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Heu, soweit die Wiese reicht - Landwirte können auch im Werdenberg eine grosse Ernte einfahren

Die Trockenheit sorgte im vergangenen Jahr 2018 für zu wenig Heu-Ertrag und machte Zukäufe nötig. Dieses Jahr sieht es besser aus.
Bianca Helbling
Bisher zeigen sich die Landwirte zufrieden mit der Heusaison. (Bild: Urs Jaudas)

Bisher zeigen sich die Landwirte zufrieden mit der Heusaison. (Bild: Urs Jaudas)

Hohe Temperaturen, strahlender Sonnenschein, dazu kein Tropfen Regen: So lautete der Wetterbericht letzten Sommer beinahe täglich. Die anhaltende Trockenheit bei hohen Temperaturen war für die Landwirte nicht nur anstrengend, sie vermieste ihnen auch die Heu-Bilanz.

Denn durch die fehlende Feuchtigkeit vertrockneten die Grasnarben, das Gras wuchs nicht und über den Winter hinweg verteuerten sich wegen des daraus resultierenden Mangels die Heupreise massiv (der W&O berichtete).

25 Prozent mehr Heu als im Vorjahr

Heuer scheint die Lage besser. Trotz der bereits zweiten Hitzewelle ist die Heuproduktion auf Kurs.

Daniel Leuener, Landwirt aus Sennwald, erklärt: «Bis jetzt haben wir ein gutes Jahr mit eher hohen Erträgen. Im Vergleich zum letzten Jahr bedeutet dies natürlich einen grossen Unterschied. Wir haben momentan ungefähr 25 Prozent mehr Heu auf dem Heustock als 2018 zu dieser Zeit.»

Letztjährige Dürre sorgte für Mangel und Überschuss

Mit dem bisherigen Verlauf der Heusaison ist Leuener dementsprechend sehr zufrieden: «Die Qualität ist trotz der letztjährigen Trockenheit erstaunlich. Mittlerweile sind wir beim dritten Schnitt von geplanten fünf, wir sind also auf Kurs.»

Auch Andreas Widmer, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes, zeichnet ein positives Bild: «Im Talgebiet und in den Hügelgebieten konnte 2019 bisher sehr viel Heu und Emd produziert werden», erklärt er im Gespräch mit dem «St. Galler Tagblatt».

«Da der Boden im Frühjahr genügend Wasser gespeichert hat, herrschten im warmen Juni ideale Bedingungen für das Gras.»

Die Dürre 2018 hat laut Widmer gleichzeitig für Mangel und Überschuss gesorgt. «Es macht den Anschein, dass sich im letzten Jahr in den Böden aufgrund des trockenen Sommers mit tiefen Erträgen grosse Nährstoffreserven gebildet haben.» Diese Reserven hätte das Wachstum in diesem Jahr stark gefördert. Der Preis für 100 Kilo Heu liege aktuell bei 30 Franken, sagt Widmer. 2018 kostete dieselbe Menge zeitweise über 40 Franken.

Daniel Leuener produziert selbst viel Heu und verkauft einen Grossteil davon. «Im Frühling herrschte ein regelrechter Ansturm aufs Heu, wir waren sofort ausverkauft.»

Abkühlung und Regen ist nun wichtig

Dem Sennwalder zufolge hängt die Heumenge insbesondere bei Dürre stark vom Standort ab. Bei einer seiner Wiesen am Berg befand sich 2018 zu wenig Humus im Boden. In der Folge konnte Leuener nur ein bis zwei Schnitte tätigen. In noch extremeren Regionen mussten viele Landwirte Wiesen komplett neu einsäen. Das soll dieses Jahr nicht passieren.

Aber durch die Hitzewellen steht die gute Bilanz gemäss Leuener auf der Kippe. «Bisher hat es trotz des warmen Wetters mindestens einmal pro Woche geregnet, das hat das Heu gerettet. Jetzt wird es langsam wieder kritisch, weil die Erde immer trockener wird. Die kommende Abkühlung inklusive Regen ist also wichtig für die Pflanzen.»

Für die Zukunft müssen Alternativen her

Das Problem des fehlenden Heus könnte sich in Zukunft noch vergrössern. Regelmässige Hitzewellen werden aufgrund der Klimaerwärmung zur Realität. Wiesen zu bewässern, ist aber keine Option, weiss Leuener. «Das wäre extrem schwierig. Es bräuchte sehr grosse Wassermengen vom Grundwasser, das bei Trockenheit sowieso schon knapp ist. Bewässern wäre also wirklich ein Tropfen auf den heissen Boden.»

Er setzt auf andere Methoden: «Man könnte spezielle Grassorten wie Luzernen hineinmischen. Diese Art mag trockene Böden. Sie ist unempfindlich, beliebt bei Tieren und bildet eine lange Wurzel, die Wasser aus der Tiefe hinaufzieht. Zudem darf auch die Lage der Wiese und die Bodenzusammensetzung nicht unterschätzt werden.»

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