Im Werdenberg wird die Schweiz in 60 Minuten erklärt

Die regionale Fachstelle Mintegra informiert Zugezogene aus dem Ausland seit Oktober in den hiesigen Gemeinden in speziellen Gesprächen.

Armando Bianco
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Das Interesse an Informationen ist gross: Begrüssungsgespräch in der Stadt Buchs.

Das Interesse an Informationen ist gross: Begrüssungsgespräch in der Stadt Buchs.

Bild: PD

«Im Auftrag der Gemeinden laden wir Sie zu einem Begrüssungsgespräch ein. Sie erhalten dabei wichtige Informationen zum Leben und Alltag in der Schweiz. Gerne beantworten wir in diesem Gespräch auch Ihre Fragen. Die Stiftung Mintegra ist auch darüber hinaus Ihre Anlauf- und Beratungsstelle für diverse Anliegen.» Diese Botschaft an Zugezogene aus dem Ausland gibt es in acht weiteren Sprachen und steht in einer kleinen Broschüre, welche die in Buchs ansässige Stiftung Mintegra für Ausländerinnen und Ausländer entworfen hat.

Verteilt wird die Broschüre bereits von den Einwohnerämtern bei der Anmeldung der Zugezogenen. «Liegt dann eine Bewilligung vor, werden die Personen von der Mintegra kontaktiert und nochmals auf das Angebot aufmerksam gemacht, sofern nicht schon bei der Anmeldung auf der Gemeinde ein Termin vereinbart worden ist», so Jakob Gähwiler, Geschäftsführer der Stiftung Mintegra und Leiter der regionalen Fachstelle Integration Werdenberg-Sarganserland.

Ziel ist eine rasche und reibungslose Integration

Das Gremium der Region Sarganserland-Werdenberg als Vertreter von 14 Gemeinden hat im Januar letzten Jahres das Projektkonzept «Information und Begrüssung Sarganserland-Werdenberg» bewilligt. Mina Safai in Buchs und Mathias Kuster in Sargans, beide Sozialberater und Mitarbeiter im Sozialdienst für Fremdsprachige, führen die rund einstündigen Begrüssungs- und Informationsgespräche seit Oktober 2019 durch, wenn nötig auch mit Dolmetscher. Jährlich rechnet man mit rund 500 dieser Gespräche.

Die Gesprächsteilnehmenden werden darin über ihre Rechte und Pflichten informiert und erhalten wichtige alltagspraktische Auskünfte, die für das Zusammenleben in der Schweiz, der Region und der Gemeinde wichtig sind.

Ziel ist eine rasche und reibungslosere Integration der Neuzugezogenen. Die Stiftung Mintegra versteht sich als vielschichtige und darauf spezialisierte Anlaufstelle.

Zwei Personen für alle 14 Gemeinden

Für die Gemeinden bedeutet das Angebot der Mintegra eine Entlastung in personeller, zeitlicher und fachlicher Hinsicht. «Das Know-how konzentriert sich bei uns auf zwei Personen, die mit der Thematik stets auf Augenhöhe sind. Das ist effizienter, als wenn jede Gemeinde selbst Personal schulen muss, um die Neuzuzüger diesbezüglich zu informieren. Das Interesse und der Rückhalt der Gemeinden sind deshalb gross», stellt Mintegra-Geschäftsführer Jakob Gähwiler im Gespräch mit dem W&O weiter fest.

Eine beachtliche Zahl an Zugezogenen

In den Jahren 2017 und 2018 wurden im Wahlkreis Werdenberg 2348 internationale Zuzüge registriert. Die meisten davon entfielen auf Buchs und Sennwald, am wenigsten Zuzüge gab es in der Gemeinde Gams. Im Wahlkreis Sarganserland waren es in 2017 und 2018 insgesamt 1498 Zuzüge. Im Leitfaden für die Gespräche sind 14 Themenfelder definiert: Ansprechpartner der öffentlichen Hand, Wohnen, Sprachangebote, Angebote für Familien und Jugendliche, Schulbildung, Arbeit und Erwerbstätigkeit, Gesundheitswesen, öffentlicher Verkehr, privater Verkehr, Ausgang und Freizeit, politisches System, Mensch und Umwelt, Heirat, Geburt und Tod, religiöse Angebote.