Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Im Roman von Valentin Vincenz schimmert die Kindheit durch

Am Freitagabend fand in der Kulturstüdtlimühle eine besondere Art Vernissage statt. Valentin Vincenz stellte seinen Roman «Der Fluch der Gletschermühle» vor und erzählte, wie es dazu kam.
Hansruedi Rohrer
Valentin Vincenz erntete für seinen ersten Roman grossem Applaus. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Valentin Vincenz erntete für seinen ersten Roman grossem Applaus. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Nach verschiedenen Publikationen, wie sprachwissenschaftliche Werke und Kinderbücher, wagte sich der in Buchs wohnhafte Kantonsschullehrer Valentin Vincenz erstmals an einen Roman. Das ist ihm aber sehr gelungen.

An der Vorstellung dieses Buches erklärte er den zahlreich erschienenen Gästen, dass in seiner Jugendzeit Kinder aus Grossfamilien zu anderen Familien ins Tal geschickt wurden. «Auch von Behörden fremdplatziert», sagte er und erinnerte an das Thema «Verdingkinder».

Sommerzeit auf der Alp hinterliess Spuren

Valentin Vincenz wurde als Kind während sechs Sommern jeweils von Mitte Juni bis Mitte September auf die Alp geschickt. In seinem ersten Alpsommer war er gerade mal acht Jahre alt.

«Die Sommerzeiten als Bub auf den Alpen haben bei mir Spuren für das ganze Leben hinterlassen»

schreibt er im Vorwort des Romans. Denn das Leben dort oben war für ihn und auch andere Kinder sicher nicht leicht. «Wir waren Verdingkinder auf Zeit.»

Für Valentin Vincenz waren diese Erlebnisse auf der Alp ein wichtiger Grund, dieses Buch zu schreiben. Es sei all jenen Knaben gewidmet, welche früher den Spannungen, sexuellen Nöten und Gewaltausbrüchen einzelner während dreier Monate in vollkommener Abgeschiedenheit lebenden Alphirten ausgeliefert worden seien, hält der Autor auch fest. Die Personennamen jedoch sind mit einer Ausnahme frei erfunden.

«Wahr ist, dass im Buch Glück und Unglück, Träume und Ängste aus meinem eigenen Lebensverlauf als junger Mann vereinzelt durchscheinen»

erklärt er weiter im Vorwort. Valentin Vincenz erzählt in seinem Erstlingsroman «Der Fluch der Gletschermühle» die Lebensgeschichte von Gian, der vor siebzig Jahren in einem streng katholischen Bergdorf aufwächst. Als Bub erlebt er die schönsten Tage im Frühling auf dem Maiensäss.

Im Banne einer unheimlichen Gletschermühle

Doch zwei Sommer verbringt er auf einer Alp im Banne einer unheimlichen und gefährlichen Gletschermühle. Er und sein Cousin Curdin könnten das Älplerleben geniessen, wäre da nicht der abartige und teuflisch böse Alpknecht Clò, durch den der Fluch der Gletschermühle überhaupt heraufbeschworen wird.

Der spätere Lebensweg führt Gian nach Paris, wo er zuerst glücklich und erfolgreich französische Literatur studiert und auch das Stadtleben geniessen kann. Aber bald beginnt eine schwere psychische Krankheit sein junges Leben langsam zu zernagen.

Buch ist sehr lesenswerte Romankost

Der Autor vergisst auch die Mädchen nicht, welche zum Beispiel während der Schulferien in der Fremde Kinder hüten mussten und auch noch den ganzen Familienhaushalt führten. Und Valentin Vincenz hat ebenfalls das von der katholischen Kirche dominierte Leben miterlebt. «Da kannte man eigentlich nur Verbote.»

Er schildert seine subjektiven Wahrnehmungen und Empfindungen nicht beschönigend und nicht verschlimmernd. Dieses Buch ist sehr lesenswerte Romankost. Gerade, weil über die Kinder aus den Bergen, die in der schulfreien Zeit bei Bauern im Unterland und im Sommer auf der Alp schwerste Arbeit leisteten, bisher nichts geschrieben wurde. Aber Valentin Vincenz ist nicht Gian in der Geschichte.

Der Band «Der Fluch der Gletschermühle» ist im Buchhandel erhältlich.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.