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Im Toggenburg werden First Responder für ein Pilotprojekt gesucht

First Responder sind geschulte Ersthelfer, die im Notfall mit lebensrettenden Massnahmen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Im Toggenburg soll ein Pilotprojekt gestartet werden.
Heini Schwendener
Rund 30 Leute fanden sich in Alt St. Johann zu einer Informationsveranstaltung ein. Das Pilotprojekt, das ihnen vorgestellt wurde, sucht First Responder im Toggenburg. (Bilder: Heini Schwendener)

Rund 30 Leute fanden sich in Alt St. Johann zu einer Informationsveranstaltung ein. Das Pilotprojekt, das ihnen vorgestellt wurde, sucht First Responder im Toggenburg. (Bilder: Heini Schwendener)

Bei einem medizinischen Notfall zählt oft jede Minute, das gilt ganz besonders für einen Herzkreislaufstillstand. Es gilt die Faustregel, dass mit jeder Minute, in der der Kreislauf unversorgt bleibt, die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbelebung um rund zehn Prozent sinkt. Trotz gut ausgebautem Rettungswesen dauert es bis zu 15 Minuten, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. First Responder sind semiprofessionelle Ersthelfer in den Gemeinden, welche die Zeit zwischen der Alarmierung des Notrufs 144 und dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Massnahmen überbrücken und so die Überlebenswahrscheinlichkeit von Betroffenen vergrössern und Folgeschäden verringern.

Keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung

Bei lokalen Feuerwehren in 28 Gemeinden des Kantons St. Gallen gibt es derzeit First-Responder-Einheiten – im W&O-Gebiet in Sevelen, Buchs und Wildhaus-Alt St. Johann. Somit gibt es noch viele Regionen, wo dieser verlängerte Arm des Rettungsdienstes fehlt, vor allem in ländlichen Gegenden, die ohnehin schwieriger zu erreichen sind. Der Samariterverband St. Gallen-Fürstentum Liechtenstein will mithelfen, diese Lücken zu schliessen. Selbstverständlich wird er dabei keinesfalls die bereits bestehenden First-Responder-Einheiten der Feuerwehr konkurrieren.

Marc Baudisch (Rettung St. Gallen) und Ursula Forrer (Samariterverband) orientierten über das Pilotprojekt.

Marc Baudisch (Rettung St. Gallen) und Ursula Forrer (Samariterverband) orientierten über das Pilotprojekt.

Am Mittwochabend veranstalteten der Samariterverband und Rettung St. Gallen in Alt St. Johann einen Infoanlass mit dem Ziel, First Responder für ein Pilotprojekt im Toggenburg zu finden. Marc Baudisch, Leiter First Responder der Rettung St. Gallen, und Ursula Forrer, Präsidentin des Samariterverbandes, stellten das Projekt vor, das bei einem Erfolg auf andere Regionen ohne First-Responder-Einheiten ausgeweitet werden könnte. Ursula Forrer hat das Projekt angeregt und ist damit bei der Rettung St. Gallen auf offene Ohren gestossen. Gemäss Marc Baudisch wurden die 28 First-Responder-Einheiten im vergangenen Jahr 250 Mal alarmiert. Er bezeichnete sie als semiprofessionelle Einheiten im Rahmen der Reanimation. Weil sie vor Ort leben und arbeiten, können sie sehr schnell ausrücken. Diese Erstretter kommen natürlich erst nach einer entsprechenden Ausbildung zum Einsatz (vgl. Kasten).

Körperlich und psychisch anspruchsvolle Einsätze

Gleichwohl bleiben die Einsätze anspruchsvoll – körperlich und auch psychisch. «First Responder retten sozusagen im eigenen Vorgarten. Sie haben eine grosse Nähe zu den Betroffenen, das ist nicht immer einfach,» sagte Marc Baudisch zum Anforderungsprofil. Im Saal sassen rund 30 Leute, etwa die Hälfte davon aktive Samariterinnen und Samariter. Aber nicht nur sie können First Responder werden, sondern auch Leute ohne eine entsprechende Ausbildung, denn sie werden ja entsprechend qualifiziert.

Baudisch und Forrer sehen im Thurtal ein grosses Potenzial für den Aufbau weiterer First-Responder-Einheiten. Die Wahl des Toggenburgs für das Pilotprojekt kommt nicht von ungefähr: Die Schweizer Berghilfe gewährt eine finanzielle Unterstützung. Der Schweizerische Samariterbund steht ohnehin hinter diesem Engagement des Kantonalverbandes. Ursula Forrer möchte den verlängerten Arm der Rettung St. Gallen stärken, aber auch die Samaritervereine dank dieser neuen Aufgaben attraktiver machen. First Responder müssen aber nicht Mitglieder eines Samaritervereins werden.

Projekt könnte 2019 gestartet werden

Im August hatte es bereits eine Infoveranstaltung in Ebnat-Kappel gegeben. Fünf Leute haben in der Folge ihr Interesse für eine First-Responder-Ausbildung angemeldet. Bis Ende dieses Jahres wollen der Samariterverband und Rettung St. Gallen auf weitere Anmeldungen warten. Dann wird entschieden, ob das Projekt gestartet werden kann. Zuerst müssten die Interessentinnen und Interessenten dann die zweitägige Ausbildung durchlaufen.

Zweitägige Ausbildung

Die Rettung St. Gallen bildet First Responder in einem zweitägigen Kurs aus. Absolviert wird dabei ein Grundkurs BLS-AED. In abwechslungsreicher und spielerischer Weise trainieren die Auszubildenden in realistisch nachgebildeten Szenen die BLS-AED-Mass- nahmen bei einem Herzkreislaufstillstand (BLS) bei Erwachsenen und Kindern sowie die Anwendung des automatisierten externen Defibrillators (AED). Die Ausbildung zum First Responder ist gratis, ebenso das Material, das dieser Einheit zur Verfügung gestellt wird. Die First Responder im Toggenburger Pilotprojekt leisten ihren Dienst unentgeltlich. (she)

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