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«Ich bin unvoreingenommen»

Ursula Schweizer sieht es als Vorteil, dass sie unbelastet und neutral das Amt als Schulratspräsidentin antreten könnte. «Ich kann gut zwischenmenschliche Beziehungen eingehen und zuhören. Aber ich kann auch einmal böse sein», sagt sie.
Alexandra Gächter
Ursula Schweizer möchte sich in der Gemeinde Gams aktiv einbringen. (Bild: Alexandra Gächter)

Ursula Schweizer möchte sich in der Gemeinde Gams aktiv einbringen. (Bild: Alexandra Gächter)

Am Sonntag, 10. Juni, bestimmen die Gamserinnen und Gamser, wer der neue Schulratspräsident oder die neue Schulratspräsidentin wird. Die 55-jährige Ursula Schweizer ist eine der beiden Kandidierenden.

Wieso wollen Sie Schulratspräsidentin werden?

Ursula Schweizer: Ich möchte mich in der Gemeinde Gams einbringen. Es ist am sinnvollsten, wenn ich mich dort einbringe, wo ich mich auskenne. Von der Wasserkorporation habe ich beispielsweise keine Ahnung, von der Schule schon. Deshalb fühlte ich mich sofort angesprochen, als das Schulratspräsidium frei wurde. Ich bin nicht der Typ, der jahrelang vorausplant, sondern ich reagiere intuitiv auf etwas. Da mein Pensum als Schulleiterin in Nesslau zwischen 50 und 55 Prozent beträgt, würde das Pensum der Schulratspräsidentin von 40 Prozent gut passen.

Zwei der vergangenen Schulrats­präsidentinnen wurden nicht wiedergewählt, eine trat zurück. Schreckt Sie das nicht ab?

Schweizer: Nein, das schreckt mich nicht ab. Da ich etwas ausserhalb des Dorfes Gams wohne, habe ich nicht alles Geschwätz rund um die vergangenen Schulratspräsidentinnen mitbekommen. Vielleicht ist es ja ganz gut so, dass ich nicht alle kenne. So kann ich unvoreingenommen an die ganze Sache herangehen. Trotz der vorherrschenden Freude habe ich aber auch etwas Ehrfurcht vor dieser Position.

Die Schule ist in den vergangenen Jahren mehr in den Mittelpunkt der Bevölkerung gerückt. Inwiefern erschwert dies das Präsidieren des Schulrates?

Schweizer: Möglicherweise ist es so, dass die Gamser der Schulratspräsidentin nun genauer auf die Finger schauen. Jedoch ist die Schule auch gesamtheitlich in den Fokus der Bevölkerung gerückt. Die Politik und andere Gremien mischen sich immer mehr ein. Das beunruhigt mich mehr. Jeder hat mittlerweile das Gefühl, er sei ein Schulexperte, weil er ja früher einmal in die Schule ging. Trotzdem sieht nicht jeder in die Tiefe. Dagegen muss sich der Schulrat verteidigen. Nur weil die Schule vor 30 Jahren auf eine gewisse Weise funktioniert hat, heisst das nicht, dass sie heute immer noch so funktioniert. Heute müssen die jungen Erwachsenen sehr viel selbstständiger im Beruf sein als früher. Hier gibt es ein grosses Unverständnis der Schule gegenüber.

Wie würden Sie dies klären?

Schweizer: Ich gehe nach dem Motto «Die Hunde bellen, aber die Kutsche fährt weiter» vor. Die Schule ist den Kindern und Eltern gegenüber verantwortlich. Zudem hat die Schule einen Auftrag des Kantons einzuhalten. Ich habe Gott sei Dank einen breiten Rücken und halte Reklamationen gut aus und kann abschätzen, was für die Kinder wirklich wichtig ist.

Was muss eine Schulratspräsidentin für Fähigkeiten mitbringen?

Schweizer: Ziemlich viele. Sie ist ein Bindeglied zwischen der Schule, der Bevölkerung und dem Gemeinderat und darf nicht voreingenommen sein. Ein gewisses strategisches Denken ist sehr wichtig. Ausserdem benötigt sie zwischenmenschliche Fähigkeiten sowie administrative und kaufmännische Kenntnisse, Optimismus, einen langen Atem und darf nicht sofort beleidigt sein beim ersten Windchen, das kommt. Natürlich muss sie noch weltoffen und an der Bildung interessiert sein.

Inwiefern besitzen Sie diese Fähigkeiten?

Schweizer: Am allerwenigsten habe ich das strategische Denken. Zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen, den Leuten zuhören oder auch einmal böse sein kann ich hingegen sehr gut. Ich kann auch sehr gut etwas entgegennehmen, das gegen mich gerichtet ist. Ich nehme nicht alles persönlich. Es braucht viel, bis ich wütend werde.

Was für einen Leistungsausweis besitzen Sie?

