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«Ich wollte schon immer einmal am Meer wohnen»: Buchserin arbeitet als Primarlehrerin in Peru

Mit der Anstellung als Lehrerin in Lima erfüllte sich für die Buchserin Isabelle Schmidt ein Traum. In der Freizeit erkundet sie mit Freunden die Gegend rund um die peruanische Hauptstadt.
Corinne Hanselmann

«Schon viele Jahre war es mein Traum, als Lehrerin im Ausland zu arbeiten», erzählt Isabelle Schmidt, die in Buchs aufgewachsen ist. «Nachdem ich bei einer Südamerikareise im Jahr 2015 auch Peru bereist hatte, war für mich klar, dass es mir hier gefallen würde.» Danach prüfte sie regelmässig die Stelleninserate auf der Website von Education Suisse, der zentralen Stelle im weltweiten Netzwerk der 18 Schweizer Schulen im Ausland. Im Jahr 2017 bewarb sich Isabelle Schmidt für die Stelle im peruanischen Lima und erhielt einen Dreijahresvertrag als Primarlehrerin.

Das grosse Abenteuer startete im Januar 2018. Die 34-Jährige reiste nach Peru und nahm ihre Arbeit am Colegio Suizo Pestalozzi auf, das es bereits seit 75 Jahren gibt.

Schweizer Schule in Peru feiert das 75-Jahr-Jubiläum

Am 7. September 1941 wurde die «Asociación Colegio Pestalozzi» in Lima mit dem Ziel gegründet, jungen Schweizern in Peru eine den schweizerischen Verhältnissen adäquate Erziehung und Ausbildung zu ermöglichen. Im Jahr 1943 startete der Schulbetrieb mit 16 Kindern. Die Pestalozzi-Schule wird von der Schweizerischen Eidgenossenschaft unterstützt und feiert im Dezember das 75-Jahr-Jubiläum.
Der Unterricht gliedert sich in Kindergarten, Primar- und Sekundarschule sowie Gymnasialstufe, welche mit der internationalen Matur abgeschlossen wird. Die Abgänger können in Peru, in der Schweiz oder in anderen Ländern studieren. (pd)

Isabelle Schmidt bei einem Ausflug in die Stadt Arequipa. Im Hintergrund ist der noch aktive Vulkan Misti zu sehen. (Bild: Bilder: PD)
Isabelle Schmidt (rechts) feiert mit ihren Lehrerkollegen in der Schule einen Sieg der Schweizer Nati während der Fussball-WM.
Beim Trekking in der Cordillera Huayhuash, einem Gebirgszug in den Anden.
3 Bilder

«Ich wollte mal am Meer wohnen»

Die Schweizer Lehrer unterrichten auf Deutsch

Die Schule ist eine Privatschule und deshalb eher für die Oberschicht. Die Mehrheit der rund 750 Schülerinnen und Schüler sind peruanische Kinder. «In jeder Klasse gibt es aber etwa vier Kinder mit Schweizer Hintergrund», sagt Isabelle Schmidt. Der Kontakt mit Menschen aus verschiedenen Ländern gefalle ihr.

«Obwohl ich schon viele Jahre unterrichte, ist es hier etwas völlig Neues. Sich neu einstellen, an die Abläufe dieser Schule gewöhnen, offen sein für Neues, so wird es nie langweilig.»

Die Kinder werden von 65 Lehrpersonen unterrichtet. 16 davon sind aus der Schweiz. «Wir Schweizer Lehrpersonen unterrichten alle unsere Fächer auf Deutsch», so Isabelle Schmidt. Sie ist Klassenlehrerin einer 5. Klasse und unterrichtet Deutsch, Mathematik, Zeichnen, Werken und Sport. Zusätzlich unterrichtet sie Erst- und Zweitklässler in der Muttersprache Deutsch – übrigens mit Schweizer Lehrmitteln. Die Klassen sind etwas grösser als in der Schweiz üblich. In Schmidts 5. Klasse sind derzeit 27 Kinder.

