und keinesfalls als Bagatelle. (Bild: Edler von Rabenstein)

Die Erinnerung und auch die Betroffenheit waren bei allen Beteiligten noch ganz frisch. Wenige Tage nach dem Amoklauf von Flums, sah sich der arbeitslose Angeklagte vom Sozialamt Buchs benachteiligt. Ihm stehe mehr zu als nur ein geringer Pauschalbetrag für seine Fahrtkosten zum Beschäftigungsprogramm, reklamierte er lauthals bei der zuständigen Kollegin. Als diese auf die Vorgaben verwies, mochte der heute 60-jährige sich erst recht nicht beruhigen.

Sie solle sich das gut überlegen, wenn sie Weihnachten noch feiern möchte, dröhnte er. Es könne sein, dass mal jemand mit der Motorsäge komme. Und, der Höhepunkt: Sie provoziere mit ihrem Verhalten einen Amoklauf wie jenen, vorige Woche in Flums. Dann verfügte er sich aus den Amtsräumen. Die Mitarbeiterin aber erstattete Anzeige wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Dies wohl auch eingedenk ähnlicher Situationen, die zuletzt landesweit mehrfach Aufmerksamkeit erregt und die Frage nach der Sicherheit von Behördenmitarbeitern aufgeworfen hatten.

Keinesfalls Bagatelle

An Schranken bestritt der Beschuldigte alle Vorwürfe, präsentierte sich aber auch hier als eher leicht erregbar. Deutlich wurde zudem, dass es der Mann, inzwischen IV-Rentner, wohl nie wirklich leicht gehabt hatte, beruflich nicht, familiär nicht, persönlich nicht. Gleichwohl müsse er sich bewusst sein, dass sein Verhalten in keinster Weise geduldet werden könne, so die Anklage. «Das hat keinesfalls Bagatellcharakter und muss sehr ernst genommen werden».

Das Gericht folgte letztlich der Anklage und zeigte sich von der Schuld des Mannes überzeugt. Dies nicht zuletzt, weil Mitarbeitende von Sozialämtern durchaus öfter mal schwierige Situationen erlebten und nicht wegen jeder Bagatelle Anzeige erstatteten. Wenn dies aber geschehe, wie in diesem Fall, gebe es dafür einen handfesten Grund. Wie beantragt, wurde eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 30 Franken festgesetzt, dies bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Allerletzte Chance

Auch wenn die persönliche Situation des Mannes schwierig sei, so dürfe man solche Drohungen einfach nicht ausstossen, hiess es. Von einer zusätzlichen so genannten Verbindungsbusse über 600 Franken sah das Gericht jedoch ab. Eine solche kann ausgefällt werden, um dem Urteil weiteren Nachdruck zu verschaffen. Dieser schien aber im konkreten Fall nicht nötig, da die Verfahrenskosten von 2.400 Franken bereits genügend schmerzen dürften.

Der Beschuldigte blickt zwar auf eine Vorstrafe zurück, diese betrifft jedoch ein länger zurückliegendes Konkursverfahren und gilt nicht als einschlägig. Darum konnte im aktuellen Fall die Geldstrafe gerade noch «bedingt» ausgesprochen werden, wie es ferner hiess. «Im Sinne einer allerletzten Chance», wie die Anklage im Fettdruck festgehalten hat.

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