Haag
Erster Fischotter-Nachweis im Kanton St.Gallen seit 49 Jahren

Am Werdenberger Binnenkanal in Haag ist ein Fischotter in eine Fotofalle getappt. Der letzte gesicherte Nachweis aus dem Kanton St.Gallen stammte aus dem Jahr 1972.

Corinne Hanselmann
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Sensation: In Haag gelang der erste gesicherte Nachweis eines Fischotters im Kanton St.Gallen seit 49 Jahren.

Sensation: In Haag gelang der erste gesicherte Nachweis eines Fischotters im Kanton St.Gallen seit 49 Jahren.

Bild: PD

Nach jahrzehntelanger Abwesenheit kehrt der Fischotter langsam in die Schweiz zurück. Im Kanton Graubünden sind in den letzten Jahren in verschiedenen Gebieten gesicherte Nachweise gelungen, zuletzt im September in Bonaduz. Nun ist kürzlich am Werdenberger Binnenkanal in Haag ein Fischotter in die Fotofalle einer Privatperson getappt.

Wildhüter Sepp Koller

Wildhüter Sepp Koller

Bild: Corinne Hanselmann

Wildhüter Sepp Koller bestätigt dies gegenüber dem W&O. Dieses Foto bedeutet den ersten gesicherten Nachweis eines Fischotters im Kanton St.Gallen seit sage und schreibe 49 Jahren. Sepp Koller:

«Der letzte gesicherte Nachweis aus dem Kanton St.Gallen stammte aus dem Jahr 1972 in Niederhelfenschwil.»

Nachdem die Schweiz den Fischotter ab 1989 als ausgestorben deklarieren musste, werden seit 2009 wieder Einzeltiere beobachtet. Seit 2014 wurde gemäss der Stiftung Pro Lutra wiederholt Nachwuchs an der Aare um Bern und im Engadin festgestellt.

Ein Fischotter in einem Museum.

Ein Fischotter in einem Museum.

Bild: Andreas Kaufmann

Fischotter kann Einfluss auf Fischbestand haben

Auf die Frage, was das Auftauchen des Fischotters in der W&O-Region für den Lebensraum und die Tierwelt bedeutet, sagt der Wildhüter:

«Das wird sich zeigen. Er ernährt sich mehrheitlich von Fischen und kann dadurch auch einen Einfluss auf den Fischbestand haben.»

Ob der Fischotter hier bleibt oder weiter zieht, wird ebenfalls die Zeit zeigen. «Ein Einzeltier ist meist auf der Durchreise. Oft sind es junge Männchen, welche den angestammten Lebensraum verlassen und neue Lebensräume erkunden, das kennt man ja auch von den Wölfen», so Koller.

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