Ausgebüxter Goldfasan spaziert früh morgens in die Buchser Landi – und kann eingefangen werden

Ein junger Goldfasan ist aus seinem Gehege ausgebrochen und irrt seither durch Buchs. Ein gefundenes Fressen für Katzen und Füchse. Dank beherztem Einschreiten des Greifvogelparks konnte der Streuner gerettet werden.

Alexandra Gächter
Drucken
Teilen
Der junge Goldfasan ist in sicherem Gewahrsam im Greifvogelpark in Buchs.

Der junge Goldfasan ist in sicherem Gewahrsam im Greifvogelpark in Buchs. 

Bild: Robert Kucera

Für die Kunden öffnet die Landi in Buchs erst um 8 Uhr. Wer zwei Beine, zwei Flügel und einen Schnabel hat, muss sich aber nicht unbedingt an diese Öffnungszeiten halten. Eine Verkäuferin der Landi bemerkte am Donnerstag, kurz nach 7 Uhr morgens, dass ein junger Goldfasan durch das offene Tor in das Gartencenter spaziert war. Die Verkäuferin versuchte, den Vogel zu verscheuchen, weswegen er sich im überdachten Bereich des Gartencenters versteckte. 

Um 7.20 Uhr klingelte das Telefon beim Greifvogelpark in Buchs. Die Landi meldete sich bei Zora Nigg. Diese fuhr zusammen mit ihrem Tierpfleger sofort los, um den Goldfasan in der Landi einzufangen.

Beim dritten Versuch klappte es

Das Einfangen war herausfordernd. Der Fasan war wieselflink, war mal hier, dann 50 Meter weiter, ging wieder in Deckung und versteckte sich. Mal lief er schnell davon, mal flog er kurze Strecken. Zora Nigg erzählt:

«Beim dritten Versuch ist es mir und meinem Tierpfleger gelungen, den Fasan einzufangen.»

Einmal gefangen, liess sich der Goldfasan gut halten. «Er ist ziemlich zahm.» Zu zweit konnten sie den Streuner in eine Kiste sperren und fuhren zum Greifvogelpark. Zora Nigg sagt:

«Ich weiss auch nicht, was wir jetzt mit dem Vogel machen. Wir haben einfach mal geholfen.»

In freier Wildbahn hätte der Vogel kaum Überlebenschancen gehabt. Für Jagd erprobte Katzen oder Füchse wäre das aus Gefangenschaft stammende Tier ein leichtes Fressen gewesen. Umso erstaunlicher ist, dass der Goldfasan seit mehreren Tagen in Buchs herumstreunen konnte. Er wurde bereits in einem Garten an der Churerstrasse sowie am Giessenweg gesehen.

Zora Nigg besorgte Extra-Futter für den Goldfasan

Auf der Fahrt zum Greifvogelpark sei der Goldfasan sehr ruhig gewesen. Ein paar kleinere Federn habe er wegen des Einfangstresses verloren. Sein neues Zuhause ist aber nur ein temporäres: Behalten können sie den Vogel nicht. Es fehle schlicht der Platz. Und weiter:

«Wir sind nicht eingerichtet für Goldfasane.»

Für die nächsten Tage werde der Greifvogelpark den ausgebüxten Goldfasan füttern. Zora Nigg ging noch am Donnerstag Vormittag los, um entsprechendes Vogelfutter zu kaufen. Sie betonte aber nochmals: «Hierbleiben kann er nicht. Der Besitzer soll sich so schnell wie möglich melden. »

Der Fasan trägt einen grünen Ring am Bein. Darauf steht die Nummer:
CH 1119 E 572 EE

Mehr zum Thema