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«Herzhaft gsund» findet nicht in allen Gemeinden Zuspruch

«Nicht primär Gemeindeaufgabe», «thematisch zu stark ausgeweitet», «zu wenig Aktivitäten»: Das sagen die Werdenberger Gemeinden, die das regionale Präventionsprojekt nicht mehr unterstützen. Die anderen finden es wertvoll und einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung.
Thomas Schwizer
An Gesundheitstagen wie hier and er Wiga 2017 geben Fachleute aus dem Gesundheitswesen unter anderem Auskunft über Massnahmen zur Gesundheitsvorsorge und richtiges Verhalten im Notfall. (Bild: Hansruedi Rohrer)

An Gesundheitstagen wie hier and er Wiga 2017 geben Fachleute aus dem Gesundheitswesen unter anderem Auskunft über Massnahmen zur Gesundheitsvorsorge und richtiges Verhalten im Notfall. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Gut zehn Jahre haben alle Gemeinden der Region Werdenberg-Sarganserland das vom regionalen Ärzteverein lancierte Projekt «Herzhaft gsund» zur Gesundheitsprävention finanziell unterstützt. Damals wurden in den Gemeinden regelmässig Gesundheitstage organisiert.

Vier von sechs Werdenberger Gemeinden nicht mehr dabei

Noch immer leisten alle acht Gemeinden der Region Sarganserland den Beitrag von 50 Rappen pro Einwohner an diese Aktion. Im Werdenberg hat sich dagegen inzwischen die Mehrheit der Gemeinden zurückgezogen.

Als erstes hat Wartau mit dem Sparpaket 2014 den Gemeindebeitrag von jährlich knapp 2500 Franken mit Wirkung ab dem Jahr 2015 gestrichen. Er war namentlich auf der Streichliste aufgeführt, welche die Bürgerschaft mit dem damaligen Sparbudget genehmigt hat.

Wartau: «nicht primär Gemeindeaufgabe»

Der Wartauer Gemeindepräsident Beat Tinner nennt eine (finanz-)politische Komponente. Er vertritt die Ansicht, dass das kantonale Gesundheitsgesetz angepasst werden müsste, um die Aufgabenteilung und damit die Zuständigkeit für die Finanzierung solcher Projekte klar zu regeln. Das zeige «Herzhaft gsund».

In der Startphase habe der kantonale Lotteriefonds das Projekt unterstützt. Auf eine Anfrage im Kantonsrat hat die Regierung im Jahr 2012 mitgeteilt, dass das Gesundheitsdepartement dieses Programm mit 10000 Franken unterstütze. Dieser Beitrag war allerdings einmalig, sagt Ärztevereins-Projektleiter Urs Keller auf Anfrage des W&O.

Beat Tinner erachtet die finanzielle Unterstützung dieses Präventionsprojektes nicht primär als Gemeindeaufgabe. Zudem werde die ursprüngliche Projektbedingung mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf- und Krebsvorsorge nicht mehr konsequent umgesetzt. Im Mai seien an der Siga in Mels auch psychische Erkrankungen ein Thema. Dafür sei aber das Psychiatriezentrum Werdenberg-Sarganserland zuständig, findet der Wartauer Gemeindepräsident.

Buchs verweist auf andere Gemeinden

Warum leistet die Stadt Buchs keinen Beitrag mehr an das Projekt «Herzhaft gsund»? Auf diese Frage des W&O lautet die kurze schriftliche Antwort:

«Buchs ist 2018 zur Auffassung gelangt, das vorliegende Projekt nicht mehr zu unterstützen. Andere Gemeinden im Werdenberg sind zur selben Auffassung gekommen.»

Auch Gams ist 2018 aus dem Projekt ausgestiegen. Gemeindepräsident Fredy Schöb teilt die Auffassung von Wartau, dass die Themenpalette etwas gar ausgeweitet wurde. In Gams sei wohl die Gemeinde nicht ganz unbeteiligt, dass die früher üblichen Gesundheitstage «eingeschlafen» sind, gesteht Schöb ein.

Persönlich würde er es schätzen, wenn örtliche Institutionen wie Samariterverein oder Spitex mit dem Ärzteverein wieder Präventionsveranstaltungen in Gams organisieren könnten. Dann werde der Gemeinderat einen Projektbeitrag wieder diskutieren.

Sennwald: «Wenn neues Leben eingehaucht wird ...»

Küngolt Bietenhard, neue Präsidentin des Ärztevereins Werdenberg-Sarganserland, wohnt in der Gemeinde Sennwald und hat eine ärztliche Praxis in Gams. An der Bürgerversammlung von Sennwald am 25. März hat sie angeregt, die Gemeinde solle das Projekt «Herzhaft Gsund» wieder unterstützen.

Gemeindepräsident Peter Kindler hat sie gebeten, ihm doch Unterlagen dazu zu schicken. «Das ist bisher nicht geschehen», sagt er auf Anfrage des W&O. Er wünscht sich auch eine Information über geplante Aktivitäten, für die das Geld verwendet würde.

Auch er hat den Eindruck, das Herzblut der ersten Jahre für «Herzhaft gsund» habe etwas nachgelassen. «Wenn der Aktion neues Leben eingehaucht wird, prüfen wir einen Beitrag gerne», sagt Kindler. Denn an sich sei Gesundheitsprävention etwas Sinnvolles. Sinnvoll fände er es auch, wenn alle Gemeinden aus dem Werdenberg gemeinsam einen Beschluss fassen würden.

Gemeinde Grabs wertet «Herzhaft gsund» als positiv

«Uns wäre es sympathisch, wenn die ganze Region Ja sagt», sagt der Grabser Gemeindepräsident Niklaus Lippuner. Grabs sieht nämlich keinen Grund für einen Ausstieg aus dem Projekt.

«Wir schätzen das Engagement des Ärztevereins und werten es als positiv»

hält Lippuner fest. Die Gemeinde hat letztmals am 1. September 2018 im Rahmen des Buuramart eine Gesundheitsaktion mit Gesundheitschecks und Barfussparcours durchgeführt. Und gemäss dem Ärzteverein Werdenberg-Sarganserland ist im September 2019 ein weiterer Gesundheitstag in diesem Rahmen geplant.

Sevelen bedauert Wegfall des Wiga-Gesundheitstages

Sevelen zahlt als zweite Werdenberger Gemeinde weiterhin einen Beitrag an «Herzhaft gsund».

«Wir sind als Gemeinde verpflichtet, etwas für die Gesundheitsprävention zu tun»

hält Gemeindepräsident Roland Ledergerber fest. Er findet es grundsätzlich sinnvoll, dass der regionale Ärzteverein das Projekt betreut, denn für die Gemeinde allein sei die Organisation entsprechender Veranstaltungen schwierig.

Ledergerber bedauert, dass der bereits traditionelle Gesundheitstag an der Wiga dieses Jahr ausfallen wird. «Im Rahmen dieser Messe gab es immer sinnvolle Frequenzen», stellt er fest.

Er möchte das Thema «Herzhaft gsund» mit den Projektverantwortlichen des Ärztevereins und den Gemeindepräsidenten der Region Werdenberg besprechen. Zudem will er bezüglich einer Präventionsaktivität in Sevelen die Fühler ausstrecken.

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