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Gewalt und Todesstoss vorgeworfen

Vor dem Kreisgericht in Mels muss sich am Dienstag ein 30-jähriger aus der Region wegen versuchter vorsätzlicher Tötung verantworten. Er soll seine Frau gewaltsam vom Balkon gestossen haben, um sie zu töten. Zuvor habe er sie über Jahre hinweg drangsaliert.
Reinhold Meier
Der würgte seine Frau mehrfach und misshandelte sie über längere Zeit. (Bild: Archiv)

Der würgte seine Frau mehrfach und misshandelte sie über längere Zeit. (Bild: Archiv)

Vor genau einem Jahr erreichte das Martyrium der jungen Ehefrau laut Anklage seinen schrecklichen Höhepunkt. Nach einem Telefon, das die Frau mit ihrer Mutter geführt hatte, packte sie der Beschuldigte unvermittelt von vorne und drückte sie auf den Boden. Dabei drohte er, sie umzubringen. Mit einer Hand ging er ihr an die Kehle und drückte zu, mit der anderen drückte er ihr auf den Mund, um sie am Schreien zu hindern, so die Anklage weiter. Das Opfer habe dabei panische Todesangst gehabt.

Zwar habe sich die Frau schliesslich noch losreissen können. Doch der Angreifer habe ihr weiter gedroht, sie verfolgt und brutal geschlagen. Im Gerangel schubste er sie schliesslich auf den Balkon ihrer Wohnung im 2. Obergeschoss. Dann stiess er sie, laut Anklage, plötzlich über die Brüstung, um seine Todesdrohung wahrzumachen. Das Opfer erlitt beim Sturz aus fast fünf Metern Höhe schwere Verletzungen. Es konnte schliesslich trotz mehrfacher Wirbelfakturen auf allen Vieren zum Nachbarblock kriechen, wo sich eine Nachbarin um sie kümmerte und die Rettung alarmierte.

Brutale Vorgeschichte

Zuvor sei es über einen Zeitraum von fast zehn Jahren regelmässig zu schweren, einseitigen Übergriffen in der Ehe des aus Bosnien stammenden Paares gekommen, hält die Anklageschrift weiter fest. So habe es monatlich stets mehrere Streitereien gegeben, bei denen der Mann die Frau jeweils schwer bedroht habe. Erst habe er mit der Ankündigung von Schlägen versucht, ihren Bewegungsspielraum einzuengen. Dies sei ihm zunehmend gelungen. In weiteren Fällen habe er gedroht, mit ihr nach Bosnien zu fahren und sie dort im Wald zu töten und verschwinden zu lassen. Oder sie lieber gleich hier mit dem Messer umzubringen. Dabei habe er sie auch am Hals gewürgt, um die Wirkung der Drohworte zu verstärken.

Im gleichen Zeitraum sei er zudem regelmässig tätlich geworden und habe die Frau verletzt, manchmal mehrmals pro Monat, dann auch mal ein paar Monate nicht mehr, bis er schliesslich doch wieder mit den Gewaltausbrüchen weitermachte. Dabei setzte er heftige Boxschläge auf den Kopf ein, bis hin zur Bewusstlosigkeit, Boxschläge gegen den Körper und brutale Fusstritte, die über Tage hinweg Hämatome und Schmerzen hinterliessen. Regelmässig würgte er die Frau auch, bis ihr die Luft wegblieb, so die Anklage.

Mehr als fünf Jahre gefordert

Das geforderte Strafmass will die Staatsanwaltschaft erst an Schranken bekanntgeben. Es werde jedoch nicht unter fünf Jahren Gefängnis liegen, heisst es vorab. Ein Schuldspruch verlangt wird wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfacher Körperverletzung, wiederholten Tätlichkeiten und mehrfacher Drohung. Seitens der Privatklägerschaft, die das Opfer vertritt, steht eine Genugtuungsforderung von 10.000 Franken im Raum, plus Lohnausfall seit Juli 2017.

Nach der Tat wurde der Beschuldigte für ein halbes Jahr in Untersuchungshaft genommen. Später wurden mehrere Zwangsmassnahmen angeordnet, darunter ein Kontakt- und Rayonverbot, sich dem Opfer bei der Arbeit, noch zu Hause zu nähern, ferner die Auflage, sich der Bewährungshilfe zu unterziehen sowie die Pflicht, ein Anti-Gewalt-Training im Rahmen der Bewährungshilfe zu absolvieren. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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