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«Hölzig Alvier» bleibt erhalten

Das bekannte Restaurant am Buchserberg war 61 Jahre lang im Besitz der Familie Rüetschli. Nun wird es per 1. Juni an Sandra Dobler und Martin Sturzenegger verkauft.
Hansruedi Rohrer
Der «Hölzig Alvier» mit Monika Rüetschli, Marlies Boser-Rüetschli, Mutter Heidi Rüetschli und den neuen Besitzern Sandra Dobler und Martin Sturzengger (von links). (Bild: Hansruedi Rohrer)

Der «Hölzig Alvier» mit Monika Rüetschli, Marlies Boser-Rüetschli, Mutter Heidi Rüetschli und den neuen Besitzern Sandra Dobler und Martin Sturzengger (von links). (Bild: Hansruedi Rohrer)

Es fällt den beiden Schwestern, Monika Rüetschli und Marlies Boser-Rüetschli, sehr schwer, das Restaurant und Erbe ihres Vaters aus den Händen zu geben. Doch mit dem Wissen, dass die neuen Besitzer die beliebte Gaststätte an der Buchserbergstrasse, auf 800 m über Meer, mit dem «steinernen Alvier» im Hintergrund, im Stil und Sinn weiter zu führen gedenken, machte die Entscheidung leichter.

Es war im Jahre 1957, als das junge Ehepaar Heidi und Walter Rüetschli-Burri nach Buchs zog, um das Gasthaus & Pension Alvier, wie das Restaurant damals hiess, von der Besitzerin Anna Beusch-Künzle zu übernehmen. Heidi Rüetschli, die zehn Jahre in Genf lebte und dort ihren Mann kennenlernte, kehrte damit wieder in ihre alte Heimat zurück. Während Walter Rüetschli immer seinem Beruf als Feinmechaniker nachging, führte Ehefrau Heidi den «Alvier» mit Serviertöchtern und zog nebenbei ihre drei Töchter gross. Ihr Vater, Jakob Burri sel., war aber immer wenn Not am Mann war, zur Stelle und half tagelang z. B. als Geschirrspüler (Tellerwäscher) in der Küche aus. Auch Nachbarinnen eilten zu Hilfe, wenn ein Grossanlass oder eine «Grossputzete» anstand. Damals wurden Pensionszimmer vermietet, allerdings nur im Sommer, im Winter war es zu kalt. Wirtesonntage gab es zu Beginn keine – das wäre im Dorf nicht gut angekommen. Erst später, als die Kinder zur Schule gingen, wurde das Gasthaus mittwochs geschlossen, um auch die Wocheneinkäufe an diesem Tag erledigen zu können.

Haus und Restaurant waren damals unbeheizt, einzig in der Gaststube stand der Kachelofen, welcher später durch einen Ölofen ersetzt wurde. In der Küche war eine einfache Spüle, der Kochherd musste erst von der Gant wieder zurück gekauft werden. Die Holzböden in der Beiz mussten gebohnert, die Wäsche in der Waschküche im Stall nebenan im Zuber von Hand gewaschen werden – es waren schwierige erste Jahre für die junge Familie!

Viele spezielle Anlässe, wie die «Metzgete mit Runggels Christli», der als Stör- und Hausmetzger unterwegs war, der jährliche «Chüngelifrass», das Preisjassen und natürlich die alljährliche Schlittelbahn waren die Attraktionen im Gasthaus Alvier und am Berg. Zudem wurde damals viel gesungen und die Gemütlichkeit am runden Tisch gepflegt. Oftmals kamen die Gäste erst, nachdem im Dorf Feierabend war. Selbstverständlich stand die Wirtin auf und schenkte den Durstigen wieder ein.

«Es war Liebe auf den ersten Blick»

Nach 16 Jahren, also 1973 liess sich die Familie Rüetschli in Räfis nieder und verpachtete den Alvier an Ueli und Marianne Schlegel. Danach lösten sich bis heute verschiedene Pächter ab. Nun ist mit dem Abschied von Saskia und Michi, die zwei Jahre lang sehr erfolgreich im «Hölzige Alvier» gewirkt haben, auch ein Besitzerwechsel fällig geworden. Die neue Wirtin und Besitzerin, Sandra Dobler, ist in Buchs und Sevelen aufgewachsen und absolvierte ihre Lehre als Serviceangestellte im Restaurant Rose in Sargans. Sie sieht die Weiterführung des Restaurants als neue Herausforderung und freut sich sehr darauf. «Es ist Zufall, dass ich in diese Gegend zurück komme – doch es war Liebe auf den ersten Blick mit diesem altbekannten und charmanten Gasthaus», sagt sie. Eröffnung ist zwischen Mitte Juni und Anfang Juli.

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