Hohe briefliche Wahlbeteiligung: In Buchs und Wildhaus-Alt St. Johann kämpfen zwölf Kandidierende um sechs Sitze

In der Stadt Buchs, in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann, sowie in beiden Ortsgemeinden von Gams und Wartau finden am Sonntag zweite Wahlgänge statt. Auch Richterwahlen stehen auf dem Programm.

Heini Schwendener
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Vier Sitze im Buchser Stadtrat werden beim zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag vergeben.

Vier Sitze im Buchser Stadtrat werden beim zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag vergeben.

Bild: Heini Schwendner

Bei den Kommunalwahlen vom 27. September sind nicht in allen Gemeinden die Würfel gefallen. In Buchs sind noch vier Sitze im Stadtrat nicht besetzt. In Wildhaus-Alt St.Johann sind noch immer zwei Sitze im Gemeinderat zu vergeben. Auch bei den Wahlen in die Verwaltungsräte der Ortsgemeinden kommt es in Gams und Wartau am kommenden Sonntag zu einem zweiten Wahlgang.

Kampfwahlen um Ratssitze, stille Wahl ins Präsidium

Dass es für vier Behörden zu zweiten Wahlgängen kommt, zeigt: Es gibt überall mehr Kandidierende, als es noch freie Sitze hat. Andernfalls wäre es nämlich zu einer stillen Wahl gekommen. Wie in der Gemeinde Wartau, wo niemand mehr gegen Andreas Bernold, der im ersten Wahlgang für das Gemeindepräsidium das klar beste Resultat erzielt hatte, antreten wollte. So wurde der amtierende Gemeinderat Andreas Bernold in stiller Wahl zum Gemeindepräsidenten.

Besonders brisant ist die Ausgangslage in Buchs. Zwei Kandidatinnen und sechs Kandidaten kämpfen um einen der vier noch freien Mandate im Stadtrat. Weil während einiger Amtsdauern bei Rücktritten eines Stadtrates jeweils die entsprechende Partei einen unbestrittenen Nachfolger präsentiert hatte, gab es in Buchs seit einer gefühlten Ewigkeit keine Kampfwahlen mehr.

33 Prozent in Buchs, 40 Prozent in Wildhaus-Alt St.Johann

2020 ist dies jedoch anders, und das schlägt sich auch in der bisherigen Stimmbeteiligung nieder. Bis gestern haben bereits 33 Prozent der Buchser Stimmberechtigten brieflich gewählt. Das liegt leicht unter dem Wert vom Dienstag vor dem ersten Wahlgang. Damals hatten 36 Prozent der Buchserinnen und Buchser brieflich ihre Wahlzettel eingereicht. Es ist klar: Kampfwahlen locken tendenziell mehr Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an die Urne bzw. bewegen sie zur brieflichen Stimmabgabe. Bei «normalen» Wahlen und Abstimmungen haben vier Tage vor dem Wahlwochenende jeweils nur etwa 20 bis 25 Prozent der Buchser Stimmberechtigten brieflich gewählt und/oder abgestimmt.

Auch in Wildhaus-Alt St.Johann gibt es doppelt so viele Kandidierende für den zweiten Wahlgang, als es noch freie Sitze im Gemeinderat hat. Zwei Frauen und zwei Männer kämpfen um die Gunst der Wählerschaft. Diese wiederum hat bis am Dienstag zahlreich von der Möglichkeit der brieflichen Stimmabgabe Gebrauch gemacht. 40 Prozent der Stimmberechtigten haben bereits brieflich gewählt.

Schafft eine Frau die Wahl in den Stadtrat?

Bei den Buchser Kommunalwahlen geht es nicht nur um die parteipolitische Zusammensetzung der Behörde, sondern auch darum, ob es künftig eine Stadträtin gibt – oder sogar mehrere. Katrin Frick ist nämlich seit ihrer Wahl die einzige Frau in diesem Gremium, doch sie wird als Schulpräsidentin und nicht als Stadträtin gewählt.

In den Gemeinden Gams und Wartau können die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger noch einmal kommunal wählen. In Wartau gibt es vier Kandidierende für zwei freie Sitze im Verwaltungsrat, in Gams sind es zwei Kandidierende für einen freien Sitz.

Wählen können die Werdenberger Stimmberechtigten am kommenden Sonntag auch die nebenamtlichen Richterinnen und Richter für das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland. Elf Kandidierende gibt es, aber nur zehn Sitze.