Im Schülertheater Alt St. Johann «Don Trumpos Wiedergeburt» wird aus dem ungeliebten Dorfkönig ein besserer Mensch

Alle zwei Jahre studiert die Lehrerin Eveline O’Grady mit der sechsten Primarklasse in Alt St.Johann ein Theaterstück ein.

Adi Lippuner
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Die mit List arrangierte Beerdigung von Don Trumpos wird würdig begangen.

Die mit List arrangierte Beerdigung von Don Trumpos wird würdig begangen.

Bild: Adi Lippuner

Lehrerin Eveline O’Grady orientiert sich dabei an aktuellen Themen, ohne dabei eine politische Botschaft vermitteln zu wollen. Vielmehr geht es ihr darum, wenigstens auf der Bühne umzusetzen, was im realen Leben meist nicht gelingt. Mit «Don Trumpos Wiedergeburt» sind Parallelen zum amerikanischen Präsidenten spürbar, doch der Dorfbaron und Tyrann ändert tatsächlich sein Verhalten, nachdem sich die Dorfbewohner mit List gegen ihn auflehnen.

Die 14 Schülerinnen und Schüler sind aktuell dabei, sich Szene für Szene mit dem nicht ganz einfachen Stück vertraut zu machen. Jeweils am Dienstag- und Donnerstagmorgen wird geprobt. Dabei geht es nicht nur um das Auswendiglernen der einzelnen Sätze. «Sprecht langsam und laut und deutlich», ermahnt die Lehrerin ihre Spielerinnen und Spieler mehrfach. «Zudem sind Mimik und Gestik wichtig. Ihr seid auf der Bühne eine andere Person, also fühlt euch in diese ein, gebt euch so, wie ihr als steinalter Priester, als schlitzohriger Diener oder ältere Dame mit lustigen Ideen handeln würdet.»

Deutschunterricht einmal anders

Für Eveline O’Grady hat das Theaterspielen mit Blick auf den Deutschunterricht mehrere wichtige Komponenten. «Die Jugendlichen lernen sich hinzustellen, ihre Sätze klar und deutlich zu sprechen und sich auch mit der Sprache auseinander zu setzten.» Dass Theaterspielen durchaus auch Spass macht, wurde bei einem Probenbesuch deutlich.

Lehrerin Eveline O'Grady erarbeitet mit der sechsten Primarklasse das Theaterstück.

Lehrerin Eveline O'Grady erarbeitet mit der sechsten Primarklasse das Theaterstück.

Adi Lippuner

Geschrieben werden die Dialoge von der Lehrerin. Sie holt sich die Inspiration aus einem bereits bestehenden Stück, passt die Figuren und Handlungen den Möglichkeiten ihrer Klasse an und hat bei der Umsetzung bereits die Besetzung der einzelnen Rollen vor Augen. In der Klasse sind aktuell fünf Burschen und neun Mädchen. Dies bedeutet, dass im Theaterstück auch 14 Rollen besetzt werden müssen.

«Mir macht bereits die Vorbereitung grossen Spass und das Proben bis zur Aufführung ist Herausforderung und Freude zugleich,» so ihre Aussage. Von einer Probe zur nächsten dürfe sie Fortschritte erleben und sei überzeugt, dass die Aufführung Anfang April ein Erfolg werde.

Vom Egoisten zum Wohltäter

Für die Sechstklässler ist der amerikanische Präsident Donald Trump eine bekannte Grösse und ein Egoist. «Er schaut nur auf das eigenen Land», so eine der Aussagen. «Leider kann er nicht eines Besseren belehrt werden, wie in unserem Theaterstück,» so ein anderes Votum. Und genau diese Veränderung eines Egoisten zum Wohltäter macht den Spielerinnen und Spieler sichtlich Spass. Ob bei der Szene auf dem Dorfplatz oder der mit List arrangierten Beerdigung von Don Trumpos, immer sind die Akteure mit Herzblut dabei.

Zur Geschichte sei nur so viel verraten: Ein Dorftyrann führt sich unmöglich auf, und die Bevölkerung ist sich einig, dass es so nicht weitergehen kann. Zwar geben sich alle nach aussen unterwürfig, schmieden aber einen Pan, der dann auch umgesetzt wird. Und ganz zum Schluss passiert, was sich die Welt vom echten Trump wünschen würde, nämlich, dass er zu einem besseren Menschen wird.