Wangs/Grabs
Hoffnung in Schulen in Kenia dank regionaler Hilfe

Das Jahr 2020 war für alle sowohl in der Schweiz wie überall auf der Welt sehr schwierig. Besonders schwierig in Ländern wie Kenia. Im März wurden alle Schulen geschlossen. Ein harter Lockdown wurde über das ganze Land verhängt, Menschen verloren ihre Arbeit, viele Familien leiden Hunger.

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Wichtige Hilfe: Der Direktor des Kinderheims mit ausgezeichneten Schülern.

Wichtige Hilfe: Der Direktor des Kinderheims mit ausgezeichneten Schülern.

PD

(pd) Dank der Hilfe verschiedener Spenden konnte der Verein Kinderheim St.Paul der Geschwister Schumacher Grabs/Wangs zwei zusätzliche Schulzimmer bauen sowie alle notwendigen Hygieneeinrichtungen für die Schule anschaffen. Neue Möbel mussten gekauft werden. Bis anhin sassen bis zu sechs Schüler in einer kleinen Bank, nun haben sie Einzeltische. Ein grösserer Wassertank war notwendig, damit vor allen Schulzimmern Wasser vorhanden ist.

Schulen, welche diese Massnahmen nicht einrichten konnten, durften Anfang Januar nicht öffnen. Beispielsweise ist eine Schule für 500 Schüler, welche in der Nähe des Kinderheims St.Paul steht, immer noch geschlossen. Vielleicht können sie dann Ende März mit dem Unterricht beginnen. Die Regierung hatte versprochen, Hilfe zu leisten, aber Geld kam nie an.

Einige Schulen bleiben das ganze Jahr geschlossen

Die Forest Edge Faith Academy, wie die Schule des Vereins Kinderheim St.Paul heisst, hat mit 225 Schülern den Unterricht wieder aufgenommen. Letztes Jahr besuchten 120 Schüler die Schule. Neue Schüler kamen aus Schulen, welche nicht öffnen durften. Einige davon werden im ganzen Jahr 2021 geschlossen blieben. Was das für die Schüler und die Eltern bedeutet, kann man sich vorstellen.

Die Regierung hat nun beschlossen, dass bis Ende Mai kein Schulgeld eingezogen werden darf. Lehrerlöhne stehen aber an, ebenso die Mittagsverpflegung für die 225 Schüler. Direktor Francis Muzozo Goloba berichtete, dass einige Kinder ohne Essen und Getränke zur Schule kommen. Um 11 Uhr erhalten sie Tee als erste Verpflegung des Tages. Dann gibt es Mittag­essen, welches oft die einzige Mahlzeit ist. Der Verein versucht nun, die Schule mit Lehrerlöhnen und Verpflegung zu unterstützen.

Im Kinderheim geht der Alltag weiter

Dem Kinderheim St.Paul geht es besser. Viele Kinder besuchen den Unterricht, die Kleinen bleiben im Heim. Seit Dezember ist wieder ein Baby dort: Eine 14-Jährige wurde vor einer Zwangsheirat gerettet und ins Heim gebracht, wo sie dann ein gesundes Mädchen zur Welt brachte.

Die jüngste Mutter in St. Paul.

Die jüngste Mutter in St. Paul.

PD

Auf der Farm wird viel Knoblauch und anderes Gemüse angepflanzt. Dazu wurden zehn Personen aus der Region angestellt, welche so etwas Geld für den Unterhalt ihrer Familien verdienen können. Nun hoffen alle auf eine gute Ernte.

Landwirtschaftliche Ausbildung für junge Leute

Zwei junge Leute, ein Mann und eine Frau aus dem Kinderheim, machen dank des Vereins Kinderheim St.Paul eine landwirtschaftliche Ausbildung. Diese können sie gut anwenden, im Heim bei den Tieren und ebenso auf der Farm.

Das Projekt zur Integration Jugendlicher nach dem Heimaustritt ist gut angelaufen, in dieser wirtschaftlichen Situation aber ein schwieriges Unterfangen. Sobald es die Situation erlaubt, werden die Geschwister Schumacher aus Wangs/Grabs dem Heim und der Schule wieder einen Besuch abstatten, um vor Ort die Situation zu besprechen.

Hinweis
Verein Kinderheim St.Paul, Raiffeisenbank Sarganserland, 8887 Mels, IBAN: CH72 8128 1000 0076 8869 5