Im Rheintaler Bier steckt ein Schluck Wartau: In Weite wächst Braugerste, die zu Bier verarbeitet wird

Die Gerste für das Sonnenbräu-Bier wächst unter anderem in der Gemeinde Wartau. 85 Aare umfasst das Gerstenfeld von Markus Eggenberger in Weite. Daraus können voraussichtlich fünf Tonnen Gerstenkörner geerntet werden.

Alexandra Gächter
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Hans Oppliger, Frümsen, Geschäftsführer Rheintaler Ribelmais; Claudia Graf, Rebstein, Geschäftsleiterin Sonnenbräu; Markus Eggenberger, Weite, Gerstenbauer; Walter Müller, Azmoos, Präsident Culinarium und Steffen Pawlak, Rebstein, Braumeister Sonnenbräu (von links) stossen auf dem Braugerstenfeld in Weite an.

Hans Oppliger, Frümsen, Geschäftsführer Rheintaler Ribelmais; Claudia Graf, Rebstein, Geschäftsleiterin Sonnenbräu; Markus Eggenberger, Weite, Gerstenbauer; Walter Müller, Azmoos, Präsident Culinarium und Steffen Pawlak, Rebstein, Braumeister Sonnenbräu (von links) stossen auf dem Braugerstenfeld in Weite an.

Alexandra Gächter

Noch nicht ganz hüfthoch ist die Braugerste auf dem Feld von Landwirt Markus Eggenberger in der Weite. In ungefähr vier Wochen ist sie reif. Dann wird sie geerntet und zu Sonnenbräu-Bier verarbeitet. In gewisser Weise steckt also in einigen Biersorten der Firma Sonnenbräu ein Schluck Werdenberg.

Besondere Freude über den baldigen Erntetermin herrscht bei der Rebsteinerin Claudia Graf, Geschäftsführerin Sonnenbräu; Steffen Pawlak, Braumeister Sonnenbräu; sowie Hans Oppliger, Frümsen, Geschäftsführer Rheintaler Ribelmais und Walter Müller, Azmoos, Präsident Culinarium. Sie trafen sich diese Woche mit Braugerstenproduzent Markus Eggenberger auf seinem Feld in Weite, um auf ihre wertvolle Zusammenarbeit anzustossen.

Wartauer Produzent liegt der Firma am Herzen

«Die Qualität der Gerste ist entscheidend für die Qualität des Bieres», sagt Claudia Graf. Sie freut sich sehr, in Markus Eggenberger einen geeigneten Produzenten aus der Region gewonnen zu haben. Er sei einer der regionalen Produzenten, die der Firma Sonnenbräu am Herzen liegen.

«Damit wir Biere aus der Region produzieren können, benötigt es neben der regionalen Brauerei auch regionale Rohstoffe von einheimischen Produzenten. Dank dem Engagement und der konstant guten Leistung unserer Braugerstenbauern können wir unser Ribelgold Maisbier, Ländlegold und Thurbobräu mit direktem Bezug zur Region produzieren. Markus Eggenberger, wie auch die anderen Bauern, pflegen die gleichen Werte wie unsere Familienbrauerei. Sie sind sich der Wichtigkeit der Gerste für die Bierproduktion bewusst», so Graf.

Konsumenten kauften vermehrt in der Region

85 Aare umfasst das Gerstenfeld von Markus Eggenberger. Daraus können voraussichtlich fünf Tonnen Gerstenkörner geerntet werden. Gesät wurde die Braugerste am 9.März, also kurz vor dem Lockdown. Während die Gerste unter den Sonnenstrahlen von Wartau reifte, spürte die Brauerei Sonnenbräu die Auswirkungen der coronabedingten Grenzschliessung.

80 Prozent der Rohstoffe aus der Region

Trotz einschneidender Massnahmen wie der Schliessung der Gastronomie oder dem Veranstaltungsverbot, was zu massiven Absatzeinbussen führte, konnte die Brauerei der Situation Positives abgewinnen. «Regionale Produkte aus der Bäckerei, Metzgerei oder dem Dorfladen waren wieder stärker gefragt. Auch wir als regionale Brauerei haben den Zusammenhalt in der Region gespürt und konnten unseren Absatz in Privathaushalten und Detailhandel erhöhen.»

Dass die Ostschweizer und Liechtensteiner wieder vermehrt Produkte aus der Region kauften, zeigt die grosse Nachfrage nach den Bieren Ribelgold Maisbier, Ländlegold und Thurbobräu. Diese drei Produkte erhielten das Culinarium-Label. Die Auszeichnung garantiert, dass mindestens 80 Prozent der Rohstoffe aus der Region stammen. Claudia Graf sagt:

«Das Ribelgold Maisbier war das erste Bier der Schweiz, das die beliebte Zertifizierung erhalten hat. Damit leistet die Brauerei Sonnenbräu einen Anteil an die Wertschöpfung in der Region und positioniert sich als regional orientiertes Unternehmen.»

Der wirkliche Bierkenner wolle wissen, wann, wie und wo sein Bier gebraut wird. Deshalb hat sich die Rheintaler Brauerei «Bier braucht Heimat» auf die Fahne geschrieben. «Wir sind davon überzeugt, dass der Konsument langfristig diese Transparenz honoriert und vermehrt lokale Biere bevorzugt», sagt Claudia Graf abschliessend.