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Haag-Center- und Letta-Einbrecher wurde verurteilt

Ein russischer Dieb muss lange hinter Gitter, so hat es das hiesige Kreisgericht entschieden. Für eine Serie von Einbrüchen in Einkaufscenter und Bijouterien gab's die Quittung. Er kassierte letztlich mehr als vier Jahre Haft sowie einen langen Landesverweis.
Reinhold Meier

Dem Beschuldigten waren insgesamt 14 Einbruchdiebstähle vorgeworfen worden, verübt in der Zeit ab Herbst 2016 bis in den Winter, namentlich in der Region Werdenberg-Sarganserland, aber auch an anderen Orten im Kanton sowie im Raum Zürich, Bern und Fribourg. Dabei hat er binnen weniger Monate Geld und Sachen im Wert von 220300 Franken erbeutet sowie Schaden in Höhe von 70600 Franken angerichtet. Die Anklage lautete denn auch auf gewerbsmässigen Diebstahl, weil der heute 46-jährige offenbar seinen Lebensunterhalt auf diese Weise bestritt. Seine häufigen Taten hatten Polizei und Öffentlichkeit seinerzeit in Atem gehalten.

Der Dieb stahl unter anderem Schmuck im Letta Buchs. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Der Dieb stahl unter anderem Schmuck im Letta Buchs. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Dabei ging er immer ähnlich vor. Über Dächer oder Fenster verschaffte er sich des nachts Zugang in Geschäftsräume, nahm, was wertvoll schien und machte sich davon. So etwa bei den Bijouterien Schmucki und Letta in Bad Ragaz und Buchs. Mit einer Spaltaxt und einem Vorschlaghammer zertrümmerte er die Schaufenster und schnappte sich teure Preziosen aus der Auslage. Allein in diesen beiden Fällen resultierte ein Schaden samt Deliktsgut in Höhe von über 110.000 Franken.

Loch ins Dach geschnitten

Betroffen waren aber auch grosse Einkaufscenter, wie jene in Mels und in Haag. Im Pizolpark schaffte er sich mit Axt und Hammer brachial Zugang und nahm Schmuck wie Zigaretten im Wert von 6000 Franken mit. Noch trickreicher ging er im Haag-Center zu Werke. Über die Aufstiegshilfen am Glasdach des Restaurants gelangte er aufs Flachdach. Just über einem Schmuckladen schnitt er dann ein quadratisches Loch in die Decke und seilte sich mittels Strickleiter ab. Die kostbaren Geschmeide transportierte in einem Abfallsack davon. In seinem letzten Versuch bei einem Sportmarkt im Zürcher Oberland ging er ähnlich vor, wurde dabei jedoch in flagranti entdeckt. Sein Versteck auf dem Dach nützte nichts, die Polizei hat ihn rasch gefunden. Seit jenem 8. März 2017 sitzt er in Untersuchungshaft und derzeit im vorzeitigen Strafvollzug.

An Schranken galten die Vorwürfe in der Hauptsache als unbestritten, auch der Angeklagte selbst zeigte sich geständig. Die Anklage forderte 42 Monate Haft samt Landesverweis, die Verteidigung wollte es mit 22 Monaten bewenden lassen. Unterschiedliche Auffassungen gab es lediglich im Blick auf einen Fall von Beschimpfung. Diese war vorgefallen, als der Angeklagte im Zuge der Untersuchung in ein anderes Gefängnis verlegt werden sollte und sich dagegen mit Worten und Spucken sträubte. Dafür habe es gute Gründe gegeben, meinte er. Das Kreisgericht in Mels konnte darin aber keine Rechtfertigungsgründe erkennen.

Ganz Schengen bleibt tabu

Das Gericht folgte vielmehr im Wesentlichen den Anträgen der Staatsanwaltschaft und sprach den mehrfach vorbestraften Mann schuldig, nebst den zahlreichen Diebstählen auch wegen jeweils mehrfachen Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüchen sowie der besagten Beschimpfung. Dafür verhängte es 36 Monate Haft unbedingt. Das Gericht sprach auch einen Landesverweis aus, wie beantragt für die Dauer von zehn Jahren. Dieser Bescheid erstreckt sich nicht nur auf die Schweiz, sondern auf den gesamten Schengenraum.

Wirkung dürfte auch der Umstand erzielen, dass eine der Vorstrafen widerrufen wird. Ferner wird jetzt für eine nicht bezahlte Geldstrafe ersatzweise Gefängnis fällig. Insgesamt erhöht sich die Haftzeit so nochmals um 481 Tage. Insgesamt setzt es also letztlich mehr als vier Jahre. Die umfangreichen Zivilforderungen wurden überwiegend auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. Fällig werden bereits jetzt aber die Verfahrenskosten in Höhe von 40700 Franken.

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