Das Schulsystem ist ähnlich mit demjenigen in der Schweiz. Im Schulalltag gibt es dennoch Unterschiede. Das beginnt mit dem Schulweg: Die meisten Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht. «Der grösste Unterschied ist, dass die Kinder nur 45 Minuten Mittagspause haben und diese in der Schule verbringen. Trotzdem haben sie ab der Mittelstufe jeden Tag bis 16 Uhr Schule, am Freitag bis 14.15 Uhr», berichtet die Lehrerin. «Da die Kinder meist vom Vorkindergarten bis zum Maturaabschluss an dieser Schule sind, herrscht ein sehr familiäres Klima. Sie nennen ihre Lehrpersonen beim Vornamen.»

Wohnen, wo andere Ferien machen

In Lima ist derzeit Winter. «In der Stadt ist es praktisch jeden Tag grau und mit der hohen Luftfeuchtigkeit ungemütlich kühl», beschreibt Isabelle Schmidt den peruanischen Winter. Im Sommer sei es aber sehr heiss. «Mir gefällt die Vielfalt des Landes. Regenwald, Wüste, Berge, Küste, Städte. Zudem ist das Essen super lecker und die Menschen sind offen, hilfsbereit und zeigen viel Lebenslust. Ich wollte schon immer einmal in einer Stadt am Meer wohnen. Und hier in Lima läuft einfach immer etwas.»

Wenn sie nicht unterrichtet, geht die 34-Jährige sportlichen Aktivitäten wie Fitness oder Yoga nach. Zudem nimmt sie Unterricht, um ihre Spanischkenntnisse weiter zu verbessern. «Die Sprache Spanisch gefällt mir», so Schmidt. An Wochenenden erkundet sie gerne mit Freunden die Region um Lima. In den Ferien besucht Isabelle Schmidt verschiedene Orte innerhalb und auch ausserhalb von Peru.

«Da das Land so gross ist, fährt man plötzlich drei Stunden irgendwohin, ohne gross darüber nachzudenken.»

Die Buchser Lehrerin hat im Stadtteil Miraflores eine Wohnung, nur zwei Strassen entfernt von der bei Touristen sehr beliebten Flaniermeile Malécon oberhalb der Steilküsten. Den Arbeitsweg bewältigt Isabelle Schmidt innert 15 Minuten mit dem Velo.

Die Flaniermeile Malécon in Lima. Mit 8,9 Mio. Einwohnern beherbergt die peruanische Hauptstadt mehr Menschen als die ganze Schweiz.

Die Flaniermeile Malécon in Lima. Mit 8,9 Mio. Einwohnern beherbergt die peruanische Hauptstadt mehr Menschen als die ganze Schweiz.

«Das Schoggi- und Käseangebot kann nicht mithalten»

In den acht Monaten, die sie nun bereits in Südamerika lebt, habe sie sich super an den peruanischen Alltag gewöhnt. «Eine grosse Hilfe waren dabei natürlich die anderen Schweizer Lehrpersonen, die schon länger hier sind», sagt Isabelle Schmidt. Man finde im Supermarkt fast alle Lebensmittel, die man auch in der Schweiz kaufen könne. «Das Schoggi- und Käseangebot kann jedoch nicht ganz mithalten», ergänzt sie schmunzelnd. «Für Früchte und Gemüse liebe ich es, auf den Markt zu gehen. Dazu hatte ich in der Schweiz kaum Gelegenheit.»

Auf die Frage, ob sie etwas vermisse oder Heimweh nach der Schweiz habe, antwortet Isabelle Schmidt: «Klar vermisse ich meine Familie und Freunde, Heimweh nach der Schweiz habe ich jedoch noch nicht. Spezielle Dinge vermisse ich nicht aber natürlich, wünsche ich mir von meinen Besuchern immer feinen Käse oder Schokolade.»

Bis Ende 2020 wird Isabelle Schmidt in Lima unterrichten.

«Ob ich danach zurückkomme oder verlängere, steht noch in den Sternen.»

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