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«Ich quäle mich nicht, ich habe Freude am Sport»

Nachgefragt
Die Bernerin Eva Hürlimann geht optimistisch ins Rennen und will in Buchs einen Weltrekord realisieren. (Bild: Katrin Meier)

Die Bernerin Eva Hürlimann geht optimistisch ins Rennen und will in Buchs einen Weltrekord realisieren. (Bild: Katrin Meier)

Sie ist die erste Schweizerin, die einen Quintuple Ultratriathlon in Angriff nimmt. Doch Eva Hürlimann will mehr: Die Bernerin will dabei gleich den aktuellen Weltrekord knacken. Ihr Palmarès ist gespickt mit Podestplätzen bei Kurzdistanz-Rennen, Strassenrennen, Ironman. Und Gigathlon: Gleich bei der ersten Teilnahme 2016 holte Hürlimann den Sieg beim Single Damen Gigathlon Switzerland. 2017 gewinnt sie auch den Gigathlon in Tschechien.

Frau Hürlimann, ihr Mann Hugi wird Sie auch beim Quintuple One per day in Buchs betreuen. Überhaupt ist es seine Schuld, dass Sie auf die Idee gekommen sind, hier zu starten, richtig?

Eva Hürlimann: Das stimmt. Letztes Jahr hat mir Hugi den Artikel über den Ultratriathlon in Buchs im «Fit for life» gezeigt und meinte, «das wär doch was für dich!». Dieser Bericht kam gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn nach den Gigathlon-Teilnahmen in den letzten Jahren suchte ich nach einer neuen Herausforderung. Ich hatte nach den Gigathlon-Zieleinläufen jeweils das Gefühl, dass ich noch weitermachen könnte – daher hat mein Mann schon recht: Ich habe einen Körper und Kopf für ganz lange Distanzen.

Im Gigathlon geht es um Sekunden. Im Ultratriathlon eher um Stunden – oder darum, wie gut man sich quälen kann. Sie muten ihrem Mann zu, ihnen dabei zuzuschauen?

Eva Hürlimann: Er wird mich nicht gross leiden sehen. Ich quäle mich nicht, ich habe Freude am Sport. Fünf Tage lang Sport zu machen ist für mich Freude pur. Klar werden Schmerzen kommen, aber damit kann ich umgehen. Ich habe die Freude noch nie verloren und bin zuversichtlich, dass das auch beim Quintuple One per day vom 25. bis 30. August so sein wird.

Sie möchten nicht weniger als den aktuellen Weltrekord holen. Der liegt aktuell bei etwas unter 76 Stunden, aufgestellt von Christine Couldrey 2016 in Virginia.

Eva Hürlimann: Der Weltrekord ist ein hohes Ziel, aber ein realistisches. Ich darf einfach nicht länger als 15 Stunden pro Tag unterwegs sein. Klar ist es schwierig abzuschätzen, wie der Körper auf eine solche Belastung über mehrere Tage reagiert. Aber am Ende ist es egal, ob ich den Rekord hole, gewinne oder einfach nur finishe – ich möchte eine gute Zeit haben und gesund nach Hause kommen.

Viele schütteln den Kopf, halten Ultratriathlon für ungesund und verrückt – wie reagieren Sie auf solche Vorurteile?

Eva Hürlimann: Verrückt oder sinnlos – das hab ich auch schon zu hören bekommen. Dieser Frage habe ich sogar schon eine Kolumne gewidmet. Es ist alles eine Frage der Perspektive: Für mich ist ein Fussballspiel auch sinnlos. Ich habe bisher aber auch positive Reaktionen erhalten. Die Leute sprechen mich an, auf der Strasse oder auf Social Media. Sie möchten mehr wissen; ein paar bewundern und ermutigen mich, andere verstehen mein Vorhaben nicht ganz. Das ist auch okay – leben und leben lassen finde ich wichtig. Ich muss viel erklären, aber das mache ich gerne. Niemand kann sich vorstellen, wie man fünf Tage lang Triathlon machen kann – für mich ist der Sport aber mehr als ein Hobby, ich finde die Vorstellung super.

Wie haben Sie sich auf diesen Wettkampf vorbereitet?

Eva Hürlimann: Ich versuchte, qualitativ gut zu trainieren und die Trainingszeit optimal mit der Familie zu verbinden. Ich habe längere Trainingseinheiten absolviert und den Schwerpunkt aufs Laufen gesetzt. Vor den fünf Marathons habe ich schon Respekt.

Haben Sie bereits eine Strategie für das Rennen selbst?

Eva Hürlimann: Ich werde sicher nicht zu schnell starten. Die ersten zwei, drei Tage möchte ich langsam angehen. Meine Stärke sind die längeren Rennen; am Schluss kann ich gut noch etwas zulegen, wenn alles stimmt.

Und wie motivieren Sie sich, wenn es mal nicht mehr stimmt?

Eva Hürlimann: Ich habe erstaunlicherweise sehr selten Motivationsprobleme. Wenn ich müde bin, dann setze ich mir ein kurzfristiges Ziel wie die nächste Wechselzone und esse etwas. Ich habe sonst nicht so viel Zeit für mich, deshalb geniesse ich diese Zeit im Wettkampf umso mehr. Ich bin voller Vorfreude auf den Swissultra. Ich fühle mich schon jetzt gut aufgenommen von der Szene und den anderen Athleten, das ist ein schönes Gefühl. Die Ultratriathlon-Family ist wirklich sehr sympathisch. (pd)

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