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Im umgebauten Polizeibus von St.Gallen 20'000 Kilometer bis nach Wladiwostok

Michelle Senn aus Buchs und Andreas Brändle aus Abtwil sind aufgebrochen zu einer abenteuerlichen Reise. Mit «Selma» fahren sie unter anderem durch Iran, Turkmenistan und die Mongolei 15'000 bis 20'000 Kilometer bis nach Wladiwostok.
Heini Schwendener
Michelle Senn und Andreas Brändle in ihrem sehr schön ausgebauten Wohnmobil. (Bilder: Heini Schwendener)

Michelle Senn und Andreas Brändle in ihrem sehr schön ausgebauten Wohnmobil. (Bilder: Heini Schwendener)

Michelle Senn und Andreas Brändle sind mit ihren 29 Jahren jung, sportlich und flexibel. Ihr Mercedes Bus ist 27-jährig und mit 200'000 Kilometern auf dem Tacho sowie 4,9 Tonnen Leergewicht alt, schwer und behäbig. «Selma» nennen sie ihr riesiges Fahrzeug, für das sie die LKW-Prüfung abgelegt haben.

Sicher ist: Der Motor von «Selma» säuft und säuft ... Unsicher ist aber, ober er in den kommenden Monaten auch läuft und läuft ... Was freilich von Vorteil wäre, denn beim Vorhaben des Paares spielt der Bus eine Hauptrolle. Er ist ihr rollendes Eigenheim während einer 15'000 bis 20'000 Kilometer langen Reise von der Ostschweiz bis ins russische Wladiwostok am Japanischen Meer.

Beide bringen viel Reiseerfahrung mit

Es gibt zwar nicht viele aber doch einige Wege nach Wladiwostok. Senn und Brändle fahren durch folgende Länder: Österreich, Tschechien, Polen, Ukraine, Georgien, Aserbaidschan, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan, Mongolei, Russland. Das «exotische» Reiseziel hängt damit zusammen, dass Senn und Brändle Globetrotter-Erfahrung haben. Südamerika, Südostasien und Australien kennen sie bereits. Andreas Brändle hat sogar schon eine Weltreise hinter sich und er hat Kanada zusammen mit seinem Vater per Velo erfahren. Michelle Senn sagt zur gewählten Route:

«Für uns war darum schnell klar, dass wir nach Osten reisen. Es sind die Natur, die Weite und die neuen Kulturen, die den Ausschlag gegeben haben.»

Das Globetrotter-Paar präsentiert stolz sein rollendes Eigenheim. «Selma» nennen Andreas Brändle und Michelle Senn ihren selber umgebauten ehemaligen Mannschaftstransporter der Polizei.

Das Globetrotter-Paar präsentiert stolz sein rollendes Eigenheim. «Selma» nennen Andreas Brändle und Michelle Senn ihren selber umgebauten ehemaligen Mannschaftstransporter der Polizei.

Einige fixe Destinationen für ihre Reise, die sie ohne fixen Terminplan absolvieren, gibt es jedoch schon. «Wir wollen unbedingt durch Iran, da muss es sehr schön und interessant sein», sagt Andreas Brändle. Michelle Senn ergänzt:

«Auch die Besteigung des Elbrus im Kaukasus gehört dazu. Er ist mit 5642 Metern der höchste Berg Europas.»

Dass es umstritten ist, ob der Elbrus auf europäischem Boden steht oder zu Asien zählt, betrifft ihr Vorhaben freilich nicht.

Ein spezielles Elbrus-Erlebnis

Diese Besteigung in Russland wird zu einer einzigartigen Liebesbezeugung von Andreas Brändle an seine Partnerin. Er war nämlich schon einmal mit dem SAC auf dem Elbrus, hat aber fünf Meter unter dem Gipfel gestoppt. Aber nicht aus Erschöpfung: «Ich will mein erstes Elbrus-Gipfelerlebnis zusammen mit Michelle geniessen.»
Die Elbrus-Pläne verraten mehr über das Paar, die Buchserin Michelle Senn und Andreas Brändle aus Abtwil. Seit sechs Jahren sind sie zusammen. Beide sind sportlich und naturverbunden. Darum nehmen sie ihre Bergsteiger- und Skitourenausrüstungen mit auf ihre Reise ostwärts, wo es auch viele einzigartige Gebirgslandschaften gibt. «Wir reisen zeitlich ungebunden, abgesehen vom Zeitfenster für Russland, wegen der Visa», erzählt Brändle. Wenn es ihnen also irgendwo besonders gut gefalle, können sie sich vorstellen, auch einmal einige Wochen zu verweilen und mit Berg- oder Skitouren die Region zu erkunden.

Michelle, Andreas und «Selma»

Ihre abenteuerliche Reise unternehmen Senn und Brändle zu dritt. «Selma», ihr rollendes Eigenheim, gehört seit dem Reisestart am 9. März sozusagen zur Familie. Ursprünglich wollte das Paar mit einem gelben Schulbus aus den USA ihre grosse Reise antreten. Abgasnormen und sonstige administrative Hürden führten dazu, dass es schliesslich in Berlin einen Mercedes O 611D kaufte, einen ehemaligen Mannschaftstransporter der Polizei. Im vergangenen Jahr haben die beiden mit der Unterstützung von Freunden 780 Arbeitsstunden investiert. Michelle Senn meint rückblickend.

«Der Ausbau des Busses zum Wohnmobil war unsere erste grosse Challenge.»

Diese Herausforderung haben sie mit Bravour bestanden und auf ihrer Website dokumentiert. Aus dem 7,20 Meter langen, unspektakulären Bus wurde ein geschmackvoll eingerichtetes, lichtdurchflutetes Bijou – mit Küche, Dusche, WC, Schlafecke und «Wohnzimmer». Die verwendeten Hölzer, der Stoffbezug der Sitzbank, das Farbkonzept und die pfiffigen Detaillösungen lassen vermuten, dass ein Camper ab Stange das Paar nicht zufriedengestellt hätte. Michelle Senn erklärt:

«Wir wollten immer ein Wohnmobil mit vielen und grossen Fenstern, damit wir auch etwas von der Landschaft um uns herum mitbekommen.»

4,9 Tonnen schwer ist das Fahrzeug in diesem ausgebauten Zustand. Beladen mit weiteren 400 Kilo persönlicher Gegenstände bewegt «Selma» somit 5,3 Tonnen von St.Gallen nach Wladiwostok.
Michelle Senn hat ihr HSG-Studium mit dem Master abgeschlossen. Andreas Brändle hat Maschinenbau mit Fachrichtung Robotik studiert. Beide haben ihre tollen Jobs und ihre Wohnung in St.Gallen aufgegeben für ihre Reise in den Osten. Gelegentlich werden sie auf ihrer Website darüber Bericht erstatten.

Auf dem Heimweg einen Abstecher nach Australien

Beendet wird ihre Reise in Wladiwostok übrigens noch nicht sein. Sie reisen per Flugzeug und «Selma» per Schiff nach Sidney, wo das Paar Senns Bruder besucht. Danach fährt es «Selma» durch Down Under, bevor ihr erneut eine Schiffsreise bevorsteht. Zurück nach Mitteleuropa.

Hinweis
www.selmaontheroad.ch

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