Gold, Honig, Walter und Holz zum 30Plus-Jubiläum

Seit zehn Jahren wird das Blasorchester 30Plus jährlich im Kultur- und Ferienzentrum Neu-Schönstatt in Quarten durchgeführt. Zum Jubiläum ist nun gefeiert worden – mit viel Musik und noch mehr Ehrerbietung.

Michael Kohler
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Musikanten des Musikvereins Buchs-Räfis und der Musikgesellschaft Sennwald. (Bild: PD)

Musikanten des Musikvereins Buchs-Räfis und der Musikgesellschaft Sennwald. (Bild: PD)

Das Rezept ist so simpel wie effektiv: Man nehme einen musikalischen Leiter. Im besten Fall nicht irgendeinen musikalischen Leiter, sondern jemanden wie Markus Egger, seines Zeichens Dirigent der Bürgermusik Benken und ehemaliger Präsident der Musikkommission des St. Galler Blasmusikverbandes SGBV. Man gebe einen Dirigentenstab bei. Füge 70 bis 80 Musikantinnen und Musikanten – allesamt über 30 – hinzu. Würze mit einem ansprechenden und vielseitigen Repertoire. Vermenge die Masse unter ständigem Schwingen des Dirigentenstabes mit einer Prise Geduld und einem Krug Leidenschaft. Schliesslich lasse man sie im Kultur- und Ferienhaus Neu-Schönstatt in Quarten drei Tage lang ziehen.

Das Resultat dieses Rezepts ist ein musikalischer Leckerbissen ohnegleichen, serviert mit Freude und Witz. Das Konzert des Blasorchesters 30Plus ist aus dem Herbstprogramm des SGBV und jenem der Neu-Schönstatt-Bewegung in Quarten nicht mehr wegzudenken.

Ein harmonisierendes Gemeinschaftswerk

Seit nunmehr zehn Jahren erfreut sich das Projekt «Blasorchester 30Plus» bei Musikantinnen und Musikanten des gesamten Kantons St. Gallen grosser Beliebtheit. Jedes Jahr füllen sich die Reihen des «Lagers für Ü30-Musikanten» in Quarten bis auf den letzten Platz – oft mit Wiederholungstätern. Eigens für den ersten runden Geburtstag des Blasorchester 30Plus hat Markus Müller, Ehrenpräsident des SGBV und Gründer des Projekts, anlässlich des Jubiläumskonzerts vom Samstag eine Laudatio gehalten. Darin blickte er auf den Ursprung des 30Plus zurück: So sei Müller mitverantwortlich für die Geburt des Projekts – «aber nicht nur ich». Während seiner Zeit als Kantonalpräsident des Verbandes, in welche die Geburtsstunde des 30Plus fällt, habe eine «funktionierende und harmonisierende Musikkommission den Vorstand immer wieder mit neuen Projektideen beliefert», während dieser versuchte, diese Ideen «umzusetzen und zur Marktreife zu bringen».

Das gelungene Projekt sei aber auch nicht nur das Verdienst von Vorstand und Musikkommission: «Hätten nicht über all die zehn Jahre rund 70 Musikantinnen und Musikanten aus dem ganzen Kanton der Verbandsleitung ihr Vertrauen geschenkt, wären wir heute nicht da und könnten dieses wunderschöne Konzert geniessen», so Markus Müller weiter.

Apropos Konzert: Nun aber zur Musik. Diese stand ganz im Zeichen der Abwechslung, hielt doch Dirigent Egger und sein Korps von Märschen über böhmischer und Latino- bis hin zur Filmmusik alles bereit. Während des einstündigen Konzerts folgte Höhepunkt auf Höhepunkt, wobei ein Werk ganz besonders hervorstach: Das von Christoph Walter eigens fürs Jubiläum des Blasorchester 30Plus komponierte «We love Cha-Cha-Cha». Im Vorfeld hatte Dirigent Egger das Werk als Auftragskomposition von Walter schreiben lassen, damit es am Samstag zur Uraufführung gelangen konnte. Gesponsert wurde das Werk von Werner Siegenthaler, einem «Urgestein des Blasorchesters 30Plus». Egger nutzte die Gunst der Stunde, um sich bei Siegenthaler mit einem kameradschaftlichen Händedruck und einem kleinen Honigpräsent zu bedanken.

Mit «Goldene Kameraden» für Treue bedankt

Mit einem Medley des Disney-Klassikers «The beauty and the beast» (Alan Menken) schloss das Projektorchester sein Konzert offiziell, liess sich aber zu drei Zugaben verleiten. «Einen haben wir noch», sagte schliesslich Ambühl an, «und obendrein noch einen goldenen.» Mit dem Marsch «Goldene Kameraden», bezeichnend für den Zusammenhalt während der vergangenen Lagertage, dankte das Korps der Zuhörerschaft für ihre Treue. Und Treue, so hatte es Müller in seiner Laudatio bereits treffend formuliert, könne aber zu Höchstleistungen anspornen. Gemeint war Eggers Treue zum Projekt während der vergangenen zehn Jahre, für die er schliesslich ein Präsent in Form eines hölzernen Violinschlüssels entgegennehmen durfte.