Das Sarganser Konsultationszentrum ist abgebaut: Es wurde glücklicherweise weniger genutzt als erwartet

Fünf Wochen lang hat das Konsultationszentrum in der Sporthalle Riet Patienten mit Verdacht auf Covid-19 getestet. Am Donnerstag wurde es durch die regionale Zivilschutzorganisation Sarganserland wieder abgebaut. Wenn nötig kann es aber innerhalb kurzer Zeit wieder in Betrieb genommen werden.

Nadine Bantli
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Die Zusammenarbeit aller Beteiligten habe hervorragend funktioniert, so das Fazit.

Die Zusammenarbeit aller Beteiligten habe hervorragend funktioniert, so das Fazit.

Nadine Bantli

Viel Erfahrung, Geduld und Dankbarkeit nimmt Reinhard Regli für die Zukunft mit. Er ist Stabschef der provisorisch zusammengelegten regionalen Führungsstäbe Pizol und Walensee und während der Coronakrise für deren Führung verantwortlich. Noch vor einem Monat meinte Regli im Interview mit dem «Sarganserländer»: «Die grösste Herausforderung ist der Faktor Ungewissheit.»

Die Zivilschutzorganisation baute das Konsultationszentrum in der Sporthalle Riet wieder ab.

Die Zivilschutzorganisation baute das Konsultationszentrum in der Sporthalle Riet wieder ab.

Abbau nach fünf Wochen

Immerhin in Bezug auf das mittlerweile wieder abgebaute Konsultationszentrum in Sargans herrscht nun Gewissheit. Das von Zivilschützern betreute und zur Entlastung der Ärzteschaft errichtete Konsultationszentrum nahm am 31. März seinen Betrieb in der Sporthalle Riet auf – am Donnerstag wurde es auf Anordnung des Kantons St.Gallen nach rund fünf Wochen wieder abgebaut.

Bei Regli löst dies weder gute noch schlechte Gefühle aus. Man respektiere den Entscheid der Regierung, und «bei Bedarf kann das Konsultationszentrum mit der gemachten Erfahrung innerhalb kurzer Zeit wieder aufgebaut und in Betrieb genommen werden».

Auch in Anbetracht einer möglichen zweiten Coronawelle zeigt sich der Stabschef souverän und zuversichtlich: «Das Typische an Epidemien ist, dass man flexibel, dynamisch und mit dem notwendigen Fachwissen zeitnah reagieren muss.»

Gute Zusammenarbeit aller Beteiligten

Diese Zuversicht kommt nicht von ungefähr, denn rückblickend zieht Reinhard Regli gemeinsam mit dem ärztlichen Leiter Aldo Fischer eine durchs Band positive Bilanz: «Die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten war hervorragend und die optimale Aufgabenverteilung auf die jeweiligen Fachspezialisten hat sich ausgezahlt. Es wurde Hand in Hand gearbeitet, vor allem die gegenseitige Unterstützung und Wertschätzung war für die Umsetzung des Auftrags zentral.» Auch Yves Müller, Zentrumsleiter seitens des Zivilschutzes, findet lobende Worte:

«Die Zusammenarbeit zwischen dem regionalen Führungsstab, den Behörden und dem Zivilschutz hat hervorragend geklappt.»

Zudem seien laut Regli auch die Patienten alle sehr zufrieden und dankbar gewesen, dass sie im Konsultationszentrum einfach, schnell und unkompliziert behandelt wurden.

Das Material wurde zusammengeräumt.

Das Material wurde zusammengeräumt.

Im Durchschnitt täglich fünf Personen getestet

Apropos Patienten: Im Durchschnitt sind in Sargans täglich fünf Personen auf das Coronavirus getestet worden. Eine relativ tiefe Zahl, wenn man bedenkt, dass im Zentrum sogar bis zu 60 Personen pro Tag hätten behandelt werden können. «Wir sind gut vorbereitet gewesen und hätten genügend Kapazität gehabt», heisst es vonseiten Müller, «aber glücklicherweise wurde diese Erwartung nicht annähernd erfüllt.» Auf die Kosten habe die niedrige Auslastung übrigens keinen Einfluss gehabt.

Bis zu 60 Patienten hätten täglich behandelt werden können.

Bis zu 60 Patienten hätten täglich behandelt werden können.

Positiv überrascht sei man ausserdem auch von der hohen Motivation der Mitwirkenden wie Ärzte, medizinisches Personal oder Hallenverwaltung, führt Reinhard Regli weiter aus. Er spricht von einer «perfekten Lösung» des Auftrags, der minutiös umgesetzt wurde.