Hotels in der Region: Die Gastgeber-Pflicht wird erfüllt

In vielen Branchen bleiben nun die Türen geschlossen. Doch wer im Hotel ein Zimmer buchen will, erhält auch eins.

Robert Kucera
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Andreas Müller vom Hotel Buchserhof in Buchs will in dieser schwierigen Zeit die Moral so gut es geht aufrechterhalten.

Andreas Müller vom Hotel Buchserhof in Buchs will in dieser schwierigen Zeit die Moral so gut es geht aufrechterhalten.

Bild: Robert Kucera

Verschlossene Türen vor Geschäften, leere Strassen. Die Corona-Krise sorgt mitunter für triste Bilder in Städten und Dörfern. Doch es ist längst nicht alles zu.

«Unser Hotel wird weiter betrieben, denn das Bedürfnis, dass Gäste eine Unterkunft suchen, ist nach wie vor da», hält Andreas Müller, Besitzer vom Hotel Buchserhof in Buchs, fest. «Das Hotel ist ein Dienstleiter. Wir wollen grundsätzlich da sein für die Menschen. Ich empfinde dies als meine Pflicht als Gastgeber und es ist eine Berufung», erklärt Roland Stump, Besitzer vom Hotel Stump’s Alpenrose in Wildhaus.

Lernende sind gefordert und werden gefördert

Den Gast zufriedenzustellen, steht für beide Hotelbetreiber im Zentrum. Da die Zimmerbelegung derzeit 90 und mehr Prozent unter dem üblichen Stand im März ist, benötigt man aber nicht mehr das gesamte Personal. Sowohl im Buchserhof als auch in Stump’s Alpenrose herrscht Kurzarbeit. «Die ausländischen Mitarbeiter durften, so lange es noch ging, nach Hause fliegen. Jene aus der Schweiz sind zu Hause bei ihren Familien», erklärt Roland Stump.

Vollbestand, so Andreas Müller, herrscht auch im Buchserhof nicht mehr. Man habe jetzt am Anfang, erläutert Müller, noch Arbeit gefunden. Dies wird kein Dauerzustand bleiben: «Irgendwann ist dann alles geputzt und erledigt.»

Von der Kurzarbeit, die man angemeldet und bewilligt erhalten hat, sind Lernende ausgeschlossen. «Wir halten den Betrieb mit den Auszubildenden aufrecht. Sie gewährleisten die Dienstleistungen, welche die Gäste benötigen», gibt Müller Auskunft.

Im Obertoggenburg sieht es gleich aus. «Die Lernenden werden weiterausgebildet. Denn diese Verpflichtung haben wir und wir setzten dies auch konsequent um. Die Lernenden betreuen nun den Grossteil der Dienstleistungen», informiert Stump.

Grosse Kulanz der beiden Hotels

Haufenweise Stornierungen von Übernachtungen, abgesagte Seminare, Familienfeste und Vereinsversammlungen – es trifft die Hotels hart. «Das ist ein Stich ins Herz», so beschreibt es Andreas Müller vom Hotel Buchserhof in Buchs. «Die Einnahmen, die uns nun fehlen, tun weh», sagt Roland Stump von Stump’s Alpenrose in Wildhaus. Er schätzt, dass mit einem Schlag 130000 Franken futsch sind.

Arg gebeutelt zeigen beide Unternehmen jedoch Grösse. «Wir waren sehr kulant und haben zu Gunsten des Gasts entschieden», lässt Müller durchblicken, dass den Buchserhof-Gästen sämtliche Zahlungen zurückbezahlt wurden. So weit sei man in der Alpenrose noch nicht, wie Stump sagt. «Das Hotel wird sich so kulant wie immer möglich zeigen», verspricht er. Man stehe mit jedem einzelnen Gast in Kontakt, individuelle Lösungen werden angestrebt.

Gesund bleiben und die Moral aufrechthalten

Die Corona-Krise stellt nicht nur eine finanzielle Herausforderung dar. Auch psychisch sei man gefordert. «Man macht sich täglich Gedanken. Auf der anderen Seite wissen wir, dass wir nicht alleine sind. Es sind sehr viele genau gleich betroffen wie wir», sagt Müller, der auch während dieser Phase positiv bleiben will: «Die Situation ist ernst, sie ist nicht einfach. Doch wir sitzen alle im selben Boot. Wichtig ist: Gesund bleiben, die Moral aufrecht halten und das ganze durchstehen.»

Homeoffice und Take-away

In diesen Tagen müssen Hotels kreativ sein. Die Hotels Stump’s Alpenrose in Wildhaus und Buchserhof in Buchs bieten etwas neues an. Im Obertoggenburg erhalten all jene ein Zimmer für Homeoffice, die diese Art des Arbeitens nicht zu Hause durchführen können. Auch für die Verpflegung dieser speziellen Gäste ist gesorgt. Das Hotel bietet hier Take-away-Service an.

Der Buchserhof hat nicht nur im Hotelsegment seine Stammgäste. Das Restaurant wird gut frequentiert. Doch nun muss es geschlossen bleiben. «Da man aber Take-away anbieten darf, sind wir auf die Idee gekommen, dies zu probieren», sagt Andreas Müller. Die Stammgäste können nun ihr Essen abholen kommen. Müller hält fest, dass es gut angelaufen sei, «Mal schauen, wie es sich weiter entwickelt».