Schweizer: Ich hatte schon viele Leitungsfunktionen inne auch schon während der Ausbildung zur Handarbeitslehrerin. So war ich Sonntagsschullehrerin und habe in Lagern geleitet. Nach drei Jahren im Beruf habe ich mich im Manor zur Abteilungsleiterin ausbilden lassen und habe sechseinhalb Jahre in leitender Funktion dort gearbeitet. Dann kehrte ich zur Schule zurück. Nun bin ich seit 13 Jahren Schulleiterin in Nesslau.

Welche Eigenschaften schätzen oder stören Sie bei anderen?

Schweizer: Ich finde alle Menschen grundsätzlich sehr interessant. Besonders mag ich Menschen, die offen sind, eine Meinung haben und sich trauen, diese zu sagen. Was mich stört, sind Menschen, die immer nur nicken, dann aber doch nicht ausführen, was man von ihnen verlangt.

Und bei sich selbst?

Schweizer: Ich schätze es, dass ich Menschen mag und gerne mit ihnen arbeite. Ich finde, dass man von allen Menschen etwas lernen kann. Ganz viele Sachen konnte ich von Menschen lernen, die nicht gebildet sind. Zum Beispiel von einem Mädchen, das Trisomie 21 hat. Die Wertung, die wir Menschen manchmal vornehmen, ist so nichtssagend. Störend an mir finde ich, dass ich keine grosse strategische Denkweise habe. Ich bin nicht vollkommen und bin froh, dass der Schulrat in Gams schon lange besteht und dass dieser Kenntnisse zu vielen Themen besitzt. So kann ich den Schulrat zu Rate ziehen.

Sie haben bis jetzt noch nicht im Schulrat Gams mitgewirkt. Sehen Sie das als Vor- oder Nachteil?

Schweizer: Das ist sicher ein Nachteil, denn ich kenne die aktuellen Geschäfte nicht. Ich muss mich also in alles einlesen, reindenken und alles erfragen. Das ist arbeitsaufwendig. Hier hat Matthias Wettstein einen grossen Vorteil. Er weiss, wo er weitermachen muss. Hingegen habe ich den Vorteil, dass ich unbelastet, unvoreingenommen und neutral bin und eine neue Einsicht mitbringe.

Inwiefern könnten Sie Ihre Schulleitung-Erfahrung als Schulratspräsidentin einbringen?

Schweizer: Als Schulleiterin arbeite ich immer eng mit dem Schulratspräsidenten in Nesslau zusammen. Ich sehe in seine Funktionen rein. Mir ist es ein sehr grosses Anliegen, dass klar geregelt ist, welche Kompetenzen der Schulleiter und welche der Schulratspräsident hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Zusammenarbeit wahnsinnig schön sein kann, wenn geklärt ist, wer was macht. So kannAABB22man Energieverschwendung vermeiden.

Wie ist Ihrer Meinung nach die Schule Gams derzeit aufgestellt?

Schweizer: Die Schule Gams ist von der Grösse her ähnlich wie die Schule Nesslau. Es ist auch eine ländliche Sportschule. Ich kenne die Schule Gams von früher. Ich war im Bezirksschulrat und besuchte die Gamser Lehrpersonen im neuen Schulhaus Hof und in der Oberstufe. So durfte ich viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer in Gams kennen lernen. Den Schulrat kenne ich noch nicht. Soviel ich weiss, sind es auch sehr engagierte Leute. Ich freue mich sehr, sie kennen zu lernen.

Haben Sie bereits Verbesserungsvorschläge?

Schweizer: Nein, das habe ich noch nicht.

Wieso nicht?

Schweizer: Ich mache keine Versprechungen, da ich mich noch nicht eingearbeitet habe.

Hat sich das Klima rund um die Schule Gams beruhigt?

Schweizer: Ja, ich denke, dass Matthias Wettstein Ruhe in die Schule bringen konnte. Es istAABB22nahtlos weitergegangen. Mir ist es aber sehr wichtig, dass die Bevölkerung eine Auswahl hat am 10. Juni. Ansonsten wird der einzige Kandidat vielleicht mangels Alternativen gewählt, obwohl er nicht den Wünschen der Bevölkerung entspricht. Es wäre schlecht für die ­Gemeinde Gams, wenn nach zwei JahrenAABB22wieder jemand anderes gewählt ­würde.

Wie sehen Sie die Zukunft der Schule Gams?

Schweizer: Wie jede Schule muss sich die Schule Gams am Lehrplan 21 und an der Digitalisierung orientieren. Wichtig ist, dass man das Gute an der Schule, dem System, den Lehrpersonen und den Kindern sieht und bewahrt. Erst dann soll und kann man sich weiterentwickeln. Jede Schule muss sich weiterentwickeln, aber das macht die Schule Gams ja.

Wieso sollen die Wähler Ihnen ihre Stimme geben?

Schweizer: Ein Grund ist, weil es sonst keine Frau mehr im Gemeinderat Gams hat. Ein weiterer Grund ist, dass ich mich in der Bildung auskenne und in diesem Bereich bereits gearbeitet habe.

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