Grabs
Etikettendruck der Pago geht in neue Hände über: Die 100 Arbeitsplätze in Grabs bleiben erhalten

Am Donnerstag unterzeichnete die Pago AG eine Vereinbarung mit mehreren Führungskräften über den Verkauf von Betriebsteilen am Standort Grabs. Der Geschäftsbereich Etikettendruck inklusive der Stabsabteilungen wird an die neuen Eigentümer in Form eines Management-Buy-outs (MBO) übergehen.

Armando Bianco
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Das Hauptquartier der Pago an der Werdenstrasse in Grabs.

Das Hauptquartier der Pago an der Werdenstrasse in Grabs.

Bild: Thomas Schwizer

Wie Markus Josat, Sprecher der neuen Eigentümer, auf Anfrage des W&O sagt, wolle man sich künftig auf den Schweizer Markt konzentrieren. Das nächste Kapitel der langjährigen Firmengeschichte – die Wurzeln der Pago gehen auf das Jahr 1896 zurück – gehe man mit einem erfahrenen Team und langjährigem Know-how an. Neben Markus Josat zählen zu den neuen Eigentümern Bernd Dehm, Thomas Mächler, Carlo Schoch, Gerald Marxer und ein «branchenerfahrenes, regional verankertes Investorenteam». Die Mitarbeitenden in Grabs wurden am Freitag über die Vorgänge informiert.

Mit Blick nach vorne wolle man ein nachhaltiges Unternehmen aufbauen, weshalb man auch alle 100 Mitarbeitenden am Standort Grabs übernommen hat. Über den Kaufpreis hat man Stillschweigen vereinbart.

Areal und Gebäude werden an Schweizer Investor verkauft

Die Pago-Gruppe wurde bekanntlich im Jahr 2012 durch den japanischen Konzern Fuji Seal übernommen. Die nun erfolgte Veräusserung in Form eines MBO sei eine strategische Entscheidung, sagt Marieke Sauer-Ploegmakers, Geschäftsführerin der Pago-Gruppe in der Schweiz und in Deutschland:

«Die Pago-Gruppe als Teil der Fuji-Seal-Gruppe verfolgt mit ihren unterschiedlichen Sparten eine weltweite Strategie und arbeitet in erster Linie mit Grosskunden zusammen. In der Schweiz jedoch bleibt das Label-Geschäft weitgehend regional strukturiert.»

Da die Pago-Gruppe künftig nur noch ein kleines Team in der Schweiz beschäftigt, hat man aus betriebswirtschaftlichen Gründen entschieden, auch das Areal und die Gebäude zu verkaufen. Die Verhandlungen mit einem nicht genannt werden wollenden Schweizer Investor befänden sich derzeit in der Endphase. Es sollen langfristige Mietverträge abgeschlossen werden.

«Wir wissen dieses Geschäft nun in guten Händen»

Der Geschäftsbereich zur Herstellung von Etiketten insbesondere für den Schweizer Markt inklusive der Stabsabteilungen wird laut einer Medienmitteilung auf die neuen Eigentümer übergehen. Marieke Sauer-Ploegmakers informierte auf einer Betriebsversammlung am Nachmittag alle Mitarbeitenden in Grabs über diese Entwicklungen. Sie sagte: «Wir sind sehr froh, dass wir den Verkauf des Geschäftsbereichs Etikettendruck an unser Management realisieren konnten. Wir wissen dieses Geschäft nun in guten Händen. Insbesondere der Erhalt der Arbeitsplätze liegt uns sehr am Herzen. Wir wünschen den neuen Eigentümern viel Erfolg.»

Während der Pandemie keine Arbeitsplätze abgebaut

Die Pago-Gruppe wird weiterhin in Grabs tätig bleiben. Mehrere Funktionen des europäischen Verbundes wie der Service für den Teilbereich Maschinenbau, die Markenpflege und die Führung der 100-prozentigen italienischen Tochtergesellschaft werden vom Standort Grabs aus mit einem spezialisierten Team erfolgen.

«Trotz Pandemie sind wir gut durch das Jahr gekommen, und auch die 2020 in Angriff genommene Restrukturierung des Maschinenbaugeschäfts von Pago konnte gemeinsam erfolgreich abgeschlossen werden.»

«Gut durch die Pandemie gekommen» heisst aus Sicht von Marieke Sauer-Ploegmakers, dass man die Kunden bedienen konnte, es zu keinen massiven Einbrüchen kam und keine Arbeitsplätze abgebaut werden mussten, wie sie auf Anfrage sagt.

Freude auf das nächste Kapitel der Firmengeschichte

«Wir sind überzeugt, dass wir für alle Parteien eine optimale Lösung gefunden haben. Wir freuen uns, das nächste Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufzuschlagen,» sagt Markus Josat.

Den Maschinenbau der Etikettiersysteme der Pago in Grabs hat Fuji Seal 2020 nach Deutschland verlagert. Dabei gingen im Werdenberg 30 Arbeitsplätze verloren. Die Verlagerung wurde damals mit anhaltenden und hohen Verlusten des Grabser Maschinenbaus begründet, und Corona habe die Ertragslage weiter verschärft.