Grabser Familie erzählt: Kinderheim in Nairobi ist während der Coronazeiten stark gefordert

Seit über zehn Jahren unterstützt die Familie Schumacher aus Wangs/Grabs das Kinderheim St.Paul in Nairobi, Kenia. Während der Coronazeit ist die Hilfe für das Kinderheim mehr denn je notwendig.

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Die Heimkinder lernen, Masken richtig anziehen.

Die Heimkinder lernen, Masken richtig anziehen.

Bild: PD

(pd) Eine solche Zeit hat es noch nie gegeben. Das Coronavirus ist auch in Afrika eingetroffen. Die Kinder haben zu wenig zu essen, die Schulen sind geschlossen, die Lehrer geben ihr Bestes. Gerade in dieser Zeit ist Hilfe dringend notwendig.

Vorgesehen war ein Besuch im März, um die Fortschritte in der Schule und auf der Farm zu sehen und weitere Projekte zu besprechen. Daraus wurde aber nichts, weil alle Flüge nach Kenia gestrichen wurden, wie die Verantwortlichen festhalten. Kenia hat per Mitte März auch den Lockdown beschlossen, Grenzen wurden dicht gemacht, alle Schulen und Läden geschlossen, sowie eine Ausgangssperre ab 19 Uhr verhängt. Diese Massnahmen wurden rigoros durchgesetzt.

Kein Verkauf von Gemüse mehr möglich

So verbringen die Kinder den ganzen Tag im Heim. Homeschooling wird von den staatlichen Schulen überhaupt nicht angeboten. Ein grosser Aufwand für die Betreuung der 30 Kinder. Dazu wurde der Bezirk Nairobi total abgeschirmt. Man konnte also nicht mehr auf die Farm, respektive von der Farm kamen keine Waren mehr ins Heim. Somit war kein Verkauf von Gemüse mehr möglich.

Auch hatte die Küche des Heims kein Gemüse zum Kochen. Zwei Hotels, welche das Heim mit Lebensmittel versorgten, wurden geschlossen. So hat die Direktorin des Heims um Hilfe für Nahrung gebeten. Die Familie Schumacher konnte dann für Ostern Fleisch kaufen, sowie für die anderen Tage Reis und Mais und Verschiedenes mehr. Schumachers stehen in dauerndem Kontakt mit der Heimleitung.

Neuer Schulbus für den Schwimmunterricht

In Kenia stehen neu zwei Schwimmlektionen pro Woche für alle Kinder auf dem Lehrplan. Dank verschiedener Spenden schaffte die Schule einen Schulbus an. Dieser wurde perfekt gemäss den Sicherheitsanforderungen ausgerüstet. Dann kam die Schulschliessung. Die Schule hatte sich sofort sehr gut organisiert.

Ein Lehrer arbeitet an einem Laptop.

Ein Lehrer arbeitet an einem Laptop. 

Bild: PD

Dank der gespendeten Laptops, wurde mit Zoom Homeschooling eingerichtet. Hausaufgaben wurden an alle persönlich verteilt, welche keine Internetverbindung und keine Handys haben. Das betrifft die meisten Familien dort.

Die Lehrerlöhne konnten nicht mehr bezahlt werden

Die Lehrer haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Aber die Schule erhielt keine Schulgelder mehr. Sehr viele Familien wurden arbeitslos, so gibt es kein Geld für die Schule. Der Schulleiter informierte die Schumachers, er könne die Lehrerlöhne nicht mehr bezahlen, somit hätten auch diese kein Geld mehr, obwohl sie hart arbeiteten.

Dank Spenden konnte der Schule ein Beitrag überweisen werden, damit die Lehrer mindestens einen Teil der Löhne ausbezahlt erhalten. Anfang Woche wurde der Lockdown um drei weitere Wochen verlängert. Es ist offensichtlich, Hilfe ist weiterhin dringend nötig. Ein nächster Besuch ist im Herbst vorgesehen. Voraussetzung dazu ist jedoch die Grenzöffnung.

Hinweis

Spenden ans Kinderheim St.Paul in Nairobi: Raiffeisenbank Sarganserland, CH72 8128 1000 0076 8869 5, Konto 70-1012-8. www.Kinderheimstpaul.com.