Grabs/Wangs
Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler im Kinderheim St. Paul ist von 80 auf 290 gestiegen

Nach knapp zwei Jahren besuchten die Geschwister Schumacher und Breu aus Wangs und Grabs erstmals wieder das Kinderheim St. Paul in Bulbul, Nairobi. Sie konnten die Farm und die Schule Forest Edge Faith Academy besichtigen, sich über den Stand der Dinge informieren und über neue Projekte diskutieren

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Familien Schumacher mit dem Direktor Francis mit Fussbällen-.

Familien Schumacher mit dem Direktor Francis mit Fussbällen-.

Bild: PD

Die Kinder besuchen verschiedene Schulen. Für zwei Mädchen hat der Verein Kinderheim St. Paul das Schulgeld für die Highschool bezahlt. Im Kinderheim ist immer noch wenig Essen vorhanden. Es braucht Unterstützung. Der Wasserverkauf harzt im Moment, darum fehlen Einnahmen. Aber alle Kinder sind gesund.

Finanzielle Unabhängigkeit dank Landwirtschaft

Mit der Landwirtschaftsschule Latia konnte ein Vertrag zur professionellen Bewirtschaftung der Farm abgeschlossen werden, so Albin Schumacher.

«Mit dem Ertrag der Farm wird das Kinderheim finanziell unabhängig.»

Die Tropfenbewässerung wird über die gesamte Fläche von zirka drei Fussballfeldern eingerichtet. Ein strikter Pflanzplan gibt genügend Ertrag fürs Kinderheim. Zusätzlich können rund zwei Drittel der Ernte über die Landwirtschaftsschule verkauft werden. Damit kommt das notwendige Geld für die Löhne und den Unterhalt des Heimes herein.

Die Zahl der Schülerschaft ist massiv gestiegen

Seit dem letzten Besuch ist die Schule von 80 auf 290 Schüler gewachsen. Zusätzliche zwei Schulzimmer wurden gebaut. Trotzdem müssen zwei Kindergartenklassen im Versammlungsraum unterrichtet werden. Die Laptops, welche die Geschwister Schumacher aus der Schweiz mitbrachten, werden intensiv genutzt. So werden nebst dem Unterricht in den Klassen auch Computerkurse für Erwachsene angeboten.

Auch Spiel und Spass gehören zum Schulalltag in Nairobi.

Auch Spiel und Spass gehören zum Schulalltag in Nairobi.

Bild: PD

Mit Hilfe von Sponsoren wurde eine Solaranlage für Warmwasser-Aufbereitung erstellt. Die Küche braucht kein rares Holz für die Zubereitung von Tee und Suppe. Wie der Lehrplan 21 in der Schweiz läuft die Umstellung des gesamten Lehrplans auf Kompetenzorientierung.

Die Geschwister Schumacher konnten sich versichern, dass die neuen Lehrmittel eingesetzt werden. Linus Schumacher, Grabs, als ehemaliger Schulfachmann sagt:

«Die motivierten Lehrpersonen arbeiten mit Begeisterung für eine bessere Zukunft ihrer Schüler. So macht Schule Freude.»

Viele Eltern sind nicht in der Lage, das Schulgeld zu bezahlen. Trotzdem stehen noch einige Investitionen an. Diese können aber nur mit neuen Sponsorengeldern an die Hand genommen werden. Albin Schumacher gibt sich zuversichtlich und hofft, dass solches gefunden wird.

Betreuung Jugendlicher nach dem Austritt

Einige Jugendliche stehen nach dem Austritt aus dem Kinderheim vor dem Nichts. Sie haben Mühe, sich zurechtzufinden. Arbeit ist fast keine vorhanden. Die Wirtschaftskrise hält an. So stehen sie oft auf der Strasse herum, Mädchen, welche schwanger werden und dann von zu Hause ausziehen müssen.

Der Verein Kinderheim St. Paul hat zusammen mit einer Sozialarbeiterin ein Haus eingerichtet, in welches diese Jugendlichen im Alter von 17 bis 22 Jahren kommen können. Die Sozialarbeiterin hilft ihnen, eine Ausbildung oder eine Arbeit zu finden.

Hygiene gehört zum Alltag im Kinderheim St. Paul.

Hygiene gehört zum Alltag im Kinderheim St. Paul.

Bild: PD

Zehn bis fünfzehn Jugendliche in der Woche

Für die schwangeren Mädchen ist sie erste Anlaufstelle. Seit einem Jahr betreibt die Sozialarbeiterin die Stelle nun. Es gibt Essen und falls notwendig auch ein Bett für Übernachtungen zur Verfügung. Zehn bis 15 Jugendliche besuchen das Haus wöchentlich. Es läuft einiges, dank vieler kleinen und grösseren Spenden. (pd)

Verein Kinderheim St. Paul, Raiffeisenbank Sarganserland, 8887 Mels, IBAN CH72 8128 1000 0076 8869 5, www.kinderheimstpaul.com

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