Im Fabriggli wurde gemeinsam das Weltoffene gefeiert

Kreative Völkerverständigung anstatt Weihnachtslieder gab es am Freitag im Fabriggli in Buchs.

Christian Imhof
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Das Publikum war von Anfang an Feuer und Flamme für die Band Šuma Čovjek.

Das Publikum war von Anfang an Feuer und Flamme für die Band Šuma Čovjek.

Christian Imhof

Am vergangenen Freitag gastierten die beiden Bands Šuma Čovjek sowie Manta Youf im Fabriggli Buchs. Dabei wurde eher auf kreative Völkerverständigung anstatt auf Weihnachtslieder gesetzt.

Schon früh füllte sich das Werdenberger Kleintheater mit tanzwütigen Menschen. Das Fabriggli hatte zum Jahresabschluss nochmals mit grosser Kelle angerührt und mit Šuma Čovjek einen Act angekündigt, der am Morgen noch beim Schweizer Radiosender SRF3 zu Gast war und mit einem kurzen Ständchen auf das Konzert am Abend hinwies.

Es war bloss Theater

Die Vorgruppe Manta Youf zeigte sich ziemlich energetisch und versuchte mit vollem Körpereinsatz, ihren etwas eigenwilligen Mix aus Indierock, Ska und Dub an die Frau oder den Mann zu bringen. Das Fabrigglipublikum zeigte sich offen für neue, zum Teil auch etwas wirre Klänge und honorierte den durchs Publikum tanzenden Frontmann Cyrill Sutter und seine Jungs mit zünftigem Applaus. Als ihre Message einmal nicht anzukommen schien und der Nebel im Raum doch für arg schlechte Tanzverhältnisse sorgte, rief dieser in die Zuschauerränge: «Wer ein bisschen Mühe mit uns Affen hat... Es ist bloss ein Theater.»

Von der Lautstärke war der Auftritt von Šuma Čovjek angenehmer, obwohl dort auf einen Schlag zehn Männer auf der Bühne standen. Die musikalische Abwechslung war immens. Das Publikum war von Anfang an Feuer und Flamme für die grenzenlosen Klänge. Ihr federleichtes Pendeln zwischen melancholischen Migrationsgeschichten und tanz- und mitsingbaren Freiheitshymnen liessen die Zuhörerschaft träumen und fast ein wenig vergessen, dass es doch noch Grenzen gibt. Ihre Lieder, die in Kroatisch, Arabisch, Englisch, Französisch, Roma und Spanisch vorgetragen wurden, zeigten, welche Bereicherung andere Kulturen für das eigene Leben sein können und lassen auf eine offenere Gesellschaft hoffen.

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