«Kopf und Zahl» zeigt, dass die Werdenberger Gemeinden gewachsen sind und ein Ostschweizer im Mittel 5901 Franken verdient

Die kantonale Fachstelle für Statistik hat erneut die wichtigsten Kennzahlen zum Kanton St.Gallen in der aktuellen Ausgabe des Taschenbüchleins «Kopf und Zahl» zusammengestellt. Es bietet grundlegende Informationen über Bevölkerung und Staat, Wirtschaft und Umwelt und greift mit kurzen Sonderbeiträgen zusätzlich aktuelle Fragen auf.

Armando Bianco
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Ostschweizer Löhne sind im schweizweiten Vergleich tief.

Ostschweizer Löhne sind im schweizweiten Vergleich tief.

Urs Jaudas

Ende 2019 zählte der Kanton St.Gallen 510734 Bewohnerinnen und Bewohner, davon hatten 75,6 Prozent die Schweizer Staatsangehörigkeit. Der Wahlkreis Werdenberg zählte Ende letztes Jahr 39630 Einwohnerinnen und Einwohner, zehn Jahre zuvor waren es 4389 weniger.

Mehr Arbeitsplätze im Werdenberg

Obwohl das Werdenberg rund 2000 weniger Einwohner hat als das Sarganserland, gibt es hier rund 1000 mehr Arbeitsplätze als zwischen Bad Ragaz und Quarten.

Im Wahlkreis Werdenberg lässt sich feststellen, dass alle fünf Gemeinden sowie die Stadt Buchs in den letzten zehn Jahren gewachsen sind. Im Wahlkreis Toggenburg, der zwar gesamthaft leicht gewachsen ist, gibt es mehrere Gemeinden, welche 2019 weniger Einwohnende zählten als 2009; dazu zählt auch die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann. Im Sarganserland gibt es mit Pfäfers eine einzige Gemeinde, die in besagtem Zeitraum bevölkerungsmässig geschrumpft ist.

Löhne in der Ostschweiz tiefer

Wie die Statistik weiter zeigt, sind die mittleren Löhne in der Ostschweiz im Vergleich zur ganzen Schweiz tief. Der mittlere monatliche Bruttolohn in der Ostschweiz beträgt 5901 Franken, schweizweit lag er im vergangenen Jahr bei 6248 Franken.

Der Unterschied zum gesamtschweizerischen Lohnniveau fällt besonders bei den Kaderfunktionen gross aus. Im Bereich «oberstes, oberes und mittleres Kader» verdient man in der Ostschweiz 8463 Franken, schweizweit sind es im Durchschnitt exakt 10000 Franken.

Am meisten leere Wohnungen im Wahlkreis Toggenburg

Interessante Zahlen gibt es im Taschenbüchlein «Kopf und Zahl» auch zur Wohnungssituation im Kanton St.Gallen. Mitte 2019 standen rund 5600 oder 2,2 Prozent der Wohnungen im Kanton leer und wurden zur Miete oder zum Kauf angeboten. Am höchsten fallen die Leerwohnungsziffern mit 2,6 Prozent in den Wahlkreisen Rorschach und Toggenburg aus, am tiefsten liegt sie mit einem Prozent im Sarganserland. Im Werdenberg lag die Quote Ende letzten Jahres bei 1,6 Prozent.

Aktuelle Beiträge zu Coronapandemie

Zwei Spezialbeiträge zeichnen ein Bild der ersten Welle der Coronapandemie im Kanton St.Gallen. Neben einem Überblick über den Pandemieverlauf bis Ende Mai gibt es einen weiteren Spezialbeitrag, der die ersten Wirkungen auf den Arbeitsmarkt mit denjenigen der Finanzkrise 2008 und dem Frankenschock 2015 vergleicht. Weiter befassen sich die Spezialbeiträge mit dem Zusammenhang von Bevölkerungswachstum und Zersiedelung, mit der Stimmbeteiligung bei nicht in der Schweiz geborenen Stimmberechtigten und mit der Entwicklung der Emission von Lösungsmitteln in die Luft.