Wiga-Führung: Werdenberger Gewerbevereine bleiben skeptisch

Das VR-Karussell der Wigab AG dreht sich weiter: Rechtsanwalt Roger Lippuner aus Grabs wird möglicherweise der vierte Verwaltungsrat. Ins Aktionariat ist er bereits eingestiegen.

Katharina Rutz
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Als die Wiga 2017 aufgebaut wurde, waren die heutigen Schwierigkeiten noch nicht absehbar. (Bild Heini Schwendener)

Als die Wiga 2017 aufgebaut wurde, waren die heutigen Schwierigkeiten noch nicht absehbar. (Bild Heini Schwendener)

Angekündigt wurde eine Werdenberger Persönlichkeit, die im neuen Verwaltungsrat vertreten sein werde. Dies sagte der neue Präsident Josef Müller aus Staad am 18. August gegenüber dem W&O. Nun deutet vieles darauf hin, dass Roger Lippuner aus Grabs dies werden könnte. Der Rechtsanwalt ist in Buchs aufgewachsen und seit 1998 Partner in der Kanzlei Rhyner Lippuner Bertschinger in Buchs. «Ich bin ins Aktionariat der Wigab AG eingestiegen und die Abklärungen laufen, ob ich auch ein VR-Mandat übernehmen werde», sagt Roger Lippuner gegenüber dem W&O. Am Samstag wurde der Name bekannt.

Arbeit eher im Hintergrund geplant

Neu im Verwaltungsrat ist zudem Christine Hug-Stauffacher aus Davos. Sie präsidiert die Sektion See Gaster von Gastro St. Gallen und stammt somit aus der selben Branche wie der neue VR-Präsident Josef Müller. Christine Hug kennt Paul Schlegel «seit Jahren» und bezeichnet ihn als «hervorragenden Netzwerker, Macher und vorzüglichen Motivator.» Er sei auf sie zugekommen und habe sie von der Wichtigkeit der Messe überzeugt. «Ich werde mich eher im Hintergrund bewegen, um die finanzielle Zukunft der Wigab AG zu sichern und das Vertrauen der Aussteller, Lieferanten und Mitarbeitenden in dieser Organisation zu fördern», sagt sie zu ihren Zielen im Verwaltungsrat. Dazu werde sie zusammen mit fachlich kompetenten Finanz- und Buchhaltungsexperten sowohl strategisch wie auch operativ tätig sein, sagt Hug.

(K)ein Schritt in die richtige Richtung

Die Präsidenten der Gewerbe- und Industrievereine der Region Werdenberg nehmen diese neue Entwicklung zur Kenntnis. Viel Begeisterung löst sie allerdings nicht aus. «Es ist vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung, aber es reicht noch nicht, um Vertrauen zu schaffen», drückt es Michael Giger vom GIS Sevelen noch am positivsten aus.

Ansonsten ist man sich einig, dass sich an der Vertrauensbasis überhaupt nichts geändert habe. Über die Aufteilung des Aktionariats seien sie von Dritten informiert worden und nicht offiziell von der Wigab AG. Ausserdem sehe es so aus, als ob die Finanzen auch operativ im Verwaltungsrat bleiben würden. «Dies ist nach wie vor sonderbar», sagt Paul Kohler, Präsident der IG Grabs. Es könne nicht sein, dass die selbe Person für Strategie, Kontrolle und Ausführung zuständig sei. Ausserdem ist auch der Verbleib von Paul Schlegel ein Dorn in seinen Augen. «Wieso sollte es jetzt plötzlich klappen, wenn es bisher auch nicht geklappt hat», fragt er sich.

Dass die Präsidenten der Gewerbe- und Industrievereine nicht direkt von der Wigab AG informiert worden sind, ist vor allem für Rolf Pfeiffer, Präsident Wirtschaft Buchs, eine Unmöglichkeit. Auch die Trennung der Rechnungslegung sei immens wichtig, um Vertrauen zu schaffen. So gesehen verschlechtert sich für ihn die Vertrauensbasis sogar noch.

Zurzeit sieht es also nicht danach aus, dass die Gewerbe- und Industrievereine auf ihren Entscheid zurückkommen, auf Gemeinschaftsstände an der Wiga 2019 zu verzichten.