Vaduz

Mann wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen vor Gericht

Der in Liechtenstein wohnhafte Mann musste sich am Donnerstag wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen vor dem Kriminalgericht verantworten. Nach dem eintägigen Prozess fiel das Urteil: Zweieinhalb Jahre Haft.

Bettina Stahl-Frick
Drucken
Teilen
Das Kriminalgericht verurteilte den Mann.

Das Kriminalgericht verurteilte den Mann.

Bild: Daniel Schwendener

Bis zum Mittag dauerte die Befragung des Angeklagten, anschliessend wurden die Zeugen kontradiktorisch einvernommen. Um ein Zusammentreffen mit dem Täter zu vermeiden, wurden die Opfer per Videoübertragung befragt.

Einige von ihnen leiden noch heute unter den Übergriffen des Angeklagten und haben mit Schlafstörungen, Panikattacken und Depressionen zu kämpfen. Mehrere damals noch unter 14-jährige Opfer hat der Angeklagte über Jahre sexuell belästigt, indem er sie im Brust- und Genitalbereich berührt und dabei masturbiert hat.

Vorfälle seien «im Schlaf» passiert

Zweimal wurde der Mann von der Landespolizei einvernommen. Anfangs behauptete er, keines der Mädchen je angefasst zu haben. Später räumte er ein, dass der eine oder andere Vorfall im Schlaf passierte, als er sich zu seiner Tochter und deren Freundin schlafen legte. Als er es aber realisierte, habe er jeweils sofort aufgehört, das Mädchen zu streicheln und sich selbst zu befriedigen.

Zum einen sei er unter Einfluss von Psychopharmaka gestanden, zum anderen sei er als Kind selbst sexuell missbraucht worden. Der Angeklagte bekannte sich somit nur teilweise schuldig.

Verteidigung meldet Berufung an

Nachdem die Anklageschrift verlesen wurde, schloss der vorsitzende Richter die Öffentlichkeit und somit auch die Medien aus. «Vor allem zum Schutz der Opfer», begründete der Richter. Die Urteilsverkündung am Abend war dann wieder öffentlich. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Verteidigung meldete sogleich volle Berufung an.