«Gospel im Werdenberg»: Gospelklang aus 120 Kehlen

Am Wochenende finden in der Evangelischen Kirche Buchs zwei Konzerte von «Gospel im Werdenberg» statt. Eines der Mitglieder ist Karin Niederer. Seit sieben Jahren hat sie kein einziges Projekt ausgelassen.

Corinne Hanselmann
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Am Montag probte «Gospel im Werdenberg» zum letzten Mal vor den Konzerten am kommenden Wochenende.Bilder: Corinne Hanselmann

Am Montag probte «Gospel im Werdenberg» zum letzten Mal vor den Konzerten am kommenden Wochenende.Bilder: Corinne Hanselmann

Im Jahr 2012 rief Musikerin Irene Stäheli das Projekt «Gospel im Werdenberg» ins Leben. Zweimal jährlich probt der Chor während rund drei Monaten, gibt Konzerte und macht danach wieder Pause bis zum nächsten Projekt. «Gospel im Werdenberg» ist beim Publikum aber auch bei den Mitwirkenden sehr beliebt. So ist die Kirche bei Konzerten oft bis auf den letzten Platz belegt und die Anzahl der mitwirkenden Sängerinnen und Sänger ist von rund 30 auf mittlerweile über 120 angestiegen.

Herausforderung gesucht und gefunden

Eine der Gospelsängerinnen ist Karin Niederer. Die Buchserin ist die einzige, die bei sämtlichen 15 «Gospel im Werdenberg»-Projekten mit von der Partie war. Sie erinnert sich noch gut, wie sie vor sieben Jahren zum Gospelchor gestossen ist:

«Ich sang damals im Grabser Abendgottesdienst-Chor, den Irene Stäheli leitete. Als sie das Gospelprojekt ins Leben rief, habe ich sofort gesagt: Da mache ich mit!»
Karin Niederer

Karin Niederer

Sie habe eine Herausforderung gesucht und mit dem Auswendigsingen und dem Englischsingen bei «Gospel im Werdenberg» gefunden. Die breite Palette, die Gospel bietet, begeistert Karin Niederer nach wie vor. «Die Lieder haben Rhythmus, es gibt aber auch sanfte Lieder, afrikanische und solche eher in Richtung Blues.» So sei es durch neue Lieder bei jedem Projekt spannend.

Schon als Kind hat Karin Niederer mit ihrem Vater gesungen. Später war die Bankangestellte rund 20 Jahre lang im Gemischt-Chor Grabs. Mittlerweile singt sie nur noch bei «Gospel im Werdenberg», dies aber mit grosser Begeisterung. «Ich kann beim Singen abschalten und denke an nichts anderes mehr.»

Qualitätssteigerung dank Fachwissen der Leitung

«Vom ersten Projekt bis heute hat sich die Qualität unglaublich gesteigert», so die 57-Jährige.

«Am Anfang war der Chor noch etwas zaghaft, jetzt fetzt es richtig.»

Singen sei eben eine Übungssache. Die Qualitätssteigerung sei aber ganz klar auch der Verdienst von Projektleiterin Irene Stäheli und Chorleiter Simon Griesinger, betont Karin Niederer. «Die Beiden bringen ein grosses Fachwissen mit und Simon Griesinger hat das mit seiner herzlichen, spontanen Art super im Griff.» Obwohl der Chor mittlerweile viermal so viele Mitglieder hat wie vor sieben Jahren. «Der Chorklang ist mit so vielen Leuten natürlich ganz anders», schwärmt Karin Niederer. Der Nachteil sei, dass man nicht mehr alle Leute wirklich kenne. Trotzdem sei neben dem Singen das Gesellschaftliche nicht zu unterschätzen. «In all den Jahren haben sich natürlich viele Freundschaften entwickelt.»

Anspruchsvolle Texte afrikanischer Gospelsongs

Trotz viel Erfahrung ist Karin Niederer vor den Konzerten jeweils ein wenig nervös.

«Ich glaube, wenn man nicht mehr nervös ist, nimmt man es auch nicht mehr so ernst. Ein bisschen Nervosität ist gut. Man freut sich ja auch auf die Konzerte und dass man zeigen kann, was man so lange geübt hat.»

In den letzten Wochen vor dem Konzert beschäftigt sie sich auch neben den Proben immer wieder mit den Hörproben und Liedtexten. «Ohne zu Hause zu üben geht es nicht». Besonders die Texte der afrikanischen Gospelsongs seien anspruchsvoll. Trotzdem sind ihr die afrikanischen Lieder die liebsten. «‹Imela› ist mein Lieblingslied aus dem aktuellen Projekt.»

Neben ‹Imela› erwartet die Besucher beim Konzert von «Gospel im Werdenberg» in der Evangelischen Kirche Buchs eine ganze Reihe weiterer mitreissender Songs.

Hinweis
Am Samstag, 16. November, um 19 Uhr und am Sonntag, 17. November um 17 Uhr finden Konzerte in der Evangelischen Kirche Buchs statt. Eintritt frei, Kollekte.
Das nächste Projekt beginnt mit einer Schnupperprobe am 6. Januar um 19 Uhr im Kirchgemeindehaus Grabs.

Fetziger Groove am Konzert von Gospel im Werdenberg

Am Sonntag bot Gospel im Werdenberg in der Reformierten Kirche Buchs ein fulminantes Konzert, das unter die Haut ging. Die zahlreichen Besucher belohnten die knapp hundert Sängerinnen und Sänger mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations.