Im Werdenberg ist die Natur direkt vor der Haustüre - auch im Februar

Die Februarbeobachtungen der Natur zeigen in der Region Werdenberg die Auswirkungen des frühen Vorfrühlings.

Heidi Aemisegger, Edith Altenburger
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Sperber halten sich im Winter öfter in der Nähe von Futterstellen auf.

Sperber halten sich im Winter öfter in der Nähe von Futterstellen auf.

Bild: Fredy Buchmann

Der mildeste Winter in der Schweiz geht zu Ende, die Natur entwickelt sich zu früh. Was bringt der Frühling für Mensch und Tier?

Der Weg dem Giessen entlang zwischen Räfis und dem Zentrum ist beliebt. Mit offenen Augen und Ohren gibt es fast immer etwas zu erleben. Bäume und Sträucher am Bachbord und in den nahen Gärten bieten vielen Lebewesen Nahrung und Schutz. Am auffallendsten sind die beiden Graureiher, die sich von nah betrachten lassen. Wer Geduld hat, kann am Bachbord den winzigen Zaunkönig umherhuschen sehen.

Der Biber hat sich verraten

Das wertvolle Wäldchen zwischen Giessen und Heldaustrasse mit den hohen Bäumen ist Lebensraum für einen grossen Teil der Vögel, die hier überwintern. Für einige ist es auch künftiger Brutort. Zurzeit singen Rotkehlchen, Grün-, Buch- und Distelfinken. Auf dem Waldboden wird eifrig nach Futter gepickt. Ein Buntspecht-Paar hämmert an einem Baumstamm. Eine Wasseramsel fliegt tief über dem Wasser auf der Suche nach einem Nistplatz. Über allem kreisen zwei Rotmilane. Der Biber hat sich durch seine neuen Frassspuren verraten.

16. Februar: föhniger Sonntag mit 15 Grad. Bei der Gründeponie Buchs sind 30 Graureiher eifrig am Nestbau. Sie sind nicht zu überhören mit ihren Streitereien. Das eigene Nest muss immer gut behütet werden, ansonsten wird Nistmaterial auf Biegen und Brechen Nachbarn rausgeholt. Diese Unruhe herrscht, bis alle Nester fertiggestellt sind.

Sperber mit Erfolg bei der Futterstelle

21. Februar: Die Vogelfutterstelle ist gut besucht, dies bleibt auch dem Sperber nicht verborgen. Sperber halten sich im Winter öfter in der Nähe von Futterstellen auf, da ist für sie der Tisch reich gedeckt.

Eine Türkentaube ist unaufmerksam. So kann ein Sperberweibchen diese im bodennahen Flug überraschen. Die Beute wird mit den Füssen (Fängen) gegriffen und getötet, die Krallen werden dabei so lange in die Beute gebohrt, bis diese aufhört sich zu bewegen. Ungestört in einer Buschgruppe wird die Taube gerupft und gefressen.

Männchen sind deutlich kleiner

Die Weibchen sind fast doppelt so gross und schwer wie die Männchen. Weibchen sind mit 35 bis 41 Zentimeter Körperlänge und einer Flügelspannweite von 67 bis 80 Zentimeter knapp grösser als ein Turmfalke und reichen in der Grösse an kleine Habicht-Männchen heran. Oberseits sind sie schiefergrau und unterseits braungrau gebändert. Sperber-Männchen sind mit 29 bis 34 Zentimeter Körperlänge und einer Flügelspannweite von 58 bis 65 Zentimeter deutlich kleiner.

Die Oberseite ist schiefergrau, oft bläulich überhaucht, Wangen rostrot, Brust und Bauch rostrot gebändert. Sperber ernähren sich fast ausschliesslich von kleinen Vögeln. Gelegentlich werden auch kleine Säugetiere wie Mäuse oder Fledermäuse und kleine Reptilien erbeutet. Männchen schlagen in Mitteleuropa vorwiegend Vögel von Meisen-, Finken- und Sperlingsgrösse, maximal etwa bis zur Grösse einer Amsel. Weibchen erlegen auch noch Vögel von der Grösse einer Ringeltaube (grösste Taube).

Weisse Blütenpracht zwischen Rans und Räfis

24. Februar: Der Waldboden zwischen Rans und Räfis ist weiss, voller Märzenglöckchen (auch Märzenbecher genannt) und Schneeglöckchen. Getrennt voneinander bedecken sie grosse Flächen. Beide Arten sind Wildblumen und werden als selten eingestuft. Sie sind oft auch die ersten Blumen in den Gärten. Am Waldrand duftet und spriesst der Bärlauch. Gegen Rans, wo es etwas wärmer ist, blühen die Leberblumen.

28. Februar: Die Goldammern sind wieder am Rheindamm anzutreffen. Kleine, gelbe Sonnenstrahlen in diesem ausserordentlich frühen Vorfrühling.