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Freude der Zuhörer beflügelte das Orchester Liechtenstein Werdenberg

Am Sonntag gastierte das Orchester Liechtenstein Werdenberg (OLW) in der evangelischen Kirche Buchs. Auf dem Konzertprogramm standen anspruchsvolle klassische Stücke, die begeisterten und überraschten.
Christian Imhof
Anspruchsvolle Stücke mit viel Engagement und Spielfreude vorgetragen: das Orchester Liechtenstein-Werdenberg. (Bild: Christian Imhof)

Anspruchsvolle Stücke mit viel Engagement und Spielfreude vorgetragen: das Orchester Liechtenstein-Werdenberg. (Bild: Christian Imhof)

Am frühen Sonntagmorgen machte sich das bedeutendste Laienorchester des Rheintals auf ihre traditionelle kurze Konzertreise anlässlich der Frühjahrskonzerte. In Liechtenstein gastierte sie am Morgen im gut gefüllten Gemeindesaal Eschen. Von der Begeisterung der Zuhörerschaft im Fürstentum getragen, zog es die Musikerinnen und Musiker am Abend in den Werdenberg.

Heimattümmelei und Kuhfladen

Mit den Worten, «Danke, dass ihr gekommen seid», begrüsste Präsident Peter Möller das Publikum auf den doch solide gefüllten Kirchenbänken. «Es ist mit dem Wetter an diesem Wochenende eine seltsame Geschichte. Entweder es motiviert einem raus zu gehen oder man will noch viel lieber daheimbleiben.» Glücklicherweise hätten sich viele Musikinteressierte für die erste Variante entschieden, wofür er sehr dankbar sei, denn erst das Besuchen der Konzerte und die Kollekte würden das Leben des Orchesters und sein Wirken am Leben erhalten.
Die spürbare Freude der Zuschauer beflügle sie, immer wieder intensiv zu arbeiten und gemeinsam ein imposantes Konzertprogramm auf die Beine zu stellen.

Die auserwählten Stücke der Frühjahrskonzerte wurden nach der kurzen Dankesrede vom Präsidenten kurz informativ und doch humorvoll vorgestellt. Dabei stach es vor allem ins Auge, dass viele der Komponisten zu ihrer Zeit mit den eigenen Werken nicht gerade überglücklich geworden sind. So betitelte beispielsweise Maurice Ravel sein Stück «Boléro» als Schund und Edvard Grieg empfand seine «Peer Gynt – Suite» als blöde Heimattümmelei, bei der man die Kuhfladen förmlich riechen konnte. Grieg baute seinerzeit darauf, dass die Menschen die Ironie hinter der Komposition verstanden und trotzdem oder vielleicht gerade deswegen wurde das von ihm geächtete Stück sein bekanntestes Werk.

Heimattümmelei und Kuhfladen

Das Orchester Liechtenstein Werdenberg unter der Leitung vom Dirigenten Stefan Susana schaffte das Kunststück, den teils ziemlich alten Werken von den Zweien, Mendelssohn und Porfirjewitsch, neues Leben einzuhauchen und so auch den jüngeren Semestern im Publikum einen Zugang zu intensiven und abwechslungsreichen Stücken aus dem Genre Klassik aufzuzeigen. Das über 50-köpfige Orchester, welches seinen Probesitz in Vaduz hat, wurde seinem vorauseilenden Ruf gerecht und malte mit ihren Melodien berührende Bilder. Mit geschlossenen Augen wurden die Zuhörer nicht nur auf eine Reise durch die Zeit, sondern auch durch unterschiedliche Länder geschickt.

Die Anleihen und Inspirationen aus den Ländern Russland, Frankreich, Schottland und Norwegen liessen sie träumen und für einen Moment das launische Wetter draussen vor der Türe vergessen. Diese Anregung der Fantasie und der Fakt, dass zwischen dem OLW, einem sogenannten Laien-, und einem professionellen Orchester kaum ein Unterschied zu vernehmen ist, führte in Buchs zu Liebesbekundungen durch regelrechte Applaussalven.

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