Immer mehr junge Spitzensportler

Die Anzahl junger Athleten an Sportschulen steigt im Kanton St. Gallen seit sechs Jahren kontinuierlich an. Die Oberstufen Nesslau und Gams bemerken jedoch kaum etwas von diesem Aufwärtstrend.

Miriam Cadosch
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Drei Sportschüler besuchen die Oberstufe Widem in Gams. (Bild: PD)

Drei Sportschüler besuchen die Oberstufe Widem in Gams. (Bild: PD)

144 Schülerinnen und Schüler haben im Kanton St. Gallen im vergangenen Sommer die Oberstufe an einer Sportschule begonnen. Die Zahl steigt, gemäss dem kürzlich erschienenen Monitoringbericht über die Volks- und Mittelschulen, seit sechs Jahren kontinuierlich an. «Erstens hat sich die Talentschullandschaft im Bereich Sport in den vergangenen Jahren ständig vergrössert und qualitativ weiterentwickelt. Zweitens unternehmen die Sportvereine grosse Anstrengungen im Bereich der Jugendförderung», erklärt Alexander Kummer, Leiter des Amtes für Volksschule, die steigende Anzahl Talentschüler. Zusammen mit dem Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung führe dies dazu, dass immer mehr Jugendliche Sport treiben.

Im Kanton St. Gallen gibt es zehn Sportschulen. Zwei davon befinden sich in Nesslau und in Gams. Diese Schulen bieten jungen Talenten ein spezielles Programm, das den Schulunterricht mit den Trainingsstunden kombiniert. Die Talente besuchen die reguläre Oberstufenklasse, erhalten jedoch einen Stundenplan, in dem die Trainingszeiten eingetragen sind. Dieser wird zusammen mit den Sportverbänden erstellt. Verpasste Unterrichtslektionen werden mit Unterstützung der Lehrpersonen aufgeholt. Ein Mentor betreut zudem das Sporttalent und koordiniert die schulischen und talentspezifischen Aktivitäten. Zudem ist er die Ansprechperson für Eltern, Lehrpersonen, Fachpersonen für die talentspezifische Förderung und Schulleitung. Von Sportschülern wird eine Vorbildfunktion erwartet und sie müssen nicht nur im sportlichen, sondern auch im schulischen Bereich hohe Anforderungen erfüllen.

Kleines Einzugsgebiet begrenzt Anzahl Schüler

Von dem im Monitoringbericht sichtbaren Zuwachs an Sportschülern bemerken die Sportschulen Nesslau und Gams nichts. «Da unser Einzugsgebiet sehr klein ist und wir nur talentspezifische Förderung im Schneesport anbieten, können wir aber zufrieden sein», sagt Hansjörg Huser, Schulratspräsident von Nesslau. Fünf Sportschüler besuchen zurzeit die Oberstufe Büelen, zwei davon sind diesen Sommer eingetreten. Auch der Gamser Schulratspräsident Matthias Wettstein zeigt sich zufrieden: «Unsere Sportschüler besuchen regelmässig im Anschluss an die Oberstufe eine Mittelschule. Unser Unterrichtskonzept hat sich in den letzten Jahren bewährt. Die zurzeit zwar zahlenmässig eher wenigen Talentschüler sind in sportlicher wie schulischer Hinsicht erfolgreich.» Die Oberstufe Widem verzeichnet zurzeit drei Sportschüler, alle drei betreiben Ski alpin.

Auch Gams begründet die eher bescheidene Anzahl damit, dass das Einzugsgebiet der Sportschule verhältnismässig klein ist. «Der stetige Anstieg dürfte für Mannschaftssportarten wie Fussball, Hockey und allfällige Trendsportarten zutreffen», vermutet Matthias Wettstein. Gams bietet, im Gegensatz zu Nesslau, nicht nur talentspezifische Förderung im Bereich Schneesport an. So wurden hier schon Talente im Bereich Sportklettern, Schwimmen oder auch Golf unterrichtet und gefördert. Die meisten aktuellen und ehemaligen Sportschüler der Oberstufe Gams betreiben allerdings ebenfalls Schneesport.