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Hohe Temperatur ist gut fürs Belagsmaterial, weniger für die Strassenbauer

Der derzeitige Belagseinbau auf der Kantonsstrasse in Trübbach ist für die Strassenbauer schweisstreibend. Nicht nur die Sonne heizt ordentlich ein, sondern auch die bis zu 180 Grad heisse Belagsmasse.
Corinne Hanselmann
Die Strassenbauer trotzen der Hitze beim Belagseinbau in Trübbach. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Die Strassenbauer trotzen der Hitze beim Belagseinbau in Trübbach. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Mit dem Handrücken wischt sich ein Strassenbauer den Schweiss von der Stirn. Dann nimmt er die Schaufel wieder zur Hand. Nach und nach kippt ein Lastwagen die bis zu 180 Grad heisse Masse in die Belagseinbaumaschine. Die Luft flimmert vor Hitze. Das imposante Gefährt verteilt das schwarze Gemisch auf dem Boden. Der neue Belag ist noch heiss – es fühlt sich daneben ähnlich an wie in einer Sauna.
Seit August 2018 wird an der Sanierung der Kantonsstrasse durch Trübbach gearbeitet. Die Strassenbauer der Toldo AG bauten am Donnerstag auf einer weiteren Etappe die Fundationsschicht ein. Trotz der heissen Temperaturen.

Sonnencreme und Getränke stellt der Arbeitgeber

«Wenn möglich passen wir bei Hitzewellen teilweise die Arbeitszeiten an und beginnen morgens um 6 statt um 7 Uhr», sagt Bauführer René Scherrer. So könne man der grössten Hitze am späteren Nachmittag entgehen und früher Feierabend machen. Je nach Standort der Baustelle sei dies aber schwierig, wenn sich Anwohner durch den Baulärm gestört fühlen und reklamieren. Auch sonst ist er um das Wohl seiner Arbeiter bemüht: «Wir geben den Leuten Getränke ab, die können sie im Magazin mitnehmen – jetzt brauchen sie natürlich mehr als sonst.» Auch Sonnencreme wird zur Verfügung gestellt. Zudem haben die Mitarbeiter die Weisung erhalten, zwischendurch mal eine Pause zu machen im Schatten.

Logistische Herausforderung

Der Lastwagen hat seinen Belag abgeladen. Er fährt aus der Baustelle raus – der nächste steht schon bereit. «200 Tonnen Belag werden auf dem 115 Meter langen Abschnitt heute verbaut», weiss René Scherrer. Was später noch folgen wird, ist der drei Zentimeter dicke Deckbelag. Ein Strassenbauer schaufelt etwas Belag in eine Kartonschachtel. «Das ist eine Probe. Die wird aufbewahrt, falls später einmal etwas sein sollte mit diesem Belag», erklärt Scherrer und misst mit einem Gerät die Temperatur des frisch angelieferten Materials. Geliefert wird dieses aus Sennwald in abgedeckten Thermomulden.

Die Platzverhältnisse sind knapp. Nebenan rollt permanent starker Verkehr. Da nur eine Spur befahrbar ist, regelt eine Lichtsignalanlage den Verkehr. 2018 wurden durchschnittlich rund 8800 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Die Logistik auf einer solchen Baustelle ist eine Herausforderung. Auch deshalb könne man die Arbeiten nicht einfach spontan verschieben wegen der Hitze.

«Der Zeitplan verlangt, dass jetzt der Belag eingebaut wird.»

Schliesslich soll die Sanierung im kommenden Jahr abgeschlossen werden. «Bis zu den Betriebsferien Ende Juli werden wir etwa zwei Drittel des Belags eingebaut haben.»

«Man gewöhnt sich an die heissen Temperaturen»

Durch das heisse Wetter bleibt der Belag länger warm. «Für das Material ist die Temperatur um 30 Grad beim Einbau eigentlich ideal – aber für die Leute ist es natürlich nicht so angenehm», sagt Scherrer, der früher selber im Strassenbau gearbeitet hat. Als Bauführer ist er auch heute noch fast täglich auf Baustellen anzutreffen, wenn auch in anderer Funktion. Aus Erfahrung weiss er: «Man gewöhnt sich an die heissen Temperaturen.»

Kurze Hosen werden toleriert

Er hat auch Verständnis, dass die Strassenbauer kurze Hosen tragen. «Ich persönlich trug auf der Baustelle auch lieber kurze Hosen. Wichtiger sind Sicherheitsschuhe wegen der grossen Hitze des Belags.» Gemäss den Empfehlungen des Verbandes Arbeitssicherheit Strassenunterhaltsdienst ist der Standort der Baustelle entscheidend dafür, welche Kleider getragen werden sollten. «Auf Baustellen ausserorts oder auf der Autobahn sind lange Hosen mit den entsprechenden Reflektorstreifen für die Sichtbarkeit absolute Pflicht. Für innerorts sind die Bestimmungen etwas schwammig», so der Bauführer. Er toleriert deshalb kurze Hosen auf seiner Baustelle.

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