Max Hefti aus Haag freut sich: «Ich feiere viermal Geburtstag»

Geburtstage können in der Coronakrise nur mit Einschränkungen gefeiert werden. Schöne Überraschungen gab es trotzdem.

Alexandra Gächter
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Robert Hasler feierte am 4. April seinen 94. Geburtstag im Betagtenheim Wartau.

Robert Hasler feierte am 4. April seinen 94. Geburtstag im Betagtenheim Wartau.

Bild: PD

Am 4. April ist Max Hefti aus Haag 80 Jahre alt geworden. Anfang März organisierte er sein Wiegenfest: 15 Personen lud er ins Restaurant Bahnhöfli in Haag ein. Wenige Tage später teilte ihm die Wirtefamilie mit: Die Feier muss wegen des Coronavirus abgesagt werden.

Obwohl die Geburtstagsfeier abgesagt wurde, bleibt der 4. April für Max Hefti in positiver Erinnerung: «Ich habe etliche Gratulationen per Whats-app, Facebook und Telefon erhalten. Es war auch ein Brief aus Amerika dabei», so Hefti. Zusätzlich gab es Geschenke, welche mit dem durch das Coronavirus bedingten Abstand überreicht wurden.

Freude über Musikvideos

Besonders gefreut hat sich der Jubilar über zwei Musikvideos. Seine Tochter hätte ihn eigentlich mit einem Jodelduo im Restaurant Bahnhöfli überraschen wollen. Weil das Fest abgesagt war, nahm sie das Volksmusikstück auf und schickte ihrem Vater das Video via Whatsapp. Die gleiche Idee hatte ein guter Kollege von Max Hefti. Via Computerstick erhielt er einen weiteren musikalischen Videogruss. Whatsapp, Facebook, Video? Alles kein Problem für den 80-Jährigen. «Als ehemaliger NTB-Mitarbeiter bin ich technisch versiert», so Hefti.

Das Geburtstagsessen im Restaurant Bahnhöfli wird Max Hefti nachholen – in kleinen Grüppchen. «Wir werden sobald als möglich immer pärchenweise essen gehen. Das heisst, dass ich nun viermal Geburtstag feiern kann», freut sich Max Hefti.

Den Blumenstrauss im Voraus übergeben

Im Betagtenheim Wartau konnten in den vergangenen Wochen sechs hohe Geburtstage nicht im üblichen Rahmen gefeiert werden. So zum Beispiel auch der 94. Geburtstag von Robert Hasler am 4. April. Zwei Traditionen konnten dennoch weitergeführt werden: Das Geburtstagskind erhielt zum Frühstück ein kleines Törtchen mit Kerze und durfte das Mittagsessen selbst bestimmen. «Normalerweise erhalten die Bewohner von uns zusätzlich Blumen und eine Karte. Da die Blumengeschäfte zu waren, haben wir all denen, die bis Ende April Geburtstag haben, den Blumenstrauss im Voraus – also vor dem Lockdown – organisiert und überreicht», sagt Heimleiterin Beatrice Disch.

«Die Videoanrufe sind wertvoll»

Da eine Bewohnerin traurig war, dass sie am Geburtstag ihre Angehörigen nicht sehen durfte, überlegte sich das Heimteam, wie sie den Bewohnern zusätzlich eine Freude machen könnten. Beatrice Disch sagt:

«Uns war es ein Anliegen, dass wir die Geburtstage trotzdem feiern, auch wenn Besuche verboten sind.»

Also wurde jeweils eine Torte bestellt und ein internes Fest mit den Bewohnern und Mitarbeitenden des Betagtenheims gefeiert. Im Beisein dieser Personen durften die Jubilare die Kerzen ausblasen. «Die Betroffenen hatten unheimlich Freude an dieser kleinen Feierlichkeit. Zwar gab es keine Umarmungen, aber die Feier war herzlich», so Disch.

Von den Angehörigen erhielten die Jubilare zudem Geschenke und Anrufe. Heimleiterin Beatrice Disch stellte ihr Handy für Videoanrufe zur Verfügung. Als Resultat der Coronazeit wird das Betagtenheim Wartau in Zukunft mit einem WLAN für alle ausgestattet. «Gerade für Bewohner, die nicht mehr so gut hören, sind die Videoanrufe wertvoll, da man zusätzlich von den Lippen ablesen kann», so Disch.

Wer Skypen will, darf sich beim Personal melden

Katharina Tinner-Buff aus Sennwald hatte ebenfalls während des Coronalockdowns Geburtstag. Am vergangenen Montag ist die Bewohnerin des Altersheims Forstegg 95 Jahre alt geworden. «Die Familie plante auswärts ein grosses Fest, das leider abgesagt werden musste», sagte Bojana Hagmann, Pflegedienstleiterin des Altersheims Forstegg. Anstelle des Familienfestes gab es ein Fest im Altersheim.

Die Angehörigen lieferten am Eingang Geschenke und einen Kuchen ab. Die Jubilarin durfte zusammen mit den Bewohnern den Kuchen essen und Geburtstag feiern. Aufgrund des Besuchsverbotes hat das Altersheim Forstegg im Beschäftigungsraum einen Laptop mit Skype eingerichtet. «Der Laptop bietet im Gegensatz zum Handy ein grösseres Display.» Angehörige dürfen sich beim Personal melden, wenn sie mit einem Bewohner skypen wollen. Eine Mitarbeiterin betreut zur abgemachten Zeit den jeweiligen Benutzer vor dem Laptop. «Die Bewohner schätzen die Möglichkeit zu skypen sehr», so Hagmann. Nicht nur bei Geburtstagen werde der Service rege benutzt.

«Am Anfang wurde nur vereinzelt geskypt, aber jetzt ‹zieht› es immer mehr. Es entstehen daraus richtige Videokonferenzen mit manchmal bis zu zehn Angehörigen gleichzeitig.»

Als kleine Aufmerksamkeit für alle Frühlings-Geburtstagskinder bot das Alphorntrio Chrüzberg vor einer Woche im Pärkli des Altersheims Forstegg zudem ein Ständli.