Grosser Showdown am Sonntag: Wahlbeteiligung im Werdenberg noch bescheiden

Am kommenden Sonntag, 8. März, finden im Kanton St. Gallen die Regierungsrats- und Kantonsratswahlen statt.

Armando Bianco
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Wahlplakate mit den Regierungskandidaten.

Wahlplakate mit den Regierungskandidaten.

Urs Bucher

Die Wahlbeteiligung in der Region ist derzeit noch eher bescheiden. Die Stimmbeteiligung in Grabs betrug mit Stichtag Dienstag 21,64 Prozent. «Bei denselben Wahlen im Jahr 2016 betrug die Stimmbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt 40,5 Prozent. Allerdings gelangten damals auch noch vier Bundes- und zwei kommunale Vorlagen an die Urne», sagt Karin Schneider, stellvertretende Ratsschreiberin in Grabs.

Daraus kann man interpretieren, dass die reine Personenwahl weniger Interesse weckt. 2016 beteiligte sich letztlich 50,26 Prozent der Grabser Stimmbürgerschaft an den Regierungsratswahlen, die Kantonsratswahlen lockten 49,08 Prozent an die Urne.

Vergleich zum Jahr 2016 nicht überall möglich

Bis Dienstagmittag sind bei der Gemeinde Gams 20,5 Prozent der stimmberechtigten Wahlkuverts eingetroffen. Einen Vergleich mit den Regierungsrats- und Kantonsratswahlen vor vier Jahren kann man in Gams nicht machen, weil damals die Stimmkuverts noch nicht so im Detail erfasst wurden.

Im Vergleich zu den National- und Ständeratswahlen vom Oktober 2019 ist der aktuelle Wert in Gams etwas tiefer; bis am Dienstag vor dem damaligen Abstimmungssonntag lag die Wahlbeteiligung bei 24,3 Prozent.

Wartau mit dem höchsten Wert im Wahlkreis Werdenberg

In der Stadt Buchs betrug die per vorgestern Dienstag berechnete Wahlbeteiligung rund 22 Prozent, ein ähnlicher Wert wie jeweils bei anderen Personenwahlen einige Tage vor dem Urnengang. Im Herbst des vergangenen Jahres bei den National- und Ständeratswahlen waren es in Buchs ebenfalls 22 Prozent Wahlbeteiligung.

In der Gemeinde Wartau sind 840 briefliche Stimmabgaben eingegangen, was einem Wert von 28,3 Prozent entspricht. Bei den Erneuerungswahlen des Kantons- und Regierungsrates vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung am gleichen Stichtag bei rund 40 Prozent.

Sennwald mit dem tiefsten Wert im Wahlkreis Werdenberg

In der Gemeinde Sennwald sind bis Dienstag 543 Kuverts eingegangen, was einer Wahlbeteiligung von 16,86 Prozent entspricht. Das ist der aktuell tiefste Wert im Wahlkreis Werdenberg – «aber gleich hoch wie sonst um diese Zeit», weiss Ratsschreiberin Petra Graf.

In Sevelen lag die Wahlbeteiligung per Dienstag bei 19,18 Prozent, das bedeutet 490 eingegangene Stimmrechtsausweise bei 2554 Stimmberechtigten. Die Stimmbeteiligung am Wahlwochenende vor vier Jahren lag bei 61,57 Prozent, wobei wie bekannt zusätzlich über vier eidgenössische Vorlagen abzustimmen war. «Also ist der aktuelle Wert nicht wirklich eine Referenzgrösse, da bei Sachabstimmungen die Wahlbeteiligung in der Regel höher ausfällt», so Susanna M. Solenthaler, Ratsschreiberin der Gemeinde.

Eine eher geringe Wahlbeteiligung zeichnet sich auch andernorts ab, beispielsweise in der Kantonshauptstadt. Laut einem Bericht im «St. Galler Tagblatt» deutet der Trend darauf hin, dass sich eine (schwache) Beteiligung von um die 30 Prozent ergeben könnte. Ändern kann sich das nur, wenn viele Wählerinnen und Wähler ihr Wahlrecht erst im letzten Moment angehen.

Bisher ein zahmer Wahlkampf

Ein Grund für eine tiefe Wahlbeteiligung könnte auch der bisher sehr zahme Wahlkampf im Rennen um die Regierungsratssitze sein, eine öffentliche Auseinandersetzung um Positionen und Themen findet kaum statt. Im Wahlkreis Werdenberg kann man unter 61 Kandidierenden für den Kantonsrat auswählen. Die neun bisherigen Vertreterinnen und Vertreter im Kantonsrat treten allesamt wieder an.