Buchs
Hoher Besuch aus Bern: Nationalrat Christian Lohr am BZB in Buchs

An ihrem letzten Arbeitstag nach 41 Jahren als Lehrerin erhielt Karin Steiger Besuch von Nationalrat Christian Lohr. Wegen Corona war der sonst übliche Besuch im Bundeshaus in Bern nicht möglich.

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Weil der Besuch im Bundeshaus wegen Corona nicht möglich war, kam Nationalrat Christian Lohr zu Karin Steiger nach Buchs.

Weil der Besuch im Bundeshaus wegen Corona nicht möglich war, kam Nationalrat Christian Lohr zu Karin Steiger nach Buchs.

Bild: PD

(pd) Seit über 40 Jahren sind Christian Lohr und die Familie von Lehrerin Karin Steiger eng befreundet. Jedes Jahr besucht sie mit ihrer Klasse eine Session im Bundeshaus in Bern und anschliessend führt Nationalrat Lohr eine Gesprächsrunde durch. Leider konnten diese wertvollen Besuche in den beiden letzten Jahren wegen der Coronasituation nicht durchgeführt werden.

Spontan meldet sich dafür Nationalrat Lohr bei Karin Steiger und besucht nun sie und ihre Klasse an diesem doch sehr speziellen letzten Arbeitstag vor der Pensionierung im Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs (BZB).

Von St.Gallen über Rorschach nach Buchs

Im April 1980 trat Karin Steiger als junge Lehrerin ihre erste Stelle in einer 9. Klasse in St.Gallen an. Nach einem Jahr wechselte sie nach Rorschach an die Realschule. Nicht viel älter als ihre Schülerinnen und Schüler (und schon gar nicht grösser) konnte sie die Jungen begeistern und motivieren.

Mit viel Freude unterrichtete sie einige Jahre und wechselte dann in die Sekundarschule Rorschach, wo sie ihr Hobby, den Sport, zum Beruf machen konnte. Als ehemalige Schwimmerin, Skirennfahrerin und Jazztanzlehrerin bestand ihr Alltag aus Sport. Sie bildete als Skiinstruktorin junge Skilehrer aus und lernte im Sport zu siegen, zu verlieren, zu kämpfen.

Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes im jungen Alter von 30 Jahren orientierte sich Karin Steiger neu und begann im Rheintal einen neuen Lebensabschnitt in Angriff zu nehmen. Neue Aufgaben motivierten sie, nach vorne zu schauen. Einige Jahre unterrichtete sie fremdsprachige Jugendliche in der deutschen Sprache. Sie hatte das Glück, einen wundervollen Mann heiraten zu können und sie durften stolze Eltern eines Sohnes werden.

Christian Lohr besuchte Karin Steiger und ihre Schülerinnen und Schüler am BZB.

Christian Lohr besuchte Karin Steiger und ihre Schülerinnen und Schüler am BZB.

Bild: PD

Sie wagte sich oft aufs Glatteis in Wildhaus und wurde eine erfolgreiche Curlingspielerin, auch dort erlangte sie das Diplom der Instruktorin und konnte so Curlerinnen und Curlern Technik und Taktik vermitteln. Die Arbeit mit Jungen und Erwachsenen liebte sie über alles und fand immer schnell den Draht zum Gegenüber – egal ob in der Schule oder im Sport.

Neue Aufgaben lockten Karin Steiger schon immer und so wechselte sie mit Begeisterung in den «Grossbetrieb» BZB in Buchs. Dort schnell angekommen, entfalteten sich ihre Freude am Lehrerberuf, ihre Motivation und Engagement voll und ganz. Sie setzte sich in verschiedenen Bereichen ein, als Teamplayerin wurde ihre Arbeit von allen sehr geschätzt und man konnte sie überall einsetzen.

Lernende auf den Lehrabschluss vorbereitet

Im Alter von 49 entschied sich Karin Steiger zu einem Nachdiplomstudium an der PH St.Gallen und schloss erfolgreich mit dem CAS für Allgemeinbildung ab. Von nun an durfte sie Lernende auf ihre Lehrabschlussprüfung im Fach Allgemeinbildung vorbereiten. Sie bezeichnete diese Aufgabe als Ziel ihrer beruflichen Laufbahn. Sie liebte diesen Bereich der Arbeit und unterrichtete erfolgreich Klassen aus diversen Berufen: Polymechaniker, Landwirte, Coiffeusen, Montageelektriker, Schreiner und Zeichner/Fachrichtung Architektur. Sie sah sich nie als Kumpel der Lernenden, übernahm immer den Lead und arbeitete mit den Lernenden als Team zusammen.

Erfolgreich konnte die Klasse ZFA4 an der diesjährigen VA-Prämierung die ersten drei Ränge belegen – was für ein Abschiedsgeschenk an ihre ABU-Lehrerin.

Erfolgreich konnte die Klasse ZFA4 an der diesjährigen VA-Prämierung die ersten drei Ränge belegen – was für ein Abschiedsgeschenk an ihre ABU-Lehrerin.

Bild: PD

Bei verschiedenen Umfragen wurde eines klar – ihre Art wurde von allen sehr geschätzt und die Stimmung im Schulzimmer wurde von allen als überaus wertvoll erlebt und gelebt. Ganz wichtig für Karin Steiger war immer «H-H-H». Zusammenarbeiten mit Hirn, Herz und Humor. So entstand schnell ein Klima zwischen ihr und den Lernenden, in dem Wissen vermittelt wurde, Leistungen verlangt und abgerufen wurden, das Herz stand für einen respektvollen Umgang miteinander – Akzeptanz und Engagement füreinander waren zentral im Schulalltag, wie eben auch immer eine Prise Humor.

Nach 41 Jahren in die wohlverdiente Pension

Sehr zufrieden schaut Karin Steiger auf 41 Jahre in der Schule zurück – eine spannende Zeit, wie sie immer wieder betont. Die Entwicklung von den violetten Matrizen über erste Kopiergeräte und hin zum Internet und PC im Unterricht, auch Apps auf dem Handy, forderten immer wieder neue Aufgaben und Abwechslung. Das alles begeisterte Karin Steiger immer sehr und spornte sie an, dranzubleiben und motiviert mit den jungen Menschen Neues zu erlernen.

Nun freut sich Karin Steiger auf ihre Pension, sie bezeichnet es als Belohnung ihres ganzen Lebens bis jetzt. Glücklich stimmt sie, dass sie während all der Jahre jeden Tag motiviert und mit Freude in die Klassen gehen konnte, vor allem dass die Authentizität ihrer Persönlichkeit bei den Lernenden einfach so mühelos funktioniert hat, macht sie sehr glücklich. Der Lehrerberuf ist – oder war – ihre Berufung.

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