«Dieses Jahr stimmte einfach alles»: Werdenberger Landwirte hatten Glück mit dem Wetter

Der April bot der Landwirtschaft im Werdenberg Superwetter. Hohe Temperaturen und der ersehnte Regen.

Heidy Beyeler
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Prall gefüllte Siloballen zieren die frisch gemähten Wiesen.

Prall gefüllte Siloballen zieren die frisch gemähten Wiesen. 

Bilder: Heidy Beyeler

Während zweier, dreier Tage waren die Landwirte vergangene Woche ausserordentlich gefordert. Nach einer sehr trockenen und warmen Periode fiel endlich der Regen, sodass man sprichwörtlich das Gras wachsen sehen konnte.

Optimale Voraussetzungen herrschten dieser Tage für den ersten Grasschnitt und die beste Futterqualität. Landwirte, deren Geduld ausreichte, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, waren die Gewinner. Erntemenge und Qualität des ersten Grasschnittes fielen zur grossen Freude der Landwirte aus. Ein Hoch der Zufriedenheit breitete sich aus.

Am Donnerstag waren auffallend viele Bauern bis spät abends mit dem Mähen der gut gewachsenen Wiesen beschäftigt. Das Zeitfenster für das Mähen, Schwaden, Laden und Einbringen der grossen Menge Gras war laut Wetterbericht eng. Das Wetter spielte dieses Mal dem Glück der Landwirte zu, weil der am Samstagnachmittag angesagte Regen sich verspätete und erst in der Nacht fiel, als die meisten Silo- und Heuballen unter Dach waren.

Rekordwerte machten es möglich

Bauer Patrick Hartmann aus Buchs nutzte gar die gute Situation und pflügte sofort, nachdem die Ernte eingefahren war, am Samstagabend ein grosses Ackerfeld, um gleich den Futtermais auszusäen.

Kaum hatte Patrick Hartmann das Grünfutter unter Dach, pflügte er die Wiese, um gleich Mais auszusäen.

Kaum hatte Patrick Hartmann das Grünfutter unter Dach, pflügte er die Wiese, um gleich Mais auszusäen.

Bilder: Heidy Beyeler

Hartmann kann sich kaum erinnern, je eine derart gute Kombination für die Ernte des ersten Grasschnittes erlebt zu haben.

«Dieses Jahr hat einfach alles gestimmt, um unseren Fahrsilo für die Winterfütterung zu füllen.»

Auf dem Chronehof in Frümsen wurde der heurige erste Grasschnitt feinsäuberlich geplant und organisiert. Bauer Jürg Reicherter hatte bis vergangene Woche dieses Frühjahr noch keine Wiese gemäht, machte sich für die Planung schon Gedanken, als sich im April trockenes, heisses Wetter einstellte.

Temperatur und Sonnenscheindauer lagen im Rekordbereich, beim Niederschlag ergab sich allerdings ein grosses Defizit. Viele sonnige Tage mit frühsommerlicher Wärme führten in vielen Gebieten der Schweiz zum zweit- bis viertwärmsten April seit Messbeginn 1864. «Seither war nur ein April wirklich wärmer», schreibt das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz in seinem Klimabulletin.

Der Graslader «fütterte» Fuhre für Fuhre den Fahrsilo bis zum späten Nachmittag.

Der Graslader «fütterte» Fuhre für Fuhre den Fahrsilo bis zum späten Nachmittag. 

Bilder: Heidy Beyeler

A und O: Planung und Organisation

Zurück zu Bauer und Ammenkuhhalter Reicherter. Als sich ein kleines Zeitfenster für gutes Wetter auftat, beschloss er, an diesen zwei Tagen auf rund 20 Hektaren den ersten Grasschnitt anzupacken.

Das erfordert eine gute Organisation und die Rekrutierung von Helferinnen und Helfern. Familienangehörige, Freunde und Bekannte wurden aufgeboten. Von Donnerstagabend bis zum späten Samstagnachmittag waren die Leute auf dem Chronehof zugegen. Jeder wusste, was zu tun ist. Am Abend waren sie dann aber auch ausgepowert und fielen am frühen Abend müde ins Bett.

Jeder Grasbüschel wird feinsäuberlich zusammengenommen während die Störche schon auf der Jagd nach Mäusen sind.

Jeder Grasbüschel wird feinsäuberlich zusammengenommen während die Störche schon auf der Jagd nach Mäusen sind.

Die Planung von Reicherter hat funktioniert. Er freute sich nach getaner Arbeit, dass alles gut gelaufen ist, und besonders stellte sich Zufriedenheit ein ob dem gefüllten Fahrsilo und der selten guten Qualität des Futters, wie man sie nicht so oft erlebt. Dazu kommt: «Hätten wir mit diesem Futter Siloballen gemacht, wären daraus gut und gerne 300 Siloballen geworden», ergänzte Jürg Reicherter.

Mit zwei Traktoren  wird das Grasfutter Schicht um Schicht mit ihrem schweren Gewicht  «gestampft».

Mit zwei Traktoren wird das Grasfutter Schicht um Schicht mit ihrem schweren Gewicht «gestampft».