Grabser Fehlstart ins neue Jahr trotz Blitzstart

Mit einer 4:6-Niederlage gegen den UHC Sarganserland II hat für den UHC Rangers Grabs-Werdenberg das neue Jahr merklich schlecht begonnen. Noch ärgerlicher ist aber, dass man nach fünf Minuten 3:0 führte.

Robert Kucera
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Bruno Zindel zieht ab und trifft zur 1:0-Führung – aber am Ende jubelten nicht die Grabser, sondern die Sarganserländer. (Bild: Robert Kucera)

Bruno Zindel zieht ab und trifft zur 1:0-Führung – aber am Ende jubelten nicht die Grabser, sondern die Sarganserländer. (Bild: Robert Kucera)

Der Start ins neue Jahr ist dem UHC Rangers Grabs-Werdenberg gründlich misslungen. In der 13. Runde der 2.-Liga-Meisterschaft nahm die Serie von sechs Siegen in Folge für die Grabser ein unglückliches Ende.

Im Derby gegen die zweite Mannschaft des UHC Sarganserland führten die Rangers nach nur fünf Minuten mit 3:0 und lagen insgesamt 46 Minuten lang in Front. In der 58. Minute gingen die Gäste erstmals in Führung und doppelten 28 Sekunden später mit einem Schuss ins leere Tor nach. «Das darf nicht passieren», sagt der zweifache Rangers-Torschütze Bruno Zindel nach Spielschluss und schüttelt wie viele seiner Mannschaftskollegen den Kopf. «Wir haben viel zu fest abgebaut. Zu Beginn lief es uns wohl zu glatt, wir waren nach dem 3:0 zu euphorisch.»

Innert 162 Sekunden dreimal getroffen

Zindel brachte sein Team in der dritten Minute mit dem zweiten Schuss aufs gegnerische Tor in Führung. Eine Tordoublette gelang den Rangers in der fünften Minute. Nach einem katastrophal ausgeführten Sarganserland-Freistoss, direkt auf die Schaufel von Marco Kobler, fällt das 2:0. Kobler bedient Manuel Ottiger mustergültig, dieser trifft mit einem herzhaften Schuss in die Maschen. Der nächste Fehler der Gäste ereignet sich nur Sekunden später. Nach einem Fehlpass der Sarganser im Vorwärtsspiel schalten die Rangers blitzschnell von Defensive auf Offensive, Zindel vollendet den Konter mit dem Treffer zum 3:0.
Doch danach war Schluss mit der drückenden Überlegenheit der Gastgeber. «Am Anfang hat Sarganserland geschlafen. Doch dann sind sie aufgewacht», so Zindels Beobachtung.

Nach dem fälligen Timeout unmittelbar nach dem dritten Gegentreffer sah man ein anderes Sarganserland auf dem Feld. «Sie haben nie aufgesteckt, und übers ganze Spiel gesehen waren sie in den Zweikämpfen stärker als wir», urteilt Bruno Zindel kritisch. Nach dem 3:1 – einem Powerplaytor – vermochte Grabs nochmals zu reagieren. Nur wenige Sekunden nach einem eigenen Überzahlspiel lenkte Andreas Tischhauser einen Schuss von Samuel Altherr ins Tor. Doch zwei Minuten vor der Pause kam Sarganserland auf 4:2 heran und war definitiv zurück im Spiel. «Wir hätten so weiter spielen müssen wie in den ersten zehn Minuten», ärgert sich Zindel. Denn als die Rangers Vollgas gaben, bekundeten die Sarganser grosse Mühe. Wie es scheint, ging Mitte erstes Drittel das Werdenberger Gaspedal verloren. «Wir hätten mehr Tore vorlegen müssen und vor allem nicht zwei Tore erhalten sollen.»

Im letzten Drittel das Spiel verloren

Ab der 21. Minute sahen die zahlreich erschienenen Zuschauer ein anderes Spiel – und ein neues Schiedsrichterpaar. In der Pause musste einer der Referees wegen Hüftbeschwerden Forfait geben, der Ersatz war schnell gefunden und bereits nach 25 Minuten in der Halle. Das Spiel wogte nun hin und her, beide Teams konnten sich Chancen herausspielen. Doch vor dem Tor waren die Gäste ebenso wenig effizient wie die Grabser. Mit einem Unterschied: Ihnen gelang ein Tor zum 4:3 nach zwei Dritteln.

Im Schlussabschnitt rächte sich das Auslassen von Chancen für die Werdenberger. In der 43. Minute schiesst Tischhauser nach einem Solovorstoss knapp übers Tor, danach verfehlten zweimal Ottiger und Zindel das Ziel. Die Quittung: Ausgleich zum 4:4 in der 48. Minute. Damit nicht genug: Statt Sarganserland hätte Werdenberg der Lucky Punch gelingen können. Ottiger traf im Powerplay nur die Latte (54.), Tischhauser scheiterte nach einem weiteren Solo am Sarganser Hüter (57.).