Herausfordernde erste Trainerstation für Venceslau Andrade beim FC Haag

Venceslau Andrade ist neuer Trainer des FC Haag. Der Verteidiger legt Wert auf solide Abwehrarbeit.

Robert Kucera
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Vom ruhigen Spieler zum kommandierenden Trainer an der Seitenlinie in nur einen Sommer: Venceslau Andrade, neuer Trainer des FC Haag. Bild: Robert Kucera

Vom ruhigen Spieler zum kommandierenden Trainer an der Seitenlinie in nur einen Sommer: Venceslau Andrade, neuer Trainer des FC Haag. Bild: Robert Kucera

Fussball Nach Jahren beim FC Buchs ist er nach Haag zurückgekehrt. Doch nicht als Spieler wie in der Saison 2013/14. Venceslau Andrade ist nun Trainer seines Stammclubs. «Es ist noch etwas ungewohnt, denn ich war eine Weile lang weg», sagt der 31-Jährige. Doch mit jedem Tag läuft es besser, versichert er.

Die 4.-Liga-Crew Haags ist Andrades erste Trainerstation. «Eine riesige Umstellung» sei der Schritt von Spieler zum Trainer. Vor allem aus einem Grund: «Ich war immer der ruhige Typ. Im Match half ich der Mannschaft mit guten Leistungen und nur einzelnen Anordnungen. Nun muss ich mich komplett öffnen. Das ist eine Herausforderung mehr.»

Die dummen Gegentore abstellen

Zur Herausforderung wird auch die Doppelfunktion Spieler/Trainer. «Ich will weiterhin Fussball spielen», hält Andrade fest. Je nach Situation wird er aber einem jungen Spieler die Möglichkeit geben, sich im Ernstkampf zu beweisen. Oder anders ausgedrückt: Je grösser die Ambition des gesamten Teams und Notwendigkeit, drei Punkte einzufahren, desto grösser die Einsatzwahrscheinlichkeit des Routiniers Venceslau Andrade, der mit seiner Klasse eine Verstärkung für die Haager Abwehr ist.

Auch als Trainer wird Andrade ein Verteidigungsminister sein. «Ich will aus einer sicheren Defensive heraus agieren. Mir ist wichtig, wenn wir den Ball nicht haben, dass alle elf Spieler wissen, was sie machen. Sie müssen vorausschauen, wo sie stehen müssen.» Defensive Stabilität, so argumentiert der Neotrainer, verleiht jedem Team Sicherheit «und man ist auch stärker im Spiel nach vorne.» Venceslau Andrade möchte den spielfreudigem und offensiv starken FC Haag nicht in ein Abwehrbollwerk verwandeln. Vor den Angriffen seiner Truppe sollen die Gegner auch weiterhin grössten Respekt haben. «Aber wir müssen die dummen Gegentore abstellen.»

Wer weniger Gegentore kassiert, holt mehr Punkte. Und wenn der letztjährige Vierte mehr Punkte holt, darf bis zum Strich hoch geschielt werden.

Um Platz eins zu erreichen, muss alles passen

«Bei einer perfekten Saison könnten wir um den Aufstieg durchaus mitreden», sagt Venceslau Andrade. «Es muss aber alles passen.» Der Trainer sieht Haag primär unter den ersten Drei dieser 4.-Liga-Gruppe. Wie weit es nach vorne geht, hängt von zu vielen Faktoren ab.

Was bereits feststeht, ist die Derby-Flut, die auf den FC Haag zukommt. «Die Derbys sind sehr wichtig – und cool. Manchmal geht es auf dem Platz hitzig zu und her. Doch nach dem Spiel haben es alle gut miteinander», freut sich Andrade auf die Werdenberger Vergleiche. «So finde ich es spannender, als wenn wir für ein Auswärtsspiel weit weg fahren müssen», ist er glücklich darüber, dass alle Werdenberger Viertligisten in derselben Gruppe sind. Und welchem dieser Nachbarn traut er diese Saison viel zu? «Trübbach hat Potenzial zu Rang eins. Dieses Team ist nicht zu unterschätzen